Märkte / Aktien

«Zentralbanken verhindern Markteinbruch nicht»

Klaus Wellershoff, Verwaltungsratspräsident von Wellershoff & Partners, sieht gesundes Anlegerverhalten und empfiehlt zur Diversifikation langlaufende Anleihen.

Herr Wellershoff, trotz geopolitischer Eskalation haben sich die Aktienmärkte gut gehalten. Wo stehen wir nun im Börsenzyklus?
Im Zyklus stehen wir ganz weit hinten. Das sieht man an den fundamentalen wirtschaftlichen Faktoren: Der Konjunkturzyklus ist alt, die Unternehmensgewinne wachsen nicht mehr schnell. Das sind Ermüdungserscheinungen. Was Anlagen wie Aktien, Immobilienfonds und riskantere Anleihen aber oben hält, sind die weltweit wahnsinnig tiefen Zinsen. Die Renditedifferenz zwischen sicheren Anleihen und den anderen Anlageklassen ist gross und macht diese auch am Ende des Zyklus attraktiv.

Oft wird gesagt, wir befänden uns in der ungeliebtesten Börsenhausse aller Zeiten.
Es zeigt sich, dass die Anleger nicht mehr so unbedacht euphorisch sind wie in vorherigen Zyklen. Eine gewisse Kritik, ein Hinterfragen – das sind gesunde Anzeichen für das Anlegerverhalten. Das nimmt aber nicht weg, dass im Rahmen einer irgendwann einmal anstehenden Weltrezession die Risikoaversion zunimmt und dass dann die hohen Bewertungen zu grossen Korrekturen führen können.

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