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Zwei Jahre Frankenmindestkurs

Ein Überblick in Grafiken.

Andreas Neinhaus

Am 6. September 2011 sah die Schweizerische Nationalbank ein, dass alle herkömmlichen Interventionen, um die Aufwertung des Frankens zu bremsen, keinen Erfolg hatten, und versuchte etwas Neues: Sie beschloss, dass fortan kein Eurowechselkurs unter 1.20 Fr. mehr von ihr akzeptiert werde. Um den Mindestkurs durchzusetzen, versprach sie, wenn es sein müsse, unbeschränkt am Devisenmarkt zu intervenieren.

Die Untergrenze hält bis heute. Um ihn durchzusetzen, pumpte die Nationalbank riesige Mengen Liquidität ins System. Am Geldmarkt fielen die Zinsen umgehend auf null, teilweise sogar darunter. Die Anleihenrenditen erreichten Rekordtiefs.

Die Nationalbank wendet sich zwar direkt gegen den Eurowechselkurs. Aber der Franken wertete sich im Sommer auch gegenüber anderen Währungen massiv auf, beispielsweise dem Dollar und dem Pfund.

Letztlich ist es der SNB (SNBN 5490 -0.54%) gelungen, den Franken gegenüber den wichtigsten Partnerwährungen zu stabilisieren. Dazu war es allerdings erforderlich, im Inland massiv Geld zu schöpfen.

Am Devisenmarkt ist der Mindestkurs akzeptiert. Gegenwärtig geht niemand mehr davon aus, dass die Untergrenze nicht halten wird. Seit diesem Jahr scheint der Markt sogar eine zweite Untergrenze für den Wechselkurs zu beachten: die 200-Tage-Durchschnittslinie.

Der Franken bleibt hoch bewertet. Ökonomen veranschlagen den fairen Wert auf 1.35 bis 1.38 Fr./€. Dass der Euro bei seiner Einführung zu 1.60 Fr./€ gehandelt wurde, scheint aus heutiger Perspektive unfassbar.

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