Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Die US-Aktien haben am Mittwoch – zum ersten Mal im neuen Jahr – leicht korrigiert, wenn auch nur marginal. Nach einem schwächeren Start haben sich die Kurse im Tagesverlauf allerdings etwas erholt. Die drei wichtigsten Indizes gaben alle rund 0,1% nach. Zum Schluss notierte der Dow Jones Industrial auf 25’369,1. Der S&P 500 schloss auf 2748,2 und der Nasdaq Composite auf 7153,6.

Unbestätigte Berichte, China könnte seine US-Anleihenkäufe reduzieren oder sogar ganz beenden, verunsicherten die Marktteilnehmer zunächst. Sorgen machten sich breit, der US-Anleihenmarkt könnte in Turbulenzen geraten. Die Bondrenditen erhöhten sich am Donnerstag leicht.

General Electric profitierten weiter von Konjunkturoptimismus und führten die Gewinnerliste mit +2% auf 18.93 $ an. Intel waren wie in den vergangenen Sitzungen schwach und verloren 2,6%. Im Nasdaq 100 waren eBay die grössten Verlierer, sie gaben 4,6% nach.

Seltsame Blüten treibt weiterhin das Thema Blockchain. Die auf der CES vorgestellten Pläne des Ex-Fotoriesen Kodak, über ein ICO eine fotozentrierte Kryptowährung (Kodakcoin) einzuführen, trieben den Kurs nach +120% am Vortag weitere 56% nach oben. Kodak (KODK 3.65 -3.95%) will auch ins Bitcoin-Mining-Geschäft einsteigen.

Asien

Die asiatischen Aktienmärkte tendierten am Donnerstag uneinheitlich. Der Nikkei 225 verlor 0,3%. Auch hier machten sich langsam Sorgen breit, steigende Renditen am Bondmarkt könnten die Fantasie für Aktien bremsen. Der Shanghai Composite und der Hang Seng gewannen dagegen 0,1%.


News Vorbörse Schweiz

Nestlé: Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (NESN 80.96 1%) sucht seit geraumer Zeit einen Käufer für seine US-Süsswarensparte. Jetzt soll gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg das italienische Unternehmen Ferrero den Zuschlag erhalten. Der Preis der Transaktion betrage 2,8 Mrd. $. (Lesen Sie hier mehr)

Richemont: Der Luxusgüterkonzern Richemont (CFR 87.78 2.33%) konnte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum den Umsatz leicht steigern. Er stieg 1% auf 3,1 Mrd. €. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten leicht verfehlt. (Lesen Sie hier mehr)

Clariant: Die SIX hat eine Untersuchung gegen Clariant (CLN 23.88 0%) wegen einer möglichen Verletzung der Vorschriften zur Ad-hoc-Publizität eröffnet. Es geht um die Medienmitteilung vom 22. Mai von Clariant über den (inzwischen aufgegebenen) Plan, mit Huntsman zu fusionieren. Das Clariant-Management hatte sich während der Endphase der Verhandlungen von einem Team des Schweizer Fernsehens begleiten lassen. (Lesen Sie hier mehr)

Partners Group: Der Vermögensverwalter Partners Group (PGHN 756 0.4%) konnte 2017 im Vorjahresvergleich mehr Kundengelder anziehen. Die verwalteten Vermögen stiegen 14% auf insgesamt 61,9 Mrd. Fr. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten übertroffen. (Lesen Sie hier mehr)

Bossard: Der Schraubenhandels- und Logistikkonzern Bossard (BOSN 208.8 -0.95%) konnte 2017 im Vorjahresvergleich den Umsatz kräftig steigern. Er wuchs 13% auf 786,2 Mio. Fr. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten in etwa erfüllt. (Lesen Sie hier mehr)

SGS: Der Warenprüfkonzern SGS (SGSN 2552 1.55%) übernimmt die belgische Laboratoire de Contrôle et d’Analyse (LCA). Das Testlabor erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 1 Mio. €. Anfang dieser Woche gab SGS bereits die Übernahme des US-Lebensmittellabors Vanguard Sciences bekannt (Umsatz: 11 Mio. $).

KTM: Der Fahrzeughersteller KTM Industries (KTMI 76.6 0.26%) konnte 2017 den Absatz von Motorrädern im Vorjahresvergleich 17% steigern. Damit bleibt das österreichische Unternehmen, das in der Schweiz kotiert ist, der grösste Motorradhersteller Europas. Die vorläufigen Geschäftszahlen werden am 29. Januar veröffentlicht.

ABB: Der Industriekonzern ABB (ABBN 22.27 -1.42%) hat drei neue Mitglieder zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Es sind Jennifer Xin-Zhe Li, Chefin von Baidu Capital, Geraldine Matchett, Finanzchefin von Royal DSM, und Gunnar Brock, Ex-Präsident und -CEO von Atlas Copco (ATCO A 243.45 -5.84%) Group.

Ascom: Der Technologiekonzern Ascom konnte 2017 im Vorjahresvergleich Umsatz und Marge steigern. Der Umsatz wuchs 3% auf 309 Mio. Fr., die Ebitda-Marge stieg auf 14% (2016: 4,8%). (Lesen Sie hier mehr)


SMI-Markttechnik: Kleines Korrekturpotenzial

Die leichte Überhitzung des Marktes hat wenig überraschend zu einer Konsolidierung geführt. Ihr Spielraum ist aber vorerst überschaubar. Lesen Sie hier mehr.»


Ausblick Zinsen und Devisen

Die Anleihenrenditen haben sich nach oben in Bewegung gesetzt. Als Auslöser ortet UniCredit (UCG 13.96 0.11%) «eine Welle von Neuemissionen» staatlicher und privater Emittenten am Eurobondmarkt. Das Geschehen an den Finanzmärkten nimmt also nach dem eher ruhigen Jahresbeginn merklich Fahrt auf – wie auch der Frankenobligationenmarkt derzeit beweist.

Die Neuemissionswelle zu Beginn des Jahres hat Tradition. Üblicherweise platzieren dann die Eurostaaten bevorzugt lang laufende Bonds mit zehn, zwanzig oder gar dreissig Jahren Laufzeit. Irland machte vergangene Woche den Anfang. In dieser Woche gab und gibt es unter anderem grössere Emissionen von Langläufern aus Grossbritannien, Deutschland, Japan, China, Italien und den USA. Auch Mexiko und Argentinien sind am Markt.

Das massive Angebot drückt die Kurse bzw. treibt die Renditen nach oben. Allerdings ist auch damit zu rechnen, dass die neuen Emissionen auf nahezu unverändert hohe Nachfrage treffen und die Ausgabespreads entsprechend gering ausfallen. Am Freitag steht dann mit der US-Inflation die für den Anleihenmarkt wichtigste monatliche Datenveröffentlichung an.

Das Marktumfeld bleibt anfällig. Die Bank von Japan hat mitgeteilt, dass sie über ihr Anleihenkaufprogramm künftig weniger Staatsanleihen mit langer Laufzeit hereinnehmen wird als bisher. Dies und wachsende Spekulationen auf eine geldpolitische Straffung durch die japanische Zentralbank haben den Yen gegenüber Euro und Dollar bereits deutlich aufgewertet.

Neben der guten Konjunktur spricht eine restriktivere Geldpolitik der führenden Notenbank im Jahresverlauf für steigende Langfristzinsen, merkt Thomas Heller, Anlagechef der Schwyzer Kantonalbank, an. «Passiert nichts Aussergewöhnliches, zeigt der Trend bei den langen Zinsen aber nach oben, auch wenn der noch immer bescheidene Preisauftrieb den Aufwärtsdruck beschränkt», fasst er zusammen.

Sollte allerdings eintreten, was Bloomberg berichtet, nämlich dass China seine künftige Position als Gläubiger der USA überdenkt und die Käufe von US-Staatspapieren verringert oder gar stoppt, fiele ein wichtiger Nachfrager aus. China ist der grösste Gläubiger der USA. Sein Rückzug wäre für die USA besonders pikant, zumal das Land mit der Steuerreform von Präsident Donald Trump auf eine deutliche Ausweitung der Staatsschulden zusteuert.