«Rafale» heisst dieser Kampfflugzeug-Typ: Windstoss, Böe. Der Jet ist eine französische Eigenentwicklung und steht bisher vor allem in Diensten der heimischen Luftwaffe und Marine; der Exporterfolg hält sich bisher in Grenzen. Vielleicht erhält der Hersteller Dassault bald eine Order aus Bern: Nach dem knappen Ja des Schweizer Volks zur Beschaffung wird – neben Jägern von Airbus, Boeing und Lockheed-Martin – auch die Rafale genau «evaluiert», wie die Militärs sagen. Dass Frankreich keine Kosten scheut, um in der Rüstungstechnologie an der Spitze mitzutun, ist ganz im Geist von Charles de Gaulle, dem die nationale Souveränität über alles ging. Kein Wunder, dass der Flugzeugträger, (selbstredend getauft nach dem Übervater der Republik), auf dessen Flugdeck diese Rafales stehen, nuklear angetrieben wird, als einziger ausserhalb der US-Navy; folgerichtig, dass «le Général», wie er tout court genannt wurde, auch hinsichtlich der atomaren Abschreckung nicht von den USA abhängig sein wollte und den Aufbau der «Force de Frappe» vorantrieb. Gallien leistet sich quasi einen Zaubertrank, der unbesiegbar macht. Charles de Gaulle – Majestix, Miraculix und Asterix in Personalunion – starb vor genau 50 Jahren.
(Bild: Jerome Fouquet/Keystone)