Rettung von Credit SuisseEthos droht mit rechtlichen Schritten
Der Schweizer Pensionskassenvertreter Ethos prüft rechtliche Schritte in Zusammenhang mit der Übernahme von CS durch UBS.

Der Schweizer Pensionskassenvertreter Ethos prüft rechtliche Schritte in Zusammenhang mit der Übernahme der in Schieflage geratenen Credit Suisse durch den grösseren Rivalen UBS. Die Ethos Stiftung sprach in einer am Montag veröffentlichten Einschätzung von einem in der Geschichte des Schweizer Finanzplatzes «beispiellosen Scheitern». «In den nächsten Tagen werden alle Optionen, auch juristische, geprüft, um die Verantwortlichkeiten für dieses Debakel zu klären.»
Ethos bedauere, dass strategische Optionen wie die Abspaltung und der Börsengang des Schweizer Geschäfts der Credit Suisse nicht weiterverfolgt worden seien, als dies noch möglich gewesen sei. Die Schweizer Behörden sollten die UBS auffordern, längerfristig die Abspaltung der Schweizer Sparte der Credit Suisse vom Rest der UBS-Gruppe sowie einen Börsengang zu prüfen. Damit würden Arbeitsplätze gesichert und ein gesunder Wettbewerb aufrechterhalten.
Auch Experten rechnen mit Rechtsstreitigkeiten. «Dieser Deal wird zwangsläufig juristischen und politischen Widerstand hervorrufen», erklärte Octavio Marenzi, Chef der Finanzberatung Opimas. Die Schweizer Regierung habe von Notstandsbefugnissen Gebrauch gemacht, um den Zusammenschluss durchzusetzen. «Eine rechtliche Anfechtung durch die Aktionäre der Credit Suisse, die ihr Eigentum als widerrechtlich beschlagnahmt sehen, ist garantiert.»
Auch Rechtsprofessor Peter V. Kunz rechnet mit Klagen gegen den Schweizer Staat, wie er der Boulevardzeitung «Blick» sagte. Es sei eine völlig aussergesetzliche Regelung, dass die Credit-Suisse-Aktionäre zu dem Deal nicht gefragt werden. Die Anleger seien weitgehend enteignet worden. Möglich sei etwa, dass der mit 10% grösste CS-Aktionär, die Saudi National Bank, die Eidgenossenschaft verklage.
REUTERS
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