Unternehmen / Schweiz

Zschokke und Batigroup fusionieren zu einer Gesellschaft – International wettbewerbsfähig – Aktien halten

Batigroup und Zschokke, die beiden grössten kotierten Schweizer Bauunternehmen, schliessen sich in der neu gegründeten Gesellschaft Implenia mit Sitz in Zürich zusammen. Der neue Branchenleader mit operativen Gesellschaften in Bern, Basel und Zürich erreicht einen Umsatz von 2,7 Mrd. Fr. (vgl. Tabelle) und weist eine Pro-forma-Börsenkapitalisierung von rund 360 Mio. Fr. aus. Der Fusionsantrag wird den beiden am 2. März 2006 stattfindenden Aktionärsversammlungen zum Beschluss vorgeschlagen. Wir empfehlen, die Aktien zu halten und den Schritt zur Implenia zu begleiten.
Die von einer Fairness opinion unterstützte Bewertung ergibt ein Beteiligungsverhältnis an Implenia von 65% für Zschokke und 35% für Batigroup. Das Bezugsverhältnis beträgt eine Zschokke-Aktie für 40 Implenia Namenaktien und eine Batigroup-Aktie für einen Implenia-Titel. Die Gesellschaften zahlen für 2005 die Dividenden einzeln aus. Titelumtausch und Dekotierung erfolgten im Anschluss an die beiden GV. Ausstehend ist auch die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.
Mit Zschokke und Batigroup schliessen sich zwei gesunde Unternehmen zusammen. Beide spüren aber den Margendruck in einem insgesamt stagnierenden Markt, in dem selbst der neue Branchenführer nur einen Marktanteil von 5% halten wird. Die zehn grössten Firmen erreichen mit 7,5 Mrd. Fr. Umsatz nur einen Marktanteil von 18%, was zeigt, wie fragmentiert die Baubranche (80000 Betriebe und über 500000 Beschäftigte) immer noch ist. Die beiden Verwaltungsratspräsidenten, Anton Affentranger von Zschokke und designierter VR-Präsident der Implenia sowie Markus Dennler von Batigroup und künftiger Vizepräsident, nahmen im Juli erste Gespräche auf. Aus einer Position der Stärke heraus haben sie in einem sich für internationale Konkurrenten öffnenden Markt – erfreulicherweise – eine Schweizer Lösung gefunden. Internationaler Druck entstand dabei weniger durch Übernahmeofferten ausländischer Bauunternehmen, sondern durch Grossinvestoren, die verstärkt in die Schweiz drängen und mit ebenbürtigen Partnern zusammenarbeiten wollen. Dass sich die beiden Gruppen so schnell fanden, hat neben den Überkapazitäten auch damit zu tun, dass Batigroup den Auftrag für das Hardturm-Stadion in Zürich an Zschokke verloren hat.
«Vom Baumeister zum Baudienstleister», beschreibt Christian Bubb, Konzernchef von Zschokke, das Geschäftsmodell von Implenia. Einen immer gewichtigeren Anteil am Unternehmsertrag werden dem Bau vor- und nachgelagerte Dienstleistungen haben. Ausgebaut werden sollen vor allem die General- und Totalunternehmertätigkeit, die Immobilienentwicklung und das Portefeuillemanagement. Zschokke Real Estate betreut über 3000 Objekte mit einem Anlagewert von über 20 Mrd. Fr. Implenia weist im Bau- und GU-Bereich 1,56 Mrd. Fr. Umsatz aus, die Karl Steiner Gruppe als Nummer zwei in der Branche erreicht 1 Mrd. Fr.
Bupp rechnet wegen des Zusammenschlusses mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses von 20 bis 22 Mio. Fr. jährlich. Wegen der hohen Komplementarität der beiden Gesellschaften wird die Produktivitätssteigerung mit einer Anpassung der Kapazität von rund 10% erreicht. Der Personalabbau kann kontrolliert über zwei Jahre vorgenommen werden. Wiederkehrende Effekte sind vor allem eine höhere Produktivität (6 Mio. Fr), die Reduktion des Overhead (11 Mio. Fr) und Einsparungen im Einkauf (2 Mio. Fr.). Es fallen einmalige Kosten von 45 Mio. Fr. an. Darin eingeschlossen sind 10 Mio. Fr. Rückstellungen für den Stellenabbau. Vergleichbare Einsparungen wären im Alleingang nicht möglich gewesen.

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