Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Die US-Börsen machten gestern Boden gut. Die Twitter-Nachricht von US-Präsident Donald Trump, den Entscheid über die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran schon heute Dienstag zu kommunizieren, sorgte nur zwischenzeitlich für Kursverluste. Unter dem Strich blieb den Indizes Dow Jones und S&P 500 ein Plus von 0,4% auf 24’357,32 und 2672,63 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gewann 0,8% auf 6821,87.

Sollten die USA aus dem Abkommen mit dem Iran aussteigen, drohen erneut Sanktionen gegen das ölreiche Land. Spekulationen über neue Sanktionen hatten den Brent-Preis gestern über 76 $ getrieben. Heute Morgen kostete das Fass 75.40 $. WTI (WTI 71.43 0.08%) wird knapp unter 70 $ gehandelt.

Tesla erholten sich 3%. Gründer und Hauptaktionär Elon Musk hat seinen Anteil um 9,85 Mio. $ aufgestockt.

Apple erreichten im Handelsverlauf mit 187.67 $ ein weiteres Rekordhoch und schlossen 0,7% höher.

Athenahealth gewannen nach einem Übernahmeangebot 16,4% auf 146.75 $. Der von Paul Singer geführte Hedge Fund Elliott bietet 160 $ pro Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von fast 30% zum Schlusskurs vom Freitag. Der auf die Gesundheitsbranche spezialisierte IT-Dienstleister wird damit mit rund 6,5 Mrd. $ bewertet.

Bei den Immobilienaktien schossen Gramercy 15% nach oben. Die Private-Equity-Gruppe Blackstone (+0,2%) will die auf Industriegebäude und -grundstücke spezialisierte Gramercy für 7,6 Mrd. $ übernehmen.

Etwas weniger gut kam die Übernahmeabsicht von Givaudan-Konkurrent IFF (International Flavours & Fragrances) an. Der Aromen- und Dufthersteller möchte Frutarom aus Israel schlucken. IFF brachen nach Bekanntgabe 10,7% ein. Frutarom zogen 7,6% an.

Asien

An den Handelsplätzen in Fernost überwiegen die positiven Vorzeichen. Am stärksten präsentiert sich in der Region der Hongkonger Hang Seng Index mit einem Anstieg von 1,4%. Dank einem kräftigen Handelsbeginn liegt der Nikkei 225 in Tokio 0,2% im Plus.


News Vorbörse Schweiz

Adecco: Der Umsatz des Personaldienstleisters Adecco (ADEN 63.36 0%) ist im ersten Quartal in der Berichtswährung Euro um 1% auf 5,69 Mrd. € gesunken. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebita ging rund ein Fünftel auf 214 Mio. € zurück. Der Gewinn schrumpfte 25% auf 130 Mio. €. Mit dem Ergebnis hat Adecco die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn knapp verfehlt. Das Management gibt sich zuversichtlich, die Jahresziele zu erreichen. (Lesen Sie hier mehr.)

LafargeHolcim: Der Baustoffkonzern LafargeHolcim (LHN 53.24 -0.37%) weist für das erste Quartal einen unveränderten Umsatz von 5,83 Mrd. Fr. aus. Der um Einmalkosten adjustierte Ebitda ist rund 13% auf 700 Mio. Fr. gesunken. Damit hat der Konzern die Markterwartungen beim Umsatz übertroffen und beim Betriebsergebnis verfehlt. Das Verkaufsvolumen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. LafargeHolcim bestätigt die Guidance und rechnet für das laufende Jahr mit einer positiven Marktentwicklung. (Lesen Sie hier mehr.)

LafargeHolcim: Die französische Behörde zur Verteidigung nationaler Geheimnisse (Commission du secret de la défense nationale) hat der Freigabe von «geheimen Verteidigungsdokumenten» über die Aktivitäten des Zementherstellers LafargeHolcim in Syrien zugestimmt. Der Vorwurf lautet, dass der Konzern Extremisten bezahlt habe, damit ein Zementwerk im Norden des Landes in Betrieb bleiben konnte.

Swiss Life: Der Versicherer Swiss Life (SLHN 358.4 -0.17%) hat Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen im ersten Quartal um 7% auf 6,99 Mrd. Fr. gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen. Der Fee-Ertrag nahm 16% auf 395 Mio. Fr. zu. Zum Erfolg beigetragen hat die Sparte Swiss Life Asset Managers. Sie hat bei Drittkunden Neugelder von netto 2,4 Mrd. Fr. gewonnen. Die verwalteten Vermögen externer Kunden kletterten seit Jahresbeginn 2,2 auf 63,4 Mrd. Fr. Swiss Life sieht sich auf Kurs, die Jahresziele zu erreichen oder gar zu übertreffen. (Lesen Sie hier mehr.)

Schmolz + Bickenbach: Der Spezialstahlhersteller Schmolz + Bickenbach (STLN 0.816 1.62%) hat den Umsatz im abgelaufenen Quartal 17% auf 828,9 Mio. € gesteigert. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda lag mit 103,1 Mio. € um 56% über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich erzielte der Stahlhersteller einen Gewinn von 59 Mio. €, nach 16,5 Mio. € in der Vorjahresperiode. Er hat die Erwartungen mit dem Ergebnis mehrheitlich übertroffen. Mit Blick auf das Gesamtjahr hält das Management an seiner bisherigen Prognose fest. (Lesen Sie hier mehr.)

Dufry: Der Reisedetailhändler Dufry (DUFN 142.55 -1.25%) hat den Umsatz im ersten Quartal 6,6% auf 1820 Mio. Fr. gesteigert. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda ist 18,4% auf 183 Mio. Fr. gewachsen. Unter dem Strich resultiert ein Verlust von 47,5 Mio. Fr., nach einem Minus von 60,8 Mio. Fr. im Vorjahr. Mit dem Ergebnis hat Dufry die Markterwartung auf Stufe Ebitda deutlich übertroffen. Für das laufende Jahr gibt sich das Management zuversichtlich. (Lesen Sie hier mehr.)

Dufry: Das bereits angekündigte Aktienrückkaufprogramm wird am 11. Mai starten und über eine Periode von 21 Monaten laufen. Es sollen Titel im Wert von maximal 400 Mio. Fr. zurückgekauft werden.

PSP: Das Immobilienunternehmen PSP (PSPN 90.9 -0.11%) Swiss Property hat den Liegenschaftsertrag im abgelaufenen Quartal 1,1% auf 69,1 Mio. Fr. gesteigert. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda kletterte vor Neubewertungseffekten 7,2% auf 60,6 Mio. Fr. Es resultiert ein Gewinn von 43,2 Mio. Fr. (+8,7%). PSP hat die Gewinnerwartungen mit den Zahlen übertroffen. Für das Geschäftsjahr 2018 bestätigt sie den Ausblick für den Ebitda. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 224.55 0.25%) stellt für den Onkologie-Fachkongress Asco neue Daten aus verschiedenen Studien zur Behandlung von Lungenkrebs in Aussicht. Die Erkenntnisse werden mit Spannung erwartet, denn sie sollen Aufschluss über die Konkurrenzfähigkeit von Roche in der Immunonkologie geben.

Vifor Pharma: Das Pharmaunternehmen Vifor Pharma (VIFN 157.85 -1.25%) hat in den USA eine weitere Zulassung für das Medikament Veltassa erhalten. Damit können Patienten das Mittel künftig leichter in ihren Alltag integrieren. (Lesen Sie hier mehr.)

Emmi: In der Konzernleitung des Milchverarbeiters Emmi (EMMN 838 -0.48%) kommt es zu einem Wechsel. Finanzchef Jörg Riboni will sich beruflich neu orientieren und verlässt das Unternehmen im April 2019. Wer den CFO-Posten übernimmt, ist noch offen.

Baloise: Der Versicherer Baloise (BALN 154.6 -0.19%) experimentiert zusammen mit dem Start-up Veezoo an einer Konversationslösung, die auf künstlicher Intelligenz basiert. In einem Pilotversuch wird das Unternehmen die Software von Veezoo während der nächsten Monate mit Vertriebsdaten testen.

HLEE: Die beiden SIX-kotierten Gesellschaften Highlight Event & Entertainment (ESRI 23.2 3.57%) (HLEE) und The Native gehen eine strategische Partnerschaft in den Bereichen Digital Entertainment und Celebrity E-Commerce ein.


SMI-Markttechnik: Etwas Spielraum bleibt noch

Der Swiss Market Index hat einen Teil seines Aufwärtspotenzials bereits ausgeschöpft, doch bis zur nächsten Barriere ist noch Platz. Lesen Sie hier mehr dazu.


Ausblick Rohstoffe

Entscheidungswoche für den Ölpreis

Spätestens am 12. Mai soll US-Präsident Donald Trump verkünden, ob er das Abkommen mit dem Iran aufkündigt und damit die Ölexporte aus dem Land neuen Sanktionen unterwerfen wird. Neben der guten Weltkonjunktur ist das einer der Hauptgründe für den steigenden Ölpreis. Die US-Sorte WTI notiert zum ersten Mal seit November 2014 über der Marke von 70 $ je Fass – 16% höher als noch zu Jahresanfang. Brent notierte zu Wochenanfang über 75 $.

Die Analysten der Commerzbank sind aber vorsichtig, den Effekt neuer Sanktionen abzuschätzen: «Noch ist nicht klar, ob die wichtigsten Abnehmerländer für iranisches Öl von den Sanktionen überhaupt betroffen sein werden. Denn im Unterschied zu den bis Anfang 2016 geltenden Sanktionen stehen die USA mit ihrer Meinung zum Iran diesmal weitgehend allein da, was die Durchsetzung exterritorialer Sanktionen erschwert», heisst es in ihrem Marktbericht.

Die kanadische Scotiabank weist auf die Erfahrung im Jahr 2006 in einem Kommentar hin: «Wegen des Ausfalls iranischer Exporte und wachsender geopolitischer Spannungen kletterte der Ölpreis von 60 auf 145 $.» Doch heute sei die iranische Förderung weniger wichtig für den Ölmarkt. «Höhere Ölpreise könnten eine wachsende Förderung unter anderem in den USA und Kanada auslösen.» Eine Rückkehr zu den Erfahrungen ab dem Jahr 2006 sei unwahrscheinlich.