Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Die zunehmenden Spannungen um Syrien und die Angst vor einer militärischen Eskalation belasteten die US-Börsen. Der Dow Jones Industrial gab am Mittwoch 0,9% nach und schloss auf 24’189. Der breit gefasste S&P 500 verlor 0,55% auf 2642. Der Nasdaq 100 schloss 0,49% tiefer auf 6583.

Nur gerade drei Titel im Dow Jones (Dow Jones 24602.43 -0.59%) vermochten sich dem Abwärtstrend zu entziehen: die beiden Energiekonzerne ExxonMobil (+0,5%) und Chevron (+0,3%) sowie die Fastfood-Kette McDonald’s (+0,4%).

Der CEO des Technologiekonzerns Facebook, Mark Zuckerberg, musste auch gestern gegenüber Politikern – diesmal im Abgeordnetenhaus – zum Datenskandal Stellung nehmen. Die Aktien legten um 0,8% zu, nachdem sie bereits am Vortag 4,5% avanciert waren.

Kurz bevor sie ihre Quartalszahlen veröffentlichen, mussten die grossen Wallstreet-Banken herbe Kursverluste einstecken: Goldman Sachs (–1,4%), J.P. Morgan Chase (–1,7%), Morgan Stanley (–1,9%) und Bank of America Merrill Lynch (–2,6%) gaben alle deutlich nach.

Mattel (+6,6%) hingegen setzten zum Kurssprung an, nachdem der Broker Jefferies seine Einschätzung nach oben revidiert hatte. Trotz des grossen Tagesgewinns notieren die Titel im Vergleich zum Jahresbeginn immer noch im Minus.

Asien

Die asiatischen Börsen neigten ebenfalls zur Schwäche, wenngleich nicht ganz so stark wie in den USA. Der Nikkei 225 in Tokio handelt leicht tiefer (–0,1%), ebenso der Hang Seng (–0,3%) in Hongkong.

Der Taiex in Taipeh verlor 0,2%, während der Kospi in Seoul entgegen dem Trend 0,3% zulegte. Der S&P/ASX 200 in Sydney notierte rund 0,3% tiefer.


News Vorbörse Schweiz

Sulzer: Der Industriekonzern Sulzer (SUN 115.6 2.85%) ist von den US-Sanktionen befreit. Das U.S. Department of the Treasury’s Office of Foreign Assets Control hat Sulzer eine Lizenz zur Transaktion mit Renova erteilt. Die Aktienübertragung ist abgeschlossen, Renova ist nun Minderheitsaktionär mit 48,83% des Sulzer-Kapitals. Sulzer hält 15,24% eigene Aktien. Der Konzern hat Schritte eingeleitet, um eine zeitnahe Freigabe der blockierten Vermögenswerte zu erreichen. Die Geschäftstätigkeit war gemäss Mitteilung zwischenzeitlich «erheblich beeinträchtigt» gewesen. Die Aktien notieren vorbörslich fast 15% im Plus. Lesen Sie hier mehr.

Poenina: Das Gebäudetechnikunternehmen Poenina (PNHO 55.8 0%) hat 2017 den Umsatz 9,1% auf 124,8 Mio. Fr. gesteigert. Der Betriebsgewinn (Ebit) nahm 11,2% auf 8,7 Mio. Fr. zu. Der Gewinn des Börsenneulings stieg 20% auf 7,2 Mio. Fr. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 1.60 Fr. erhalten. Für das laufende Jahr erwartet das Management eine leichte Verbesserung der Ergebnisse im operativen Geschäft. Lesen Sie hier mehr.

Straumann: Das Dentalimplantatunternehmen Straumann (STMN 632.5 1.12%) erwirbt einen Minderheitsanteil an der französischen Dental Monitoring (DM). Es sichert sich damit die globalen Vertriebsrechte für das Telemonitoring-System von DM. Das Unternehmen ist ein Pionier im Bereich Telemonitioring und arbeitet mit künstlicher Intelligenz.

Tamedia/Goldbach Group: Dem Medienkonzern Tamedia (TAMN 147 1.03%) wurden bis Ende der Angebotsfrist 96,9% der Aktien des Werbevermarkters Goldbach Group (GBMN 35 -0.71%) angedient. Tamedia plant, die verbleibenden Minderheitsaktionäre im Rahmen einer Barabfindung zu entschädigen und Goldbach Group zu dekotieren.

Tornos: Der Drehmaschinenhersteller Tornos (TOHN 15.8 -0.63%) ist mit dem Start ins neue Jahr zufrieden. Im ersten Quartal bewegte sich der Auftragseingang weiterhin auf einem «erfreulich hohen» Niveau, wie die Gesellschaft am Mittwochabend nach der Generalversammlung mitteilte. Die GV stimmte allen Anträgen zu.

Kudelski: Eine Tochtergesellschaft des Technologieunternehmens, Kudelski (KUD 9.62 -1.84%) Security, baut eine bestehende Partnerschaft mit Ionic Security aus. Sie hat zum Ziel, dass beide Unternehmen ihr geistiges Eigentum und ihre Kompetenzen gegenseitig nutzen können. Auch sollen Innovationen ermöglicht und neue Produkte auf den Markt gebracht werden.


Ausblick Zinsen und Devisen

Kaum signalisiert ein Konfliktherd eine leichte Entspannung (der Handelsstreit zwischen den USA und China), wachsen die Spannungen an einem anderen. In Syrien gehen die USA, unterstützt von Frankreich, Grossbritannien und Saudi-Arabien, gegen das Assad-Regime und seinen Hauptsponsor Russland militärisch in Stellung.

In dieser Gemengelage relativieren sich die Effekte der eigentlichen Wirtschaftsdaten, die am Mittwoch vorgelegt wurden: der gestiegenen US-Inflation im März und des Protokolls der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed).

Darin geben die Fed-Ausschussmitglieder einen etwas optimistischeren Wachstumsausblick, zeigen sich zuversichtlich, dass die Inflation mittelfristig die Zielvorgabe von 2% erreicht, und erwarten, dass der Zinserhöhungspfad in den nächsten Jahren etwas steiler ausfallen dürfte als bisher angenommen. «The appropriate path for the federal funds rate over the next few years would likely be slightly steeper than … previously expected», steht im Protokoll.

Die US-Verbraucherpreise sind im März wie erwartet deutlich gestiegen. Die Gesamtinflation ist von 2,2 auf 2,4% Jahresrate geklettert. Aber auch die Teuerung ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise (Kernrate) liegt jetzt gar über den vom Fed langfristig angestrebten 2%. Die Dollarschwäche schlägt also jetzt auf die Kerninflationsrate der USA durch, die Importe müssen teurer bezahlt werden.

«Dieser Effekt wird auch in den kommenden Monaten anhalten. Die Fahnenstange beim Anstieg der Kerninflationsrate ist noch nicht erreicht», kommentiert Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank (VPBN 159.2 -0.38%). Da jetzt die Teuerungsraten in den USA «anspringen», habe das Fed nun auch von der Preisseite «grünes Licht für weitere Zinserhöhungen», argumentiert er.

Ein Damoklesschwert bleibt für den Chefökonomen der VP Bank allerdings die politische Entwicklung: «Nicht nur die Handelskonflikte machen den US-Währungshütern zu schaffen, sondern nun auch militärische Risiken im Syrienkonflikt.» Fed-Chef Jerome Powell werde deshalb vorsichtig bleiben und den Kurs moderater Zinserhöhungen beibehalten.