Unternehmen / Gesundheit

Zur Rose gewinnt mehr Vertrauen

Das hohe Wachstum der Versandapotheke ist breit abgestützt. Die Prognosen sind erreicht worden, auf Stufe Ebitda allerdings am unteren Ende.

Die Versandapotheke Zur Rose (ROSE 125.6 8.09%) ist 2019 wie geplant vorangekommen. Zum hohen Wachstum trugen vor allem Übernahmen in Deutschland bei.

Der Umsatz stieg 12,4% auf 1,36 Mrd. Fr. Unter Berücksichtigung der Übernahme von Medpex nahm er 30% auf knapp 1,6 Mrd. Fr. zu, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Wachstum gar 33%.

Hohes Plus in Deutschland

Im mittlerweile mit Abstand grössten Markt Deutschland kletterte der Umsatz in Lokalwährung und inklusive Medpex gut 50% auf 976 Mio. €. Im Rahmen der Integration von Apo-rot seien verschiedene Aktivitäten per Ende Jahr am Standort Heerlen plangemäss gebündelt worden. Synergien sollten sich im laufenden Jahr günstig auswirken.

Im Heimmarkt Schweiz nahm der Umsatz 5,2% auf 554 Mio. Fr. zu. Das grössere Geschäft mit der Belieferung von Ärzten (B2B) wuchs mit einem Umsatzplus von 7,6% mehr als das Geschäft mit Endkonsumenten (B2C). Im laufenden Jahr soll die Zusammenarbeit mit der Migros-Tochter Medbase intensiviert werden. Geplant ist die Eröffnung zusätzlicher Shop-in-Shop-Apotheken unter dem Namen Zur Rose.

In noch kleinen Segment «Übriges Europa», das das Marktplatzgeschäft in Spanien und Frankreich umfasst, stieg der Umsatz 48% auf 39 Mio. Fr. Gemäss einem Analystenbericht von Baader Helvea hat Zur Rose die für 2020 geplante Expansion nach Italien verschoben.

Ziele bestätigt

Auf Gewinnebene rechnet sie für 2019 weiterhin mit einer Ebitda-Marge von 0 bis –1%, wobei das Ergebnis eher «am unteren Ende» ausfallen werde. Diese Prognose für das operative Ergebnis versteht sich unter Berücksichtigung von Sonderkosten. Mit den Zahlen hat Zur Rose die Erwartungen der Analysten erfüllt.

Die Mittelfristziele bis 2022 gelten weiterhin. Demnach will die Gruppe einen Umsatz von 2,5 Mrd. Fr. erreichen, doppelt so viel wie 2018. Die Ebitda-Marge soll 5 bis 6% betragen.

Die definitiven Zahlen für 2019 sowie einen Ausblick wird Zur Rose am 19. März präsentieren. Gemäss früheren Aussagen rechnet sie mit einem günstigen Impuls aus der Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland, allerdings erst für die zweite Jahreshälfte. Einen Gewinn unter dem Strich wird die Gruppe als Ganzes voraussichtlich erst 2021 schreiben.

Die Aktien sind seit Anfang Dezember 35% gestiegen und notieren nun so hoch wie seit Herbst 2018 nicht mehr. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis hat sich von 0,5 auf 0,7 ausgeweitet. Das liegt immer noch unter dem Wert des deutschen Konkurrenten Shop Apotheke (SAE 50 0%) (0,85). Für Neuengagements auf diesem Niveau benötigen risikofreudige Anleger so oder so einen langen Atem.

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