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Zurich Insurance will wieder nach vorn

Der Versicherer zeigt am Donnerstag mit den Quartalszahlen, wie weit die Sanierung der leckgeschlagenen Schadenversicherung bereits gefruchtet hat.

Der Versicherer Zurich Insurance (ZURN 339 0.41%) hat nach zuletzt enttäuschenden Leistungswerten bei den Aktionären etwas gutzumachen. Am 12. Mai wird er mit den Quartalszahlen auch erste Erfolge der Sanierung vorweisen, die nach der Gewinnhalbierung 2015 notwendig geworden ist.

Mit der Wende im Kerngeschäft ist bereits im September der bewährte Manager Kristof Terryn beauftragt worden. Als neuer Zuständiger für die Hauptsparte Schadenversicherung hat er rigorosere Bedingungen für den Abschluss neuer Kontrakte durchgesetzt. 

Prioritäten von CEO Mario Greco

Der im März als neuer Unternehmenschef eingesetzte Mario Greco wird die Präsentation der Zwischenzahlen seinen Geschäftsleitungskollegen überlassen. Er arbeitet mit Hochdruck an der Geschäftsstrategie für den Zielzeitraum 2017 bis 2020. Priorität habe, die Zurich-Gruppe in klarer und verständlicher Weise von den Wettbewerbern abzuheben, versprach er den Aktionären an der Generalversammlung Ende März.

Ohne Zweifel wird das Startviertel dieses Jahres besser als die beiden zurückliegenden Quartale ausgefallen sein, aber dennoch nicht an das gute Vergleichsquartal 2015 heranreichen. Die Sanierung der Schadensparte wird nicht ohne Auswirkungen auf das Geschäftsvolumen geblieben sein. Da defizitäre Kontrakte auszumerzen waren, hat der Konzern Umsatz eingebüsst.

Vom Renditeziel noch entfernt

Als verlässliche Ertragsquellen haben die Sparte Lebensversicherung sowie der Geschäftsführungsvertrag für die US-Versicherungsgenossenschaft Farmers Exchanges das Quartalsergebnis gestützt. Insgesamt wird sich die Eigenkapitalrendite vom ungenügenden Ganzjahreswert 2015 von 6,4% klar abheben, doch das Renditeziel von 12% ist vermutlich deutlich verpasst worden.

Die Finanzanalysten halten für das Gesamtjahr 2016 einen Überschuss im Bereich von 20 bis 24 Fr. je Aktie für realistisch, womit beinahe der Wert des soliden Geschäftsjahres 2014 erreicht wäre. Als Dividende werden zumeist 17 Fr. erwartet, womit das seit sieben Jahren gehaltene Niveau weitergeführt würde. Manche Analysten sind vorsichtiger und setzen Erwartungswerte ab 13 Fr. ein.

Kapitalstärke nicht mehr übersolid

Die Höhe der künftigen Ausschüttung wird von der Kapital- und Wachstumsstrategie abhängen, die Konzernchef Mario Greco spätestens an der Investorentagung im November vorstellen wird. Die Zurich-Gruppe ist nach der rund 1 Mrd. $ teuren Akquisition des US-Ernteversicherers RCIS nicht mehr deutlich überkapitalisiert – auch, weil die diesjährige Korrektur am Finanzmarkt nicht nur die Aktienbörsen drückte, sondern auch Anleihen niedrig benoteter Emittenten in Mitleidenschaft zog.

Die Zurich-Aktien notieren auf Höhe des Buchwerts. Gemessen an historischen Werten sind sie günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 ist vergleichbar mit dem der Titel des deutschen Konkurrenten Allianz (ALV 200.2 -0.35%). Eine Outperformance wird greifbar, sofern in den kommenden Quartalen erkennbar wird, dass die Sanierung des Kerngeschäfts zunehmend günstige Effekte zeitigt.

Die komplette Historie zu Zurich Insurance finden Sie hier. »

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