Unternehmen / Gesundheit

Zur Rose bekommt Gegenwind

Die Aktien der Versandapotheke geben am Montag wegen heftigen Widerstands gegen die Einführung des E-Rezepts kräftig nach.

(AWP) Die Aktien der Online-Apotheke Zur Rose (ROSE 75.75 +5.72%) geben am Montag deutlich nach. Nachdem das deutsche Brachen-Magazin «Apotheke Adhoc» kürzlich einen festen Fahrplan zur Einführung des E-Rezepts in Deutschland publizierte, berichtet das Magazin nun von heftigem Widerstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gegen das Vorhaben.

Zur Rose verlieren bis um 13.05 Uhr 9,2% auf 105,90 Fr. während der Gesamtmarkt (SPI (SXGE 13'879.13 +0.32%)) 0,1% im Plus steht. Dabei hatte die Hoffnung auf einen genauen Fahrplan zum E-Rezept der arg gebeutelten Aktie in der letzten Woche wieder etwas Auftrieb gegeben.

Die für die Einführung des E-Rezepts zuständige Gesellschaft Gematik wollte eigentlich am 30. Mai über einen Zeitplan abstimmen. Demnach soll für alle Apotheken das E-Rezept ab September 2022 verpflichtend eingeführt werden. Für Ärzte und Zahnärzte soll die Einführung dagegen stufenweise erfolgen und erst ab Februar 2023 in allen deutschen Bundesländer gelten.

Ärzte und weitere Leistungserbringer stellen sich gemäss dem heute publizierten Branchenbericht den Plänen von Gematik entgegen. Die KBV habe auf das geplante Vorgehen «äusserst irritiert und mit grossem Unverständnis» reagiert und in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geschrieben: «Die Praxistauglichkeit des E-Rezepts in den Testvorhaben ist bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht nachgewiesen.»

Gematik gehe von der Fiktion aus, dass mit 30’000 ausgegeben E-Rezepten in der Testphase ohne weiteres zur deutschlandweiten Einführung übergegangen und jährlich 750 Mio. Rezepte digitalisieren werden könnten. Dies sei erkennbar zum Scheitern verurteilt. Auch beim E-Rezept gelte der Anspruch, «dass Prozesse, die heute funktionieren, nur dann durch andere Prozesse abgelöst werden können, wenn diese nachweislich ebenfalls reibungslos funktionieren».

Der Verband fordert nun die deutschen Minister und das Bundesgesundheitsministerium dazu auf, den Plänen Einhalt zu gebieten. Nachdem es also plötzlich einen klaren Fahrplan zum für Zur Rose so wichtigen E-Rezept zu geben schien, scheint dieser nun wieder stark in Frage gestellt. Für Zur Rose scheint die Leidenszeit als weiter kein absehbares Ende zu finden.

Ursprünglich hätte das E-Rezept bereits zu Beginn des laufenden Jahres kommen sollen. Zur Rose versprach sich dadurch mittelfristig eine Verdoppelung des Umsatzes auf 4 Mrd. Fr. und der Aktienkurs erreichte im Februar 2021 aufgrund der hohen Erwartungen Kurse bei über 500 Fr. Diese Werte erscheinen nun noch wie ein ferner Traum.

Die komplette Historie zu Zur Rose finden Sie hier. »

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