Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Die US-Börse legte auch am Donnerstag zu. Zur guten Stimmung der Anleger trugen die niedrigeren Inflationsdaten als erwartet bei, die die Sorge um eine Beschleunigung bei den Zinsschritten durch die US-Notenbank dämpften. Der Dow Jones Industrial beendete den Handel 0,8% fester. Der breit gefasste S&P 500 stieg 0,9%, und der Index der Technologiebörse Nasdaq 100 schloss gar 1% fester.

Ölaktien profitierten vom fortgesetzten Anstieg des Rohölpreises wegen der Spannungen im Nahen Osten. An der Spitze des Dow Jones (Dow Jones 26743.5 0.32%) legten ExxonMobil mehr als 2% zu.

Im Biotech-Sektor herrscht ebenfalls gute Stimmung. Das Übernahmekarussell dreht sich weiter. Der US-Pharmakonzern Eli Lilly (+2%) will Armo BioSciences kaufen. Damit soll die Produktpalette zur Behandlung von Krebspatienten ausgebaut werden. Die Armo-Aktien schlossen 67% höher.

Die Aktionäre von Facebook scheinen den Skandal rund um die Datenanalysefirma Cambridge Analytica hinter sich gebracht zu haben. Mit einem Plus von 1,6% stiegen die Titel über das Niveau vor dem Kurseinbruch im März. Qualcomm schlossen nach der Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms mehr als 3% fester.

Am Anleihenmarkt rentierten zehnjährige US-Staatsanleihen mit 2,96% etwas höher. Der Dollar stoppte nach den Inflationszahlen den jüngsten Aufwärtstrend und gab nach. 1 $ wird für 1.0025 Fr. gehandelt. Der Euro erholte sich auf 1.1952 Fr./€.

Asien

Unterstützt von Wallstreet und beflügelt von positiven Geschäftszahlen grosser Unternehmen hat die Börse in Japan am Freitag auf ein Dreimonatshoch zugelegt. Der Nikkei 225 gewann bis zum Nachmittag 0,9%. Der breiter gefasste Topix stieg 0,8%. In Korea avancierte der Kospi ebenfalls 0,7%.

Zu den Gewinnern an der japanischen Börse gehörte der Autobauer Suzuki, der mit seinem Jahresgewinn die Erwartungen übertroffen hatte. Die Suzuki-Aktien legten 7% zu.

In China verlor der CSI 300, der die 300 grössten in Shenzhen und Schanghai gehandelten Festlandaktien umfasst, bis zum frühen Nachmittag dagegen 0,3%. Der Shenzhen Composite büsste 0,6% ein, und der Index der Börse in Schanghai gab 0,2% nach.


News Vorbörse Schweiz

Sika: Der Streit um die Kontrolle beim Bauchemiekonzern Sika (SIKA 143.3 -1.44%) ist beendet. Das Unternehmen, die Familienholding Schenker-Winkler und der französische Konzern Saint-Gobain haben eine Vereinbarung getroffen, die Beteiligung und Stimmrechte an Sika neu ordnet. (Lesen Sie hier mehr.)

Richemont: Der Luxusgüterkonzern Richemont (CFR 80.84 0.42%) hält nach Ablauf des Übernahmeangebots 94,99% am italienischen Onlinehändler Yoox Net-a-Porter (YNAP), was den Mindestakzeptanzwert von 90% erfüllt. Die Transaktion hat einen Gesamtwert von 2,6 Mrd. €. (Lesen Sie hier mehr.)

Cosmo: Dem Pharmaunternehmen Cosmo (COPN 130.4 0.15%) wurden von der US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA Mängel für seinen Farbstoff Methylen Blue MMX bescheinigt. Um welche Mängel es sich handelt, teilte die FDA laut Cosmo nicht mit. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 235.15 0.04%) meldet einen Misserfolg seines Medikaments Tecentriq. Demnach hat in einer Phase-III-Studie die Kombination aus Tecentriq und Cotellic bei fortgeschrittenem oder metastasierendem Dickdarmkrebs nicht die gewünschte Wirkung erzielt. (Lesen Sie hier mehr.)

Polyphor: Das Biopharmaunternehmen Polyphor (POLN 32.8 2.5%) will bei seinem Börsengang am 15. Mai durch die zusätzliche Ausgabe von Aktien bis zu 150 Mio. Fr. und damit mehr als geplant einnehmen. Die Preisspanne je Titel wurde auf 35 bis 38 Fr. eingeengt.

Swiss Prime Site: Die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site (SPSN 82.8 0.61%) verkauft die im Bau befindliche Berner Wohnanlage «Weltpost Park» an Allianz (ALV 192.78 1.36%) Suisse. Ein Verkaufspreis wurde nicht mitgeteilt, das Projekt soll Anfang 2020 fertiggestellt sein.

Lastminute: Der Onlinereiseanbieter Lastminute (neu: Lmgroup) hat rund 4,68 Mio. eigene Aktien zu 16 Fr. je Titel zurückgekauft. Dies entspricht 33,8% der kotierten Valoren.

Adecco: Der Personalvermittler Adecco (ADEN 52.86 -0.83%) hat Eckdaten für sein Aktienrückkaufprogramm vorgelegt. Demnach will er Titel im Wert von 150 Mio. Fr. überwiegend im vierten Quartal beginnend 2019 bis zum 13. Mai 2021 zurückkaufen.


SMI-Markttechnik: Entscheidung steht bevor

Der positive Trend der Vorwochen könnte nun zu einem längeren Halt kommen, denn der Markt hat eine Verkaufszone erreicht. Lesen Sie hier mehr dazu.


Ausblick Unternehmen

In der kommenden Woche nimmt die Saison der Generalversammlungen von kleinen und mittelgrossen Unternehmen ihren Lauf. Den Anfang macht Jungfraubahn, es folgen unter anderem Vifor und Temenos, am Mittwoch sind Alpiq, Hügli und Repower an der Reihe. In der zweiten Wochenhälfte finden die GV etwa von VAT, Phoenix Mecano, BKW und Calida statt.

Am Dienstag hält Novartis einen Investor Event ab. Von Interesse wird unter anderem sein, wie der Konzern die Zukunft des Schuppenflechtemittels Cosentyx beurteilt. Es entwickelte sich im ersten Quartal weniger gut als erwartet.

Die Pharmagesellschaft und Börsenaspirantin Polyphor plant für Dienstag den ersten Handelstag ihrer neu emittierten Aktien. Es werden Titel in einer Spanne von 30 bis 40 Fr. pro Stück angeboten. Die frischen Mittel von rund 100 bis 150 Mio. Fr. sollen die Entwicklung eines neuartigen Antibiotikums und eines Brustkrebsmittels bis zur Marktzulassung finanzieren.

Am Donnerstag wird Züblin die Jahreszahlen (2017/2018 per Ende März) vorlegen. Die Immobilienfirma, deren Streubesitz einen Börsenwert von weniger als 50 Mio. Fr. aufweist, gehört zu 40,7% dem russischen Investor Victor Vekselberg.

Die grösste Aufmerksamkeit der kommenden Woche dürfte Richemont zuteilwerden. Der Luxusgüterkonzern wird am Freitag das Ergebnis des Geschäftsjahres 2017/2018 (per Ende März) vorlegen. Der personelle Umbau schreitet voran, überrascht hat zuletzt der Abgang von Jean-Jacques van Oosten, der erst im Januar Digitalchef von Richemont (CFR 80.84 0.42%) geworden war. Im Rahmen der Jahreszahlen wird interessant sein, ob die Lagerrückkäufe fortgesetzt wurden. Analysten erwarten ein ähnliches Niveau wie 2016/2017 (250 Mio. €). Für den Jahresumsatz 2017/2018 errechnet Bloomberg eine durchschnittliche Schätzung der Analysten von 11,2 Mrd. € und für den Gewinn je Aktie von 3.10 €.