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ZKB-Analyst: «Uhrenindustrie geht es besser»

Die Schweizer Uhrenexporte steigen wieder. Aktienanalyst Patrik Schwendimann sieht den Grund nicht nur in der steigenden Nachfrage aus China.

(AWP) Die positive Entwicklung der Schweizer Uhrenindustrie hat sich im November 2017 fortgesetzt. Die Uhrenexporte sind, wie schon in den Monaten davor, gestiegen und verzeichnen auch nach elf Monaten ein Wachstum. Besonders stark entwickelt sich die Nachfrage nach Schweizer Uhren in China.

Das Volumen der Schweizer Uhrenexporte stieg im Berichtsmonat verglichen mit einer tiefen Vorjahresbasis (November 2016: -6%) nominal um 6,3% auf 1,98 Mrd. Fr. Real waren es +3,9%, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und der Uhrenverband (FH) am Donnerstag mitteilten. Arbeitstagsbereinigt legten die Uhrenexporte real um 4,9% zu.

Nach dem Exportrückgang von knapp 10% im Gesamtjahr 2016 entspannt sich somit die Lage in der Schweizer Uhrenbranche weiter. Im November hätten die Exporte den siebten Monat in Folge zugelegt, schreibt der Uhrenverband. Im Oktober stiegen sie um nominal 9,3%, im September um 3,7%, im August um 4,2% oder im Juli um 3,6%. Und nach elf Monaten resultiert nun ein Anstieg von 2,8% auf 18,2 Mrd. Fr.

Höhere Preise 

Ein starker Absatztrend zeigt sich in der November-Statistik bei Uhren der Kategorie «Other Materials» – zumindest in Franken gerechnet. Dort nahmen die Ausfuhren um 32% auf 64,6 Mio. Fr. zu, während in Stück gerechnet die exportierte Anzahl von Uhren um 2,8% auf rund 558’000 zurückging.

Ein Zuwachs der exportierten Werte bei gleichzeitig kleineren Stückzahlen ist auch in einigen weiteren Kategorien auszumachen, was sich mit höheren Preisen erklären lässt. So nahm das Exportvolumen bei den Stahluhren um 7,9% auf 800,9 Mio. Fr. zu bei einem Rückgang der Stückzahl um 0,3% auf 1,40 Mio.

Uhrenverbandspräsident: "Die Exporte haben sich stabilisiert"sda-video/Joel Espi

Hingegen nahm bei Edelmetalluhren das Volumen sowohl wertmässig (+2,4% auf 624,1 Mio. Fr.) als auch in Stück (+0,2% auf 37’800) zu. Das gleiche Bild zeigt sich bei Gold-Stahluhren (+1,9% auf 272,8 Mio. Fr. bzw. +1,1% auf 109’100 Stück).

Nach Preiskategorien aufgeschlüsselt sind die Ausfuhren von Uhren mit einem Exportpreis zwischen 200 bis 500 Fr. sowohl wertmässig als auch anhand der Stückzahl um je rund einen Fünftel in die Höhe geklettert. Zweistellig wuchsen zudem die Exporte von Uhren zum Preis von 500 bis 3’000 Fr. (Wert: +11%; Stück: +14%), während die teuren Uhren zu Preisen von über 3’000 Fr. weniger stark zulegten (+4,3%; +3,7%). Im günstigsten Segment gab es gar einen deutlichen Exportrückgang (-11%; -10%).

Nachfrage in China wächst weiter

Angeführt wird die allgemeine Erholung am weltweiten Luxusgütermarkt von China, was sich auch gut an der November-Statistik der Schweizer Uhrenexporte ablesen lässt. Die Ausfuhren ins «Reich der Mitte» legten um knapp 40% auf 162,7 Mio. Fr. zu. Dies sei die stärkste Wachstumsrate für den chinesischen Markt seit dreissig Jahren, so der Uhrenverband. In den ersten elf Monaten haben die Uhrenexporte nach China um einen Fünftel zugenommen.

Gewachsen sind die Uhrenexporte in Asien auch in den für die Branche wichtigsten Absatzmarkt Hongkong (+4,4%) sowie auch nach Japan (+23%) oder Thailand (+100%). Dieses Wachstum sei durch die wachsende Zahl und Konsumlust chinesischer Touristen möglich gewesen, so der Verband. Aber auch europäische Märkte wie Italien (+5,0%) oder Frankreich (+19%) profitierten davon. Leicht zurück ging es in den USA (-0,4%) sowie auch in Grossbritannien (-1,9%). Die britischen Uhrenverkäufer hatten im vergangenen Jahr entgegen dem Trend und dank des schwachen Pfunds mehr Uhren verkauft.

An der Börse bewegen sich die Aktien der Swatch Group (UHR 473.5 2.14%) und von Richemont (CFR 83.76 -0.05%) trotz über Erwarten guter Exportzahlen kaum vom Fleck. Swatch steigen bis um 09.20 um 0,2% auf 394,40 Fr. und Richemont geben um 0,4% auf 87,70 Fr. nach. Der Gesamtmarkt verliert derweil gemessen am SMI (SMI 8824.67 -0.26%) 0,2%.

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