Die am stärksten globalisierten Länder sind eher klein und europäisch. Das liegt an ihrer engen Verflechtung mit den Nachbarstaaten. Gemessen am aktuellen Index der Kof Konjunkturforschungsstelle der ETH, der sich auf Daten von 2015 stützt, liegt die Schweiz hinter den Niederlanden an zweiter Stelle. Auch die grossen europäischen Staaten Frankreich (7.) und Deutschland (8.) gehören zu den Top Ten. Das erste nichteuropäische Land sind die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf Platz 11. Das Vereinigte Königreich liegt auf Rang 17; nach dem Vollzug des Brexit dürfte der Globalisierungsgrad sinken. Erhoben wird die ökonomische, soziale und politische Globalisierung, nach insgesamt 42 gewichteten Variablen, darunter Handels- und Finanzflüsse, Tourismusströme und Migration, Informationsflüsse und Mitgliedschaft in internationalen Organisationen. Die Skala reicht von 1 bis 100. Die USA mit ihrem riesigen Binnenmarkt finden sich erst auf Rang 23 (nur nach ökonomischen Kriterien betrachtet sogar auf Rang 63). China, Brasilien und Indien sind noch deutlich loser mit der Welt verbunden. Ganz am Schluss findet sich das isolierte Eritrea. Die Korrelation von hohem Globalisierungsrad und Wohlstand ist augenfällig. 2015 war gemäss der Kof-Erhebung die Globalisierung erstmals seit 1975 rückläufig, vor allem ökonomisch. Die Abflachung dürfte sich 2016 und 2017 fortgesetzt haben.