Zum Thema: Börse nimmt vor Berichtsaison Tempo weg

Zwei Wechselkurseffekte

Der harte Franken macht Schweizer Unternehmen das Leben schwer. Um die Wirkung von Wechselkursbewegungen zu beschreiben, wird zwischen dem Translations- und dem Transaktionseffekt unterschieden.

Der harte Franken macht Schweizer Unternehmen das Leben schwer. Um die Wirkung von Wechselkursbewegungen zu beschreiben, wird zwischen dem Translations- und dem Transaktionseffekt unterschieden. Weil Letzterer die Marge beeinflusst, ist er gefährlicher und wichtiger.

Der Transaktionseffekt wirkt, wenn Kosten und Einnahmen einer Gesellschaft in verschiedenen Währungen anfallen. In einer solchen Struktur verändern Wechselkursverschiebungen das Aufwand-Ertrags-Gefüge und schlagen so direkt auf die Marge durch.

Fallen die Herstellungskosten in Franken an und wird das Produkt im Ausland in lokaler Währung (und zu unverändertem Preis) verkauft, führt ein Erstarken des Frankens zu einer Belastung und umgekehrt. Im Aufwertungsfall bleibt der Verkaufserlös im Ausland in lokaler Währung zwar gleich. Der Lokalwährungswert des Produkts selbst nimmt aber zu, sodass die Marge sinkt.

Der Translationseffekt ist im Vergleich zum Transaktionseffekt harmloser. Er entsteht aus der Umrechnung (Translation) von Einzelabschlüssen in lokaler Währung, etwa von Auslandgesellschaften, in die Berichtswährung Franken. Wechselkursverschiebungen wirken sich zwar auch hier direkt auf die Höhe von Positionen im Abschluss aus. Tendiert der Franken fester, resultiert aus der Umrechnung eines Betrags in Auslandwährung ein niedrigerer Frankenwert als zuvor und umgekehrt. Weil die einzelnen Positionen proportional gleich betroffen sind, bleibt hier die Marge unberührt.

Ein Unternehmen ist in der Regel beiden Effekten ausgesetzt. Der Transaktionseffekt wird aber umso geringer, je besser es sich natürlich absichert respektive je ausgeglichener die Kosten- und Einnahmenströme aus Währungssicht sind. Ein solches Natural Hedging erreicht es, indem es im Währungsraum der Nachfrage produziert oder indem es für die Fertigung zu Hause Ausgangsmaterialien aus dem Ausland (dem fraglichen Währungsraum) bezieht.

Eine Gesellschaft kann zudem versuchen, ihre Rechnungen auch im Ausland in Franken auszustellen. Um sich vor dem Einfluss schwankungsanfälliger Schwellenlandwährungen zu schützen, wird in den fraglichen Ländern oft auch versucht, ein sogenanntes Dollar-Pricing durchzusetzen. Dabei werden die Rechnungen zwar jeweils in lokaler Währung geschrieben, doch basiert der Rechnungsbetrag auf einem in Dollar festgelegten Preis. So reduziert sich das Währungsrisiko auf ein Dollarrisiko.