Unternehmen / Gesundheit

Rabattverbot in Deutschland lastet auf Zur Rose

Das Umfeld wird für die Versandapotheke rauer. Ein neues Gesetz schützt stationäre Apotheken vor der Konkurrenz im Internet.

(AWP) Zur Rose (ROSE 91.4 -0.76%) weht in Deutschland eine steife regulatorische Brise entgegen. So will die Bundesregierung Apotheken vor Ort stärken und besser vor der Konkurrenz im Internet schützen. Unter anderem dürfen Online-Apotheken aus dem Ausland bei verschreibungspflichtigen Medikamenten für gesetzlich Versicherte keine Rabatte mehr anbieten.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein entsprechendes Gesetz und eine Verordnung auf den Weg gebracht. Zur Rose ist davon stark betroffen. Deutschland ist für die Versandapotheke der wichtigste Absatzmarkt und gemäss früheren Angaben liegt der Marktanteil der Tochtergesellschaft «Doc Morris» bei verschreibungspflichtigen Medikamenten bei rund 40%.

Apotheke als «Stück Heimat»

«Die Apotheke vor Ort ist für viele Menschen ein Stück Heimat – und eine wichtige Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten», sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch. Die Neuregelungen sehen vor, dass Apotheken künftig auch Grippeschutzimpfungen anbieten dürfen. Das soll aber zuerst in regionalen Modellprojekten ausprobiert werden. Ausserdem sollen chronisch Kranke sich in Zukunft mit einem Rezept bis zu drei Mal ihr Arzneimittel in der Apotheke abholen können.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) begrüsste die Reform. Darin würden Vorschläge der Apothekerschaft aufgegriffen, die man schon vor vielen Jahren gemacht habe, die zu einer wesentlichen Verbesserung der Situation der Patientinnen und Patienten führen könnten, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt in einem Videostatement bei Youtube.

Bei Zur Rose war für eine Stellungnahme bislang noch niemand erreichbar.

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