Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Mittwoch kaum verändert geschlossen. Die vom US-Kongress abgesegnete Steuerreform entfaltete praktisch keine Kurswirkung. Auch die besser als erwartet ausgefallenen Daten vom Häusermarkt vermochten die Börsen nicht zu beflügeln.

Der Dow Jones Industrial sank 0,1% auf 24’726,65. Der marktbreite S&P 500 gab ebenfalls 0,1% an Terrain preis und schloss bei 2679,25. Der technologielastige Nasdaq Composite notierte zum Handelsende beinahe unverändert auf 6960,96.

Unter den Einzelwerten ragten die Valoren von FedEx mit einer Avance von 3,5% hervor. Der Paketdienst hatte seine Gewinnprognose nach einem erfreulichen zweiten Geschäftsquartal angehoben.

Asien

Auch die asiatischen Börsen zeigten zumeist keine grösseren Kursausschläge. Der MSCI Asia Pacific tendierte mit einem leichten Minus von 0,1%.

Am japanischen Aktienmarkt notierten die wichtigen Indizes Nikkei 225 und Topix nahe dem Vortagesstand. Die Notenbank BoJ hatte am letzten Treffen des Jahres 2017 beschlossen, die monetären Stimuli unverändert zu lassen.

Der Hang Seng in Hongkong sowie der chinesische Festlandaktienindex Shanghai Composite verzeichneten moderate Gewinne von 0,5%. Das australische Leitbarometer S&P/ASX 200 büsste dagegen 0,3% ein.


News Vorbörse Schweiz

Schweizer Börse: Die EU-Kommission will den Schweizer Handelsplatz heute als mit der EU-Regulierung kompatibel anerkennen. Allerdings wird sie diese Äquivalenz auf ein Jahr beschränken. Damit will die Kommission Fortschritte beim Rahmenabkommen mit der Schweiz forcieren. Der Bundesrat behält sich Gegenmassnahmen vor.

SNB: Die Schweizerische Nationalbank übernimmt von der kanadischen Fortress Paper 90% an der Landqart AG. Der Kaufpreis beträgt 21,5 Mio. Fr. Landqart ist an der Herstellung Schweizer Banknoten beteiligt. Die restlichen 10% übernimmt die Orell Füssli (OFN 87.5 0%) Holding. (Lesen Sie hier mehr)

UBS: Gegen die Grossbank UBS (UBSG 14.15 0.14%) wurde nach einem Bericht der «Handelszeitung» Strafanzeige wegen Geldwäsche im Kanton Zug gestellt. Die Anzeige habe eine Stiftung eingereicht, die rund 300 mutmasslich Geschädigte im Fall der konkursiten Zuger Pharmafirma Amvac vertritt. (Lesen Sie hier mehr)

Implenia: Das Bauunternehmen Implenia (IMPN 57.55 -1.62%) wurde zusammen mit elf Konkurrenten von der Wettbewerbskommission gebüsst. Wegen Preisabsprachen bei Bauaufträgen im Engadin müssen die Unternehmen 1 Mio. Fr. Strafe zahlen.

Roche I: Der Pharmakonzern Roche (ROG 236 -1.89%) erhält von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde die Zulassung für Perjeta. Das Medikament kommt bei der Behandlung von Brustkrebs zum Einsatz.

Roche II: Der Pharmakonzern Roche erhält von der EU-Kommission die Zulassung für Alecensa. Das Medikament kommt bei der Behandlung von Lungenkrebs zum Einsatz.

Sulzer: Der Industriekonzern Sulzer (SUN 106 -1.49%) übernimmt JWC Environmental LLC. Das US-amerikanische Unternehmen ist in der Abwasserbehandlung tätig, hat einen Wert von 215 Mio. $ und wird 2017 voraussichtlich 82 Mio. $ Umsatz machen. (Lesen Sie hier mehr)

Lastminute.com: Der Online-Reiseanbieter Lastminute.com (LMN 16.3 -2.4%) übernimmt die Comvel GmbH für 12 Mio. €. Das deutsche Unternehmen, bisher im Besitz des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 (PSM 21.07 -1.45%), unterhält das Reiseportal Weg.de. In Deutschland solle sich so der Umsatz um 17 Mio. auf 37 Mio. € steigern.


Ausblick Zinsen und Devisen

Was passiert, wenn die expansive Geldpolitik 2018 ausläuft? Brechen die Anleihenmärkte ein? Früher litten Anleihen entweder unter einem plötzlichen Inflationsanstieg oder einer Straffung der Geldpolitik, weiss Nicolas Forest, Leiter Anleihenmanagement bei Candriam. So sei es 1995, 1999, 2004 und 2010 gewesen, als mindestens eine der beiden Bedingungen erfüllt gewesen sei. «2013, als sich die Inflation in Grenzen hielt, hat zweifellos eine Straffung der Geldpolitik den Kurseinbruch ausgelöst», so Forest.

Heute dürfte «eine massvolle Straffung der Geldpolitik bei niedriger Inflation nicht zu einem Einbruch der Anleihenmärkte führen, doch die Notenbanken werden die Liquidität zweifellos verringern», sagt Forest voraus. Für 2018 werden in den USA zwei bis drei weitere Leitzinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte erwartet. Die US-Zinskurve dürfte mit den Anhebungen am kurzen Ende also flacher werden.

Mit der US-Steuerreform könnten sich auch die Inflations- und die Wachstumsdynamik ändern. Inflationsindexierte Anleihen könnten dann attraktiver werden, meint Forest. Die erste Leitzinserhöhung in der Eurozone erwartet der Anleihenmanager für die zweite Jahreshälfte 2019. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe könnte aber schon im kommenden Jahr 0,9% steigen. Diese Titel sollten Anleger untergewichten.

Anleihen aus der Europeripherie dürften dagegen von besseren Fundamentaldaten und attraktiven Bewertungen profitieren. Hier sieht Forest für 2018 «interessante Ertragschancen». Der Euro ist für ihn «der neue sichere Hafen», und er veranschlagt den fairen Wert auf 1.25 $/€. Angesichts des fortgeschrittenen Kreditzyklus, fallender Risikoprämien und geringerer Liquiditätszufuhr durch die Notenbanken rät er Anlegern zu einer «konservativen Positionierung in Unternehmensanleihen».