Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

An den Börsen in den USA blieb in der Nacht zum Donnerstag die Nervosität erhalten. Die im Tagesverlauf erzielten Gewinne hielten nicht bis zum Handelsende. Der Dow Jones Industrial verlor 0,08% auf 24’893,35 Punkte. Der S&P 500 gab 0,5% auf 2681,66 Zähler nach. Der Nasdaq 100 sackte am Schluss 1,26% auf 6582,02 ab.

In der laufenden Berichtssaison standen erneut Unternehmensnachrichten im Mittelpunkt. Im Fokus Snap: Die Papiere der Betreiberin des Mitteilungsdienstes Snapchat stiegen fast 50%. Die Zahlen für 2017 fielen besser aus als gedacht. Auch Tesla stiegen 3,3% – obschon der Elektroautohersteller den grössten Quartalsverlust seiner Geschichte verkündete. CEO Elon Musk zeigte sich optimistisch, die Produktionsprobleme des Model 3 in den Griff zu bekommen.

An den asiatischen Märkten suchten Investoren nach Werten, die in den vergangenen Tagen unter die Räder gekommen waren – blieben dabei aber vorsichtig. Der Nikkei 225 gewann 0,2% auf 21’694,9. Der Hang Seng in Hongkong verbesserte sich 0,5% auf 30’485,49 Punkte. Der Shanghai Composite notierte mit einem Minus von 2% bei 3243,06.

Gefragt waren Exportwerte. Toyota notierten mit einem Plus von 2,2%, Honda von 0,7%. Asahi Glass standen mit einem Plus von 5,9% an der Spitze im Nikkei. Der Glashersteller hatte nach einigen Skandalen in den vergangenen Wochen mehr als der Markt an Wert verloren.


News Vorbörse Schweiz

ABB: Der Industriekonzern ABB (ABBN 19.59 -0.91%) hat im vierten Quartal 2017 weniger Umsatz und Gewinn gemacht. Der Umsatz ging 1% auf 9,28 Mrd. $ zurück, der Gewinn schrumpfte 8% auf 393 Mio. $. Auch der Auftragsbestand reduzierte sich. Die Dividende soll dennoch von 0.76 Fr. auf 0.78 Fr. je Aktie erhöht werden. (Lesen Sie hier mehr.)

Zurich Insurance: Der Versicherer Zurich Insurance (ZURN 297.6 -0.97%) weist für 2017 weniger Umsatz und Gewinn aus. Der Umsatz ging von 67,3 auf 64 Mrd. $ zurück, der Gewinn schrumpfte von 3,21 auf 3 Mrd. $. Dennoch wird der Generalversammlung die Erhöhung der Dividende um 6% auf 18 Fr. pro Aktie vorgeschlagen. (Lesen Sie hier mehr.)

Swiss Re: Der Rückversicherer Swiss Re (SREN 89.56 -0.69%) hat Verhandlungen mit der japanischen Softbank (Softbank 37.41 -6.59%) über eine Minderheitsbeteiligung bestätigt. Zuvor hatte das «Wall Street Journal» berichtet, Softbank strebe eine Beteiligung von 10 Mrd. $ an. (Lesen Sie hier mehr.)

Bank Cler: Die Bank Cler erzielte 2017 mehr Ertrag, aber weniger Gewinn. Der Ertrag stieg von 245 auf 256 Mio. Fr., der Gewinn sank jedoch von 46 auf 38 Mio. Fr. Dies wegen höherer Ausgaben für die Neupositionierung der ehemaligen Bank Coop. (Lesen Sie hier mehr.)

Glarner KB: Die Glarner Kantonalbank (GLKBN 29.2 0.69%) steigerte 2017 den Ertrag auf 70,6 Mio. Fr. (+7,6%) und den Gewinn auf 20 Mio. Fr. (+14%). Die Aktionäre erhalten eine höhere Dividende von 0.90 Fr. je Aktie, nach 0.80 Fr. im Vorjahr. (Lesen Sie hier mehr.)

BLKB: Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) hat 2017 stagniert. Der Jahresgewinn lag mit 133,3 Mio. Fr. auf Vorjahresniveau. Der Geschäftserfolg sank 6,2% auf 172,1 Mio. Fr. Die Dividende für Zertifikatsinhaber soll unverändert 35 Fr. betragen. Im laufenden Jahr will das Institut im operativen Geschäft wachsen. Der Ertrag dürfte wegen der Zinsstruktur aber unter Druck bleiben. (Lesen Sie hier mehr.)

Leonteq: Der Derivatspezialist Leonteq (LEON 41 -3.26%) erzielte im Turnaroundjahr 2017 mehr Ertrag und Gewinn. Der Ertrag wuchs 4% auf 215 Mio. Fr., der Gewinn stieg 34% auf 23 Mio. Fr. Das Unternehmen wird wie erwartet keine Dividende auszahlen. (Lesen Sie hier mehr.)

Molecular Partners: Das Biotech-Unternehmen Molecular Partners hat 2017 einen tieferen Ertrag als im Vorjahr erzielt. 20 Mio. Fr. nahm es ein, 2016 waren es 23 Mio. Fr. Die Gesellschaft will sich weiter auf Onkologie und Immunonkologie fokussieren. (Lesen Sie hier mehr.)

Lem: Der Messspezialist Lem (LEHN 982 -3.54%) hat den Umsatz in den ersten neuen Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 um 14% ausgebaut auf 225 Mio. Fr. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit stieg 12% auf 46,5 Mio. Fr., die Ebit-Marge sank von 21,1 auf 20,6%. Beim Gewinn stand unter dem Strich ein Zuwachs von 17% auf 38,1 Mio. Fr. Für das laufende Fiskaljahr erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 290 und 390 Mio. Fr. Die Ebit-Marge solle um 20% liegen. (Lesen Sie hier mehr.)

Emmi: Der Milchverarbeiter Emmi (EMMN 719 -3.62%) hat 2017 von einem starken zweiten Halbjahr profitiert. Der Umsatz verbesserte sich 3,2% auf 3,36 Mrd. Fr., was einem organischen Plus von 0,2% entspricht. Die vergangenen Sommer veröffentlichte Prognose für die Gewinnentwicklung wurde bestätigt. Ein Ausblick für das laufende Jahr soll bei Vorlage der Gewinnzahlen Anfang März folgen. (Lesen Sie hier mehr.)


SMI-Markttechnik: Ausnahmezustand könnte enden

Der Markt ringt nach dem Crash der vergangenen Tage weiterhin um Stabilität. Noch ist die Bodenbildung aber sehr zerbrechlich. Lesen Sie hier mehr.»


Ausblick Zinsen und Devisen

War das, was sich Anfang der Woche abgespielt hat, nur eine gesunde Korrektur, oder war es das erste Grollen eines grossen Bebens, wie Pessimisten unken? Die Meinungen darüber gehen auseinander, eine eindeutige Mehrheit redet der Korrektur-Option das Wort.

Deutsche AM führt einen Grossteil auf sich selbst verstärkende Portfolioumschichtungen und Verkäufe bestimmter Handelsstrategien zurück. Diese Umschichtungen könnten sich über Tage hinziehen und zu einem deutlichen Überschiessen führen. Das sei ein geeignetes Umfeld, «gezielt Positionen in Aktien und ausgewählten Anleihen» wieder aufzubauen.

Vielleicht seien der jüngste US-Arbeitsmarktbericht, die neu aufgeflammten Inflationssorgen und die Angst vor schneller als erwartet steigenden Zinsen «ja tatsächlich Mitauslöser der Korrektur». Diese nicht ganz unberechtigten Sorgen sollte man aber nicht überbewerten. Deutsche AM prognostiziert einen Anstieg der US-Kerninflation auf 1,8% dieses Jahr, nach 1,5% 2017, und erwartet dann auch weiterhin nur drei Zinsschritte der US-Notenbank (Fed) im laufenden Jahr.

Es sei nicht damit zu rechnen, «dass die Dynamik der Anleihenrenditeerhöhungen anhält», schreibt Deutsche AM. Schliesslich hätten Staatsanleihen in den vergangenen Tagen, als die Renditen schon wieder zurückgingen, ihren Status als sicherer Anlagehafen verteidigt. Beruhigend sei auch die derzeitige Verfassung der Unternehmensanleihen, wo es keine Stresssymptome gebe. Die Ausfallraten befänden sich «nahe null».

Auch UniCredit kann für die Kurskorrektur zu Wochenbeginn «keinen fundamentalen Auslöser» finden. In der Folge reihenweise positiver Konjunkturdaten hätten Anleger in den vergangenen Wochen zunehmend eine etwas schärfere Gangart der Notenbanken eingepreist.

Nicht nur wegen hoch bewerteter US-Aktien, sondern auch wegen des strammen Anstiegs der Renditen in den vergangenen Wochen sei eine Korrektur überfällig gewesen. Grundsätzlich aber besteht nach Ansicht von UniCredit «derzeit nicht die Notwendigkeit, das fundamentale Bild in Zweifel zu ziehen».

Dass Anleger nicht in Panik verfielen, belegt UniCredit damit, dass sich weder die sicheren Häfen wie Franken und Yen überdurchschnittlich aufgewertet hätten noch die Risikoaufschläge bei Staatsanleihen der Eurozone markant gestiegen seien.