Unternehmen / Immobilien

Zug Estates wächst weiter

Das auf die Region Zug spezialisierte Immobilienunternehmen steigert im ersten Semester Ertrag und Ergebnis. Es profitiert vom Neubewertungserfolg.

(GA/AWP) Zug Estates (ZUGN 1'990.00 -0.5%) hat im ersten Semester dank eines deutlichen Neubewertungserfolgs das Ergebnis kräftig gesteigert. Auch der Liegenschaftenertrag und das Betriebsergebnis liegen deutlich über der Vorjahresperiode. Die Entwicklung des Suurstoffi-Areals in Rotkreuz steht kurz vor dem Abschluss. Der Wertzuwachs des Projekts trug in den vergangenen Jahren regelmässig zum Ergebnis bei (+11,5 Mio. Fr. im ersten Halbjahr).

Inzwischen sind in Rotkreuz 92% des möglichen Volumens fertiggestellt oder in Bau. Für das letzte Gebäude mit 70 Mio. Fr. Investitionsvolumen ist das Gesuch zur Baubewilligung eingereicht, wie CEO Tobias Achermann an einer Telefonkonferenz zum Halbjahresbericht sagte. Im Gartenhochhaus Aglaya sind die Wohnungen zu 93% vermietet oder reserviert. Die ersten Bewohner werden im November einziehen.

Nach 2020 wird die Aufmerksamkeit des Unternehmens dem Zentrumsareal/Metalli in Zug gelten, für das mit der Stadt Zug eine Planungsvereinbarung unterzeichnet wurde. Achermann erwartet den Baubeginn frühestens 2023. Laut früheren Angaben sollen etappiert 300 bis 400 Mio. Fr. investiert werden.

Hoher Neubewertungserfolg

Von Januar bis Juni erwirtschaftete Zug Estates einen 4% höheren Betriebsertrag von 36,7 Mio. Fr. Dabei stieg der Liegenschaftsertrag 6,3% auf 26,7 Mio. Fr. Der Neubewertungserfolg erreichte 11,5 Mio. Fr., was einen Ebit von 32,8 Mio. Fr. ermöglichte. Der Marktwert des Portfolios nahm im ersten Halbjahr 4,7% auf 1,49 Mrd. Fr. zu. Die Betriebsliegenschaften zum Marktwert  eingeschlossen sind es sogar 1,61 Mrd. Fr.

Die Leerstandsziffer erhöhte sich in den ersten sechs Monaten bedingt durch die Fertigstellung zusätzlicher Gewerbeflächen leicht und lag per 30. Juni bei 3,2% nach 2,9% Ende 2018. Vertraglich zugesicherte Mietflächen im Umfang von rund 3000 m² seien in der Leerstandsquote nicht berücksichtigt und würden erst im zweiten Halbjahr in die Berechnung einfliessen. Sowohl in der Suurstoffi als auch im Zentrumsareal in Zug konnten weitere wichtige Entwicklungs- und Vermarktungserfolge erzielt werden.

Der Gewinn erhöhte sich dank des Neubewertungserfolgs 43,5% auf 26,1 Mio. Fr. Ohne Neubewertungen betrug das Ergebnis 15,4 Mio. Fr. und lag damit um 1,4% über dem Vorjahr.

Zug Estates ist mit einer Eigenkaitalquote von 51,6% solide finanziert. Der durchschnittliche Zinssatz auf dem Fremdkapital konnte im ersten Halbjahr weiter auf 1,7% reduziert werden. Eine weitere Senkung liegt gemäss Finanzchef Mirko Käppeli drin, nicht zuletzt weil eine grössere Festhypothek zur Verlängerung anstehe.

Prognose wird bestätigt

CEO Achermann bleibt zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf. Er geht weiterhin von einer markanten Steigerung des Betriebsergebnisses vor Abschreibung und Neubewertung aus. Grund dazu bildet der zu erwartende Mitteleinfluss aus dem Verkauf der Wohnungen im Aglaya-Hochhaus. Das Ergebnis ohne Neubewertungserfolg wird wiederum über Vorjahr erwartet.

Im Geschäftsbereich Immobilien rechnet Zug Estates mit steigenden Mieteinnahmen. Gleichzeitig werde sich auch der Liegenschaftenaufwand aufgrund weiterer Sanierungsarbeiten in der Metalli und den ersten Unterhaltsarbeiten in der Suurstoffi erhöhen. Im Segment Hotel & Gastronomie rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz und Bruttoertrag leicht unter Vorjahresniveau. Bisher war eine stabile Entwicklung angepeilt worden.

Wer in Zug Estates investiert, macht dies nicht wegen der Dividendenrendite. Sie liegt mit 2,3% unter dem Branchendurchschnitt, auch nachdem das  Unternehmen eine grosszügigere Dividendenpolitik genehmigt hat. Als Immobilienentwickler zieht es Zug Estates vor, die erarbeiteten Mittel zu reinvestieren. Langfristig hat das Unternehmen gute Karten, was die Kursentwicklung der letzten Monate unterstreicht. Die geringe Handelsliquidität ist allerdings ein Handicap.

Die komplette Historie zu Zug Estates finden Sie hier. »