Unternehmen / Schweiz

ZKB auf Kapitaldiät

Schweiz: Zürcher Parlament gewährt seiner Bank nur ein knappes Kapitalkleid. Das dürfte früher oder später die Geschäftspolitik beeinflussen.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) konnte sich vor dem Parlament mit keinem ihrer Anliegen durchsetzen. «Wir können damit umgehen», sagte Bankratspräsident Jörg Müller-Ganz am Montag nach der Abstimmung. Wie, bleibt vorläufig offen. Immerhin hat der Zürcher Kantonsrat den Rahmen für das Dotationskapital der Staatsbank um 500 Mio. Fr. erhöht und damit eine radikale Kapitaldiät verworfen. Gefordert hatte die ZKB eine Erhöhung von 2,5 auf 4,5 Mrd. Fr.

Die vom Parlament bewusst herbeigeführte Verknappung des Eigenmittelkleids dürfte der Bank schwierige Entscheide abverlangen. Ohne das regionale Hypothekar- oder das Unternehmenskreditgeschäft zu beeinträchtigen, lässt sich die Bilanz – im Gegensatz zu den Grossbanken – kaum schrumpfen. Eine Ratsmehrheit will der ZKB offenbar einen langsameren Rhythmus verpassen. Das Argument, die Bank sei bereits sehr gut kapitalisiert, wurde gegen sie ausgelegt. Der Kantonsrat strich aus dem ZKB-Gesetz ausserdem die Möglichkeit, neue Kapitalquellen zu erschliessen und Partizipationsscheine auszugeben. Er verwarf die Vorschläge zur Abgeltung der Staatsgarantie und zur Lohnerhöhung für die Bankräte. Unklar ist, wie die Bank eine Expansion definieren wird, die keine «unverhältnismässigen Risiken» darstellt. Im Ausland darf die ZKB nur noch Filialen eröffnen, wenn die Bank die dortigen Kunden wegen ausländischer Gesetze nicht von der Schweiz aus betreuen darf. Heute erwirtschaftet die ZKB ein Drittel ihrer Erträge ausserhalb Zürichs. Am Montag fand im Parlament die erste Lesung der Vorlagen statt. Die zweite Lesung mit Schlussabstimmung folgt in einigen Wochen. mh Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?