Unternehmen / Gesundheit

Zur Rose gewinnt etwas an Schwung

Die Versandapotheke ist im dritten Quartal kräftig gewachsen. Sie bestätigt die Umsatzprognose.

(AWP/AS) Die Versandapotheke Zur Rose (ROSE 110.6 -4.66%) hat im dritten Jahresviertel an Dynamik gewonnen. Für das Gesamtjahr erwartet die Gruppe inklusive der deutschen Medpex weiterhin einen Umsatz von 1,6 Mrd. Fr.

Der Umsatz stieg über die ersten neun Monate 12,5% auf genau 1 Mrd. Fr., wie Zur Rose am Mittwoch mitteilte. Inklusive der noch nicht konsolidierten Medpex ist es eine Zunahme von 30% auf 1,16 Mrd. Fr. Gewinnzahlen präsentierte Zur Rose keine.

Damit gewann die Versandapotheke im dritten Quartal an Schwung. Während im ersten Semester der Umsatz 9,9% und in Lokalwährungen 11,5% gestiegen war, lag das Wachstum im dritten Jahresviertel bei 15,9 bzw. 18,4%. Inklusive Medpex betrug das Wachstum im dritten Quartal 35%. Im ersten Halbjahr waren es 28% gewesen.

Mit E-Rezept in Deutschland auf Kurs

Der grösste Wachstumsschub kam erneut aus der grössten Region, Deutschland. Inklusive Medpex kletterte hier der Umsatz 45% auf 721 Mio. Fr. In der Schweiz stiegen die Verkäufe 5% auf 409 Mio. Fr.

Auf Kurs sieht sich die Gruppe auch mit Blick auf die bevorstehende Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland. Man treibe verschiedene Pilotprojekte voran. Die Tochter DocMorris habe im Oktober eine Kooperation mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft abgeschlossen, heisst es im Communiqué.

Der grösste Konkurrent, die im SDAX kotierte Shop Apotheke (SAE 44 -1.23%), wächst derzeit ähnlich rasch. Sie hatte vor zwei Wochen einen 31% höheren Umsatz von 509 Mio. € bekanntgegeben. Dabei bestätigte sie die Jahresprognose eines Umsatzes von 700 Mio. € (+30%).

Gruppenleitung wird verstärkt

Zur Rose wird zudem die Gruppenleitung erweitern. In Zukunft wird Betül Susamis Unaran die neue geschaffene Stelle «Chief Strategy and Digital Officer» übernehmen. Zuletzt war sie für die digitale Agenda von Novartis (NOVN 82.06 -3.52%) Pharmaceuticals verantwortlich.

Sie wird den am 1. November zur Zur Rose-Gruppe stossen und ab den 1. Mai 2020 der Gruppenleitung angehören. CEO Walter Oberhänsli sieht darin eine «wichtige Verstärkung im Hinblick auf künftige Herausforderungen sowie die geografische Expansion».

Umsatzprognose bestätigt

Für das Gesamtjahr geht Zur Rose inklusive Medpex weiterhin von einen Umsatz von 1,6 Mrd. Fr. aus, was einem Wachstum von 30% entspricht. Zum operativen Gewinn auf Stufe Ebitda machte die Gruppe im Communiqué keine Angaben.

Bei den Halbjahreszahlen hatte sich die Gruppe etwas zurückhaltender gezeigt als davor. So wurde damals nur noch eine Ebitda-Marge von «mindestens» -1% wie im Vorjahr in Aussicht gestellt. Zuvor ging die Gruppe noch von einem ausgeglichenen Ergebnis aus.

Bestätigt wurden auch die Mittelfristziele bis 2022. Demnach will Zur Rose einen Umsatz von rund 2,5 Mrd. Fr. erzielen, was im Vergleich mit 2018 eine Verdoppelung bedeuten würde. Die Ebitda-Marge soll bis dann 5 bis 6% erreichen.

Die deutlich niedriger als vor Jahresfrist gehandelten Aktien notierten im Morgenhandel am Mittwoch etwas fester auf 87.60 (Hoch/Tief 2019: 105.80/82.80) Fr. Einen Gewinn auf Jahresbasis wird Zur Rose voraussichtlich nicht vor 2022 schreiben.

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