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Märkte / Immobilien

ZKB: «Immobilienpreise werden sinken»

Peter Meier, ZKB-Immobilienexperte, prognostiziert sinkende Preise beim Wohneigentum im Kanton Zürich.

(AWP)  Im Kanton Zürich sind die Preise für Wohneigentum auch im dritten Quartal gestiegen. Der von der ZKB erhobene Wohneigentumsindex ZWEX hat für diesen Zeitraum einen Preisanstieg von 1,4% gemessen. Gegenüber dem Vorjahresquartal verteuerten sich Eigenheime im Durchschnitt gar um 6,9%. Für 2018 rechnen die Ökonomen der Kantonalbank aber mit einem leichten Rückgang.

Die ZKB hat den Index modifiziert, was aber keine Auswirkung auf die Vergleichbarkeit der Daten hat, wie Peter Meier, Leiter Analytics Immobilien bei der ZKB, an einer Medienkonferenz von Donnerstag sagte. Neu haben die ZKB-Ökonomen eine breitere Datenbasis zur Berechnung zur Verfügung.

Man erhalte nun auch Transaktionsdaten von anderen Banken wie der UBS (UBSG 17.12 1.54%), so Meier. Mehr als 50% nach zuvor etwa 25% aller Wohneigentumsverkäufe im Kanton Zürich würden nun erfasst. Es handelt sich dabei um echte Marktpreise und nicht um Angebotspreise, wie sie beispielsweise auf Onlineportalen nachzulesen sind, wie er betonte.

Zweite Neuerung ist, dass der ZWEX-Index neu drei Regionen bzw. Subindizes umfasst: «See», worunter die ZKB die teuersten Ortschaften rund um das Zürcher Seebecken zusammenzählt, «Regio» mit den mittelpreisigen, suburbanen Ortschaften im Einzugsgebiet der Stadt Zürich sowie Winterthur sowie «Land» – dazu zählt die Bank die günstigsten Ortschaften in den ländlichen Gebieten des Kantons. Zuvor wurden nur zwei Subindizes erstellt. Aufgrund der breiteren Datenbasis könne man nun die räumlich unterschiedlichen Preisniveaus besser eingrenzen, hiess es.

Im dritten Quartal wurde in der Region «Land» mit +2,7% die grösste Preissteigerung gemessen (+6,2% gegenüber Vorjahr). Teurer wurde Wohneigentum auch in der «See»-Region (+2,2% bzw. +5,9% gg VJ). Eine leichte Abnahme wurde dagegen in der Region «Regio» (-0,1%) gemessen. Hier legten die Preise im Vorjahresvergleich allerdings immer noch am deutlichsten zu (+8,2%).

Marktberuhigung angezeigt 

Nachdem sich die Preisdynamik im Zuge regulatorischer Verschärfungen wie höhere Hürden bei der Eigenheimfinanzierung um die Jahreswende 2013/14 abschwächte, legte sie aufgrund des Zinsrutschs nach der Aufgabe des Wechselkursregimes der SNB (SNBN 3500 -1.63%) zum Euro wieder zu. «Das Preiswachstum im Kanton Zürich legt derzeit einen Zwischenspurt ein», so Meier. «Kurz- bis mittelfristig erwarten wir wieder eine Marktberuhigung.»

Für 2018 rechnet er mit einem Preisrückgang von 0,5%. Ausschlaggebend seien die weiterhin hohe Bautätigkeit, die tendenziell rückläufige Zuwanderung sowie die leicht steigenden Zinsen.

Langfristig – Meier meint damit einen Zeitraum bis 2040 – dürfte aufgrund der aktuellen demografischen Entwicklung wieder vermehrt Wohneigentum auf den Markt kommen, was tendenziell preisdämpfend wirken sollte. Sein Argument: Mit der Babyboomer-Generation, die in den Jahren 2020 bis 2030 in Pension geht, wird eine im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung grosse Verkäufergruppe im Eigenheimmarkt auftreten. Auf der Nachfrageseite jedoch wird die potentielle Käufergruppe – die 35 bis 45-Jährigen – gemessen an der Gesamtbevölkerung abnehmen. «In den kommenden Dekaden wird entsprechend ein grösseres Angebot einer geringeren Nachfrage an Wohneigentum im Kanton Zürich gegenüberstehen», lautet sein Fazit.