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Zur-Rose-Grossaktionärin wegen Bankfehler ohne Zuteilung

Die Hausbank von KWE Beteiligungen hat geschlampt und wohl den Preis der Kapitalerhöhung von Zur Rose beeinflusst. Dem Vernehmen nach handelt es sich um Credit Suisse.

Die Kapitalerhöhung des Versandapothekers Zur Rose (ROSE 94.6 1.5%) in der letzten Woche hat wegen des tiefen Zuteilungspreises bereits für Aufregung gesorgt. Jetzt stellt sich heraus, dass Grossaktionärin KWE Beteiligungen mit einem Anteil von 14,5% wegen eines Fehlers der Hausbank keine Aktien erhalten hat.

Der Auftrag zur Ausübung der Bezugsrechte sei bei der Bank eingereicht und sogar schriftlich bestätigt worden, heisst es in einer Mitteilung von Zur Rose am Montagmorgen. Jedoch sei der Auftrag «versehentlich nicht an die mit der Kapitalerhöhung beauftragten Banken übermittelt worden». Um welche Bank es sich handelt, geht nicht aus der Mitteilung hervor. Dem Vernehmen nach handelt sich dabei um Credit Suisse (CSGN 11.035 0.05%). Die Bank teilte auf FuW-Anfrage mit, dass sie sich zu bestehenden oder möglichen Kundenbeziehungen nicht äussert.

Die Panne ist für Zur Rose ein empfindlicher Imageschaden, weil viele Anleger und Beobachter sich gewundert hatten, warum nur so wenige Altaktionäre ihre Bezugsrechte wahrgenommen hatten. Es geht um viel, denn die Ausübung der Bezugsrechte durch die Grossaktionärin KWE hätte eine zusätzliche Nachfrage nach rund 386’000 neuen Aktien zur Folge gehabt. Insgesamt wurden in der Kapitalerhöhung, die 200 Mio. Fr. einbringen sollte, 2,15 Mio. Titel ausgegeben.

Wegen des Fehlers der KWE-Hausbank sind nun mehr Aktien in das Bookbuilding-Verfahren geflossen. Das wiederum hat möglicherweise die Preisfindung im Verfahren beeinflusst. Zur Rose wählte für die Kapitalerhöhung ein zweistufiges Verfahren, wobei die nicht ausgeübten Bezugsrechte verfielen. Die nicht abgerufenen Aktien wurden in einem beschleunigten Bookbuilding zugeteilt, wobei dieses Bookbuilding den Ausgabepreis der Valoren bestimmte.

Die Preisfindung fand letzte Woche am Mittwoch nach Börsenschluss statt. Ermittelt wurde ein Preis von 93 Fr., was einem Abschlag von rund 11% zum letzten Schlusskurs entsprach. Die Platzierung wurde von den Banken UBS (UBSG 12.295 -0.69%) und Morgan Stanley (MS 40.62 -0.22%) durchgeführt.

Die Zur-Rose-Grossaktionärin KWE hielt vor der Kapitalerhöhung 14,5%. Im Vorfeld hatte Vanessa Frey, die Vertreterin der Familie, die hinter KWE steht, gegenüber «Finanz und Wirtschaft» erklärt: «Wir haben uns entschieden, an der Kapitalerhöhung zu partizipieren und alle unsere Bezugsrechte auszuüben.»

Nun sucht KWE Beteiligungen nach einer raschen Lösung mit der Hausbank. Falls KWE auf die Aktien besteht, bleibt der Hausbank wohl nichts anderes übrig, als sie im Markt zu besorgen.

Auf die Lieferung der neuen Zur-Rose-Titel sowie den Bezugspreis hat dies keinen Einfluss mehr.

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