Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Nach einem fulminanten Beginn verloren die amerikanischen Aktienmärkte gegen Handelsschluss wieder deutlich an Schwung. Dennoch konnten alle wichtigen Indizes die Kursgewinne ins Ziel retten. Weiterhin bewegen primär die Entwicklungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China die Gemüter.

Der Dow Jones Industrial avancierte 0,2% auf 23’979,1, während der breiter gefasste S&P 500 0,3% auf 2613,16 zulegen konnte. Aufwärts ging es auch für den technologielastigen Nasdaq Composite, der 0,5% auf 6950,34 gewann.

Auf Ebene der Einzeltitel rückten Merck in den Anlegerfokus: Positive Studienresultate eines Lungenkrebsmedikaments verhalfen dem Pharmakonzern zu einem Kursgewinn von 5,3%. Ein Plus von 6,2% verzeichneten Monsanto. Medien hatten berichtet, das US-Justizministerium dürfte die Übernahme des Agrochemiekonzerns durch Bayer genehmigen.

Asien

Versöhnliche Aussagen von Chinas Präsidenten Xi Jinping, die chinesische Volkswirtschaft weiter öffnen zu wollen, sorgten an den asiatischen Börsen für Erleichterung – hat sich damit das Risiko einer weiteren Eskalation im Handelskonflikt doch leicht verringert.

Praktisch alle lokalen Aktienmärkte reagierten mit Gewinnen: In Tokio legten der Nikkei 225 sowie der breiter gefasste Topix um 0,6 respektive 0,4% zu. Der Hang Seng in Hongkong verzeichnete eine Avance von rund 1,1%. Der australische Leitindex S&P/ASX 200 kletterte 0,8%, während der südkoreanische Kospi 0,2% zulegen konnte.


News Vorbörse Schweiz

Givaudan: Der Zulieferer von Aromen und Duftstoffen Givaudan (GIVN 2379 0.85%) hat im ersten Quartal den Umsatz langsamer gesteigert als von Analysten erwartet. Er stieg um 5,4% auf 1308 Mio. Fr., wobei es in beiden Divisionen, Aromen und Riechstoffe, einen Zuwachs gab. Das Unternehmen bestätigte wie gewohnt die mittelfristigen Ziele zum organischen Wachstum. (Lesen Sie hier mehr.)

Hügli: Die Nahrungsmittelgruppe Hügli (HUE 920 -0.43%) hat 2017 weniger Gewinn geschrieben. Der Reingewinn sank von 22,3 Mio. Fr. im Vorjahr auf 20,2 Mio. Fr. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Armortisationen (Ebitda) sank um 2 Mio. auf 40,8 Mio. Fr. Allerdings ist der Umsatz im ersten Quartal 2018 zu konstanten Wechselkursen um 1,6% gestiegen, nachdem er im Jahr 2017 stagniert hatte. (Lesen Sie hier mehr.)

Valartis: Die Bank- und Finanzgruppe Valartis hat für das vergangenen Jahr einen definitiven Verlust von 1,8 Mio. Fr. ausgewiesen. Zuvor war eine Spanne von 1 bis 2,5 Mio. Fr. angekündigt worden. Als Dividende werden unverändert 20 Rappen je Aktie vorgeschlagen. (Lesen Sie hier mehr.)

Lastminute.com: Der Reisvermittler Lastminute.com (LMN 13 -1.89%) hat einen Teilrückkauf für 15,8% des Eigenkapitals lanciert. Der Angebotspreis liegt bei 16 Fr. netto in bar je Aktie. Die Angebotsfrist läuft vom 25. April bis zum 9. Mai, der Rückkauf soll am 23. Mai abgeschlossen werden.

Zurich: Die Versicherungsgruppe Zurich Insurance (ZURN 300.9 0.8%) hat bekannt gegeben, dass sie 1,74 Mio. Aktien zurückkaufen will. Das entspricht bis zu 1,15% des eingetragenen Aktienkapitals. Der Angebotsfrist beginnt am 11. April und wird bis längstens am 31. Dezember laufen. Der Verwaltungsrat hatte den Rückkauf bereits am 7. Februar beschlossen.

Relief Therapeutics: Das Biotech-Start-up Relief Therapeutics (RLF 0.007 -5.41%) hat ein Lizenzabkommen mit dem französisches Biotech-Unternehmen Genclis abgeschlosssen. Die Schweizer bekommen damit die exklusiven kommerziellen Rechte für zwei patentgeschützte Genclis-Produkte, die bereits vorklinische Untersuchungen erfolgreich abgeschlossen haben.

Orascom: Eine ägyptische Tochter des Immobilienentwicklers Orascom (ODHN 14.35 1.41%) hat ein Projekt in West-Kairo lanciert. Dabei geht es um die Entwicklung von 4,2 Mio. Quadratmetern an Erstwohnungen – zusammen mit der New Urban Communities Authority des ägyptischen Investors Samih Sawiris.


SMI-Markttechnik: Abwarten ist sicherer

Der Swiss Market Index verläuft nach wie vor in einer seitwärts bis abwärts gerichteten Trendbewegung. Lesen Sie hier mehr dazu.


Ausblick Rohstoffe

Soja in China auf Mehrmonatshoch

Im chinesischen Dalian ist Anfang Woche der Preis für Sojabohnen auf ein Sechzehnmonatshoch gestiegen. Das Tierfuttermittel ist Opfer im Handelsstreit zwischen den USA und China. Peking will amerikanische Sojabohneneinfuhren mit einem neuen Zoll von 25% belegen. Auch in Brasilien steigt anscheinend der Sojapreis, da dort gemäss Commerzbank-Analysten die chinesischen Käufer zugreifen, um dem Zoll zu entgehen. Brasilien gelte als eindeutiger Profiteur der Zölle, meint die Commerzbank. Nach Ansicht von Experten wird China aber nicht vollständig auf Einfuhren aus den USA verzichten können, um die Sojanachfrage im Inland zu befriedigen.

China ist der weltgrösste Sojaimporteur, im vergangenen Jahr wurden 95,5 Mio. Tonnen eingeführt, davon mehr als die Hälfte aus Südamerika. Der Handelsstreit zeigt den möglicherweise paradoxen Effekt von Zöllen, da dadurch Produkte für inländische Konsumenten teurer werden. Wer schlussendlich den wirtschaftlichen Schaden der Sojaabgaben trägt, hängt davon ab, wie stark die amerikanischen Produzenten ihre Preise und damit ihre Marge senken werden, um gegen brasilianische Produkte konkurrenzfähig zu bleiben.