Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

An der Wallstreet ist zum Wochenbeginn Panik ausgebrochen. Der Dow Jones Industrial sackte am Montag zeitweise fast 1600 Punkte ab – so viel wie noch nie an einem Handelstag – und schloss 4,6% leichter bei 24’347,8. Der S&P 500 fiel 4,1% auf 2648,9, der Nasdaq 100 verlor 3,9% auf 6495,9. Gleichzeitig schoss der Volatilitätsindex Vix des S&P 500 (SP500 2607.01 -1.64%) um fast 100% in die Höhe.

Dahinter, so wird vermutet, stecke die Angst der Händler, dass die Zinswende schneller komme als erwartet. Zusätzlich zum US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag mit seinem Anstieg der Stundenlöhne kam am Montag das ISM-Stimmungsbarometer im nichtverarbeitenden Gewerbe der USA. Es erreichte den höchsten Stand seit Beginn seiner Erhebung 2008. Derart starke Daten weckten Befürchtungen, dass es 2018 womöglich vier statt nur drei Leitzinserhöhungen der US-Notenbank Fed geben werde, wurde kolportiert.

Analysten sprachen von einem «Flash Crash» und vom schwärzesten Börsentag seit Jahren. Die panikartige Flucht aus Aktien sei durch zahlreiche Stop Loss Orders massiv beschleunigt worden. Wegen der Panik an der Wallstreet sprangen am US-Rentenmarkt die Anleihen zugleich wieder kräftig nach oben, was ihre Renditen unter Druck brachte. Der Euro gab bis Börsenschluss kräftig nach auf 1.2385 $/€.

Einzelne Aktien rückten angesichts des Ausverkaufs an den Börsen in den Hintergrund. Weder im Dow noch im Nasdaq 100 (Nasdaq 100 6625.8703 -2.1%) oder im S&P 100 gab es Gewinner. Wells Fargo büssten 9% ein. Die Aufseher des Fed sprachen nach einem Skandal um Scheinkonten und andere dubiose Geschäftspraktiken empfindliche Strafen gegen das Kreditinstitut aus. Bristol-Myers Squibb (BMS) verloren knapp 4%. Die Papiere der Alcoa-Abspaltung Arconic fielen fast 9%. Qualcomm büssten 6,6% ein, Broadcom gaben 3,1% nach.

Asien

Bei solchen Vorgaben ist auch an den asiatischen Börsen am Dienstag Ausverkaufstimmung aufgekommen, die sich dann aber etwas relativiert hat, die Kursverluste werden kleiner. In Japan fallen der Nikkei 225 und der Topix bis Mittag (Ortszeit) jeweils um 4,7 bzw. um 4,4%. In Hongkong verliert der Hang Seng gut 4%. Chinas Leitindex CSI 300 gibt bis zum frühen Nachmittag 2,7% ab. Südkoreas Kospi begnügt sich mit –1,5%. Der MSCI AC Asia Pacific notiert gut 3% leichter, Australiens S&P/ASX 200 gibt 3,4% nach.


News Vorbörse Schweiz

Dätwyler: Der Industriezulieferer Dätwyler (DAE 137.8 -1.99%) hat 2017 den Umsatz 6,2% (organisch: +2,9) auf 1291 Mio. Fr. erhöht und dabei einen Betriebsgewinn (Ebit) von 163 Mio. Fr. (+11,3%) erzielt. Beides entspricht genau den Erwartungen von Wertschriftenhäusern. Der Gewinn fiel mit 124 (i. V. 57,6) Mio. Fr. höher als erwartet aus. Der Dividendenvorschlag für die Inhaber beträgt 3 (2.20) Fr. Nach dem Erreichen einer Ebit-Marge von 12,6% wird die mittelfristige Zielmarge auf 12 bis 15% erhöht. Für 2018 wird ein Umsatz von 1,35 bis 1,4 Mrd. Fr. erwartet. (Lesen Sie hier mehr.)

AMS: Der auf Sensorlösungen spezialisierte Halbleiterhersteller AMS (AMS 22.05 -8.05%) hat 1064 (i. V. 550) Mio. € umgesetzt. Der adjustierte Ebit beträgt 169 (i. V. 97) Mio. €; unbereinigt sind es 76 Mio. €, nach 93 Mio. im Vorjahr. Der adjustierte Gewinn beträgt 128 (103) Mio. € (unadjustiert: 89, nach 103 Mio.). Für den verwässerten/unverwässerten Gewinn je Aktie resultieren 1.12/1.21 Fr. Für das laufende Quartal werden 440 bis 490 Mio. $ Umsatz erwartet, über 150% mehr als im Vorjahr. Zudem erwartet AMS ein starkes zweites Halbjahr. (Lesen Sie hier mehr.)

AMS: Der an der SIX kotierte österreichische Halbleiterhersteller AMS evaluiert eine Zweitkotierung der Aktien in Hongkong. Ausserdem plant die Gesellschaft die Ausgabe einer Wandelanleihe im Umfang von bis zu 600 Mio. € mit Laufzeit von sieben Jahren. Die nicht nachrangigen, unbesicherten Schuldverschreibungen berechtigen zur Wandlung in Aktien von bis zu 6,1% des Grundkapitals. Der Zeitpunkt der (möglichen) Platzierung sowie ihre Bedingungen würden unter Berücksichtigung der Marktbedingungen ermittelt.

Idorsia: Das Biotechnologieunternehmen Idorsia (IDIA 18.08 -5.24%) meldet für 2017 einen Umsatz von 158 Mio. Fr. Der operative Verlust wird mit 8 Mio. Fr. angegeben, der Gesamtverlust mit 14 Mio. resp. 0.13 Fr. je Aktie. Die Zahlen umfassen die Geschäftstätigkeit seit 16. Juni 2017 und sind besser als erwartet. Im vierten Quartal wurden ein operativer Gewinn von 71 Mio. Fr. und ein Gewinn von 68 Mio. Fr. erzielt. Die Liquidität per Ende Dezember betrug 1,09 Mrd. Fr. In der Pipeline seien 2017 gute Fortschritte erzielt worden. (Lesen Sie hier mehr.)

Dufry: Der Reisedetailhändler Dufry (DUFN 95.5 -2.25%) hat den Börsengang seiner US-Tochter Hudson abgeschlossen. Die zu 19 $ das Stück ausgegebenen Aktien werden seit 1. Februar an der NYSE gehandelt. Alle rund 39,4 Mio. Klasse-A-Aktien seien bis zum 5. Februar verkauft worden. Zudem hat Dufry den Konsortialbanken eine dreissigtägige Option gegeben, um weitere 5,9 Mio. Titel zu kaufen. Dufry will die Mehrheit an Hudson behalten.


Ausblick Rohstoffe

Öl bleibt gefragt

Rohöl der Sorte Brent hatte vergangene Woche wieder ein Niveau von über 70 $ je Fass erreicht. Doch dieses Niveau konnte es nicht halten. Seitdem geht es etwas bergab – der Preis notierte zu Wochenanfang knapp über 68 $.

Gestützt wird Öl weiterhin von den guten Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und einer stärkeren Nachfrage sowie einem relativ schwachen Dollar. Je schwächer die US-Währung, desto günstiger ist der Rohstoff für den Rest der Welt. Auch die Positionen am Terminmarkt unterstützen den Ölpreis. Gemäss dem Bericht der Börsenaufsicht CFTC setzen spekulative Anleger weiterhin auf einen steigenden Ölpreis.

So konnte auch die ständig wachsende US-Förderung dem Ölpreis bisher nichts anhaben. Sie erreichte im November nach den nun verfügbaren Daten mit 10 Mio. Fass pro Tag den höchsten Stand seit 1970. Während die Förderung innerhalb des Ölkartells Opec zusammen mit Russland beschränkt bleibt, ist die US-Förderung der bewegliche Teil der weltweiten Ölproduktion.

Es braucht wohl eine überraschend starke Ausweitung der Förderung, um grössere Preisrückschläge zu verursachen. Monatliche Umfragen wird die US-Energieinformationsbehörde EIA am Dienstag, die Opec am 12. Februar und die Internationale Energieagentur am 13. Februar liefern.