Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Der US-Aktienmarkt erlebte am Donnerstag seinen zweiten Kursrutsch in einer Woche. Der Dow Jones Industrial fiel um 4,15% auf 23’860,5. Keiner der dreissig Indexwerte blieb im Plus. Wieder war es die Angst vor schnell steigenden Zinsen, die die Anleger umtrieb.

Der Kursrückgang beschleunigte sich im Handelsverlauf, der US-Leitindex schloss knapp über seinem Tagestief. Der S&P 500 gab 3,75% auf 2581 nach. Der Nasdaq 100 verlor 4,2% auf 6306,1. Am Anleihenmarkt stieg die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries weiter auf 2,85%.

Von den Einzelwerten fielen Twitter aus dem Rahmen, die ein sattes Plus von 12% einfuhren. Denn der Kurznachrichtendienst hat knapp zwölf Jahre nach seiner Gründung seinen ersten Quartalsgewinn erzielt. Teva büssten knapp 11% ein. Der kriselnde israelische Pharmakonzern weist für 2017 wegen hoher Abschreibungen auf sein Generikageschäft einen zweistelligen Milliardenverlust aus und gibt einen schwachen Ausblick 2018.

Die Aktien der Telekom-Tochter T-Mobile US büssten 5% ein, Tesla verloren fast 9%, nachdem sie tags zuvor noch 3% zugelegt hatten. Hohe Kosten für den neuen Mittelklassewagen Model 3 brockten dem Elektroautohersteller den höchsten Quartalsverlust seiner Geschichte ein.

Asien

Die asiatischen Börsen reagieren auf die negativen US-Vorgaben in gewohnter Manier, und zwar diesmal vor allem in Hongkong und China ausgeprägter als am Dienstag: Der Hang Seng verliert rund 3,6%, Chinas Leitindex CSI 300 gibt bis zum frühen Nachmittag 5,3% ab.

In Japan fallen der Nikkei 225 und der Topix bis Mittag (Ortszeit) um 2,3 bzw. 1,9%. Südkoreas Kospi tendiert 1,9% schwächer. Der australische S&P/ASX 200 steht knapp 0,9% im Minus. Eine Ausnahme vom allgemeinen Trend macht der MSCI AC Asia Pacific mit +0,24%.


News Vorbörse Schweiz

Ems-Chemie: Der Spezialchemiekonzern Ems-Chemie (EMSN 507 -0.88%) hat 2017 den Umsatz 8,2% auf 2,15 Mrd. Fr. gesteigert. Zum Umsatzplus haben auch Preiserhöhungen beigetragen. Der operative Gewinn (Ebit) stieg in etwas geringerem Mass 6,3% auf 582 Mio. Fr., was die Ebit-Marge auf 27,1% drückte. Der Gewinn nahm 6,3% auf 484 Mio. Fr. zu. Ems-Chemie erhöht die ordentliche Dividende um 1.50 auf 14.50 Fr. und schüttet ausserordentlich weitere 3.50 (4) Fr. aus. Für 2018 werden Umsatz und Ebit leicht über Vorjahr erwartet. (Lesen Sie hier mehr.)

Mobimo: Die Immobiliengesellschaft Mobimo (MOBN 237.5 -0.42%) hat 2017 wie erwartet das Rekordergebnis des Vorjahres nicht erreicht. Der Erfolg aus Vermietung sank 2,2% auf 94,1 Mio. Fr., wobei der Leerstand mit 4,9% (4,8) nahezu unverändert blieb. Der Betriebsgewinn (Ebit) fiel rund 30% auf 142,3 Mio. Fr., der Gewinn mehr als 40% auf 91,6 Mio. Fr. Daran hatte der geringere Erfolg aus Neubewertung wesentlich Anteil, die operative Leistung war nahezu stabil. Mobimo zahlt unverändert 10 Fr. Dividende. (Lesen Sie hier mehr.)

Nestlé: Beim französischen Kosmetikkonzern L’Oréal macht man sich Gedanken darüber, was wäre, wenn der Grossaktionär Nestlé (NESN 83.84 -1.06%) sein 23% schweres Aktienpaket abstossen würde. Auf die Frage, ob L’Oréal bereit wäre, das 22,6 Mrd. € schwere Paket aufzukaufen, sagte CEO Jean-Paul Agon zur «Financial Times»: «Ja, natürlich.» Nestlé hatte zuletzt im September 2017 an einem Investorentag bekräftigt, dass man an der L’Oréal-Beteiligung festhalten wolle. (Lesen Sie hier mehr.)

Graubündner Kantonalbank: Die Graubündner Kantonalbank ist 2017 erheblich gewachsen und hat das beste operative Ergebnis der Geschichte erzielt. Der Geschäftsertrag stieg 7,6% auf 382,4 Mio. Fr. Die Kundenausleihungen legten über 5% zu, das Hypothekarvolumen stieg 6%. Der Geschäftserfolg verbesserte sich knapp 25% auf 195,3 Mio. Fr., der Gewinn 7% auf 180,3 Mio. Fr. Die PS-Inhaber erhalten eine von 38 auf 40 Fr. erhöhte Dividende. (Lesen Sie hier mehr.)

Zürcher Kantonalbank: Die ZKB hat 2017 mehr Gewinn erzielt. Der Geschäftserfolg erhöhte sich 4,3% auf 784 Mio. Fr. Unter dem Strich resultierte ein um 2,8% höherer Konzerngewinn von 782 Mio. Fr. Im Hypothekarmarkt verzeichnete die Zürcher Kantonalbank einen Anstieg um 2,3%. Ende 2017 verwaltete sie 288,8 Mrd. Fr. Kundenvermögen. Zum Anstieg trugen ein Neugeldzufluss von 6,3 Mrd. Fr. und die positive Marktentwicklung mit 16,7 Mrd. Fr. bei. Die Bank geht für 2018 von einem «soliden Ergebnis» aus. (Lesen Sie hier mehr.)

Glarner Kantonalbank: Die Glarner Kantonalbank (GLKBN 29.2 0.69%) will eine laufende Tier1-Anleihe zurückzahlen und durch eine neue ersetzen. Konkret soll die 2012 ausgegebene Anleihe über 70 Mio. Fr. per 19. März zurückgezahlt werden. Als Ersatz plant die GLKB die Emission einer neuen Anleihe mit vergleichbarer Struktur.

KTM Industries: Der Motorradhersteller KTM Industries (KTMI 65 0%) schliesst eine internationale Privatplatzierung erfolgreich ab. Dabei wurden 15’884’217 KTM-Aktien veräussert. Das sind 7% des Grundkapitals. Zusätzlich wurden 2’146’722 Titel von Dritten veräussert. Durch die Platzierung zum Preis von 6.78 Fr. je Aktie erhöht sich der Streubesitz um 8%. (Lesen Sie hier mehr.)

Wisekey: Das Cybersicherheitsunternehmen Wisekey (WIHN 2.71 -1.45%) ist mit der US-Fondsgesellschaft Yorkville Advisors Global eine Finanzierungsvereinbarung zur Zeichnung von Aktien eingegangen. Yorkville stellt dem Unternehmen auf dessen Antrag hin über die Zeit von drei Jahren bis zu 50 Mio. Fr. zur Verfügung. Wisekey wird die Aktien für Yorkville entweder aus dem genehmigten Kapital oder aus dem eigenen Bestand bereitstellen.

Airopack: Der Verpackungshersteller Airopack (CSS 1.82 -22.22%) hat seinen Produktionspartner SIPN Equipment übernommen. Die Akquisition sowie der steigende Bedarf an Betriebsmitteln werden über einen Kredit von 15 Mio. € und eine revolvierende Leasingfazilität über 30 Mio. € durch die Rabobank finanziert.

SHL Telemedicine: Die Aktionäre des Telemedizinanbieters SHL Telemedicine (SHLTN 6.2 -4.02%) haben eine Beschwerde gegen die Verfügung des Übernahmeausschusses der Finma vom 26. Januar eingereicht. Die Beschwerde von Nehama & Yoram Alroy Investment richtet sich gegen die abgelehnte Stimmrechtssuspendierung.

Castle Private Equity: Die Beteiligungsgesellschaft Castle Private Equity (PEHN 64.5 0%) (CPEN 16.4 0%) hat Details zum geplanten Aktienrückkauf bekannt gegeben. Dabei sollen rund 6,17 Mio. eigene Aktien erworben werden, was 23,42% der Anteile entspricht. Das Rückkaufprogramm zum Festpreis von 17.25 Fr. pro Titel läuft vom 26. Februar bis 9. März.


SMI-Markttechnik: Bestenfalls seitwärts

Der Swiss Market Index zeigt weiterhin Schwächesignale. Etwas Potenzial nach unten ist trotz des bereits steilen Einbruchs noch vorhanden. Lesen Sie hier mehr dazu.


Ausblick Unternehmen

Auch kommende Woche legen weitere Unternehmen ihren Abschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Den Beginn machen der Fleischverarbeiter Bell sowie das Finanzinstitut Vontobel. Nach Börsenschluss am Dienstag zieht der Bankensoftwarehersteller Temenos Bilanz. Das Genfer Unternehmen hat nach Übernahmegerüchten Ende Januar eine formidable Rally hingelegt. Softbank (Softbank 37.41 -6.59%) sei interessiert. Es folgte aber umgehend ein Dementi.

Am Mittwoch geht es weiter mit Clariant, Credit Suisse, Kudelski, Valiant sowie Banque Cantonale Neuchâteloise. Temenos (TEMN 127.2 -0.86%) veranstaltet einen Kapitalmarkttag in London. Bei Clariant (CLN 18.67 -0.74%) ist noch immer die Frage offen, ob, und wenn ja, wann Grossaktionärin Sabic den Chemiekonzern übernimmt.

Am Donnerstag folgen die Jahresabschlüsse von Banque Cantonale Vaudoise, St. Galler Kantonalbank, Straumann, Phoenix Mecano, Nestlé und Syngenta. Nestlé (NESN 83.84 -1.06%) hat sich gemäss Medienberichten zuletzt aus dem Rennen um das Geschäft der deutschen Merck (MRK 76.55 -2.43%) (MRK 96.52 0.12%) mit rezeptfreien Medikamenten zurückgezogen. Der Nahrungsmittelkonzern steht unter dem Einfluss des aktivistischen Investors Third Point von Dan Loeb.

Die ereignisreiche Woche beschliessen mit ihren Ergebnissen am Freitag Schindler und BB Biotech.