Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Der Dow Jones Industrial hat am Mittwoch kräftig zugelegt und wieder die 25’000-Punkte-Marke übertroffen. Er beendete den Handelstag mit einem ein Plus von 1,4% auf 25’146. Der breit gefasste S&P 500 avancierte 0,86% auf 2772, während der Nasdaq 100 um 0,6% auf 7210 Punkte zulegte und damit ein neues Rekordhoch erklomm.

Zu den Zugpferden gehörten die Bankwerte, die von den steigenden Zinsen profitierten. So gewannen die Aktien von JPMorgan Chase 2,3%, die Titel von Goldman Sachs verteuerten sich um 1,7%.

An der Spitze des Dow Jones (Dow Jones 25706.68 -0.36%) lagen Boeing mit einem Zuwachs von 3,18%, dicht gefolgt vom Chemiekonzern DowDuPont, der 3,17% stieg.

Im Nasdaq 100 (Nasdaq 100 7278.6311 0.03%) stachen die Tesla-Aktien hervor, die einen Sprung von fast 10% machten. CEO Elon Musk hatte sich positiv zu den Fertigungszielen beim Model 3 geäussert, was den Valoren Auftrieb verlieh.

Nur gerade vier Titel aus dem Dow Jones Industrial mussten Kursverluste einstecken: Walmart (–0,07%), Pfizer (–0,16%), Travelers (–0,31%) und General Electric (–1,16%).

Asien

Auch in Asien zeigten sich die Börsen von ihrer freundlichen Seite. In Tokio handelte der Nikkei 225 rund 0,95% höher, während der Kospi in Seoul 0,7% zulegte.

Der Hang Seng in Hongkong avancierte derweil um 0,5%, der S&P/ASX 200 notierte 0,55% höher. Der Taiex in Taipeh wartete mit einem Plus von 0,45% auf.


News Vorbörse Schweiz

Kühne + Nagel: Der Logistiker Kühne + Nagel (KNIN 133.5 -7%) arbeitet enger mit seinem Softwarepartner Zebraxx zusammen. Mit der Software von Zebraxx kann Kühne + Nagel nach eigenen Aussagen die Kundeninformation kurz vor der Auslieferung verbessern.

Kudelski: Der Hersteller von Pay-TV-Empfangsboxen hat einen neuen Auftrag erhalten. Der taiwanesische Kabelfernsehbetreiber Taiwan Broadband Communications hat sich für eine Technologielösung von Kudelski (KUD 6.74 -4.67%) entschieden.

Bell: Der Fleischverarbeiter Bell Food (BELN 303 -0.49%) erhält von den Aktionären das gewünschte Kapital für die Akquisition von Hügli (HUE 910 -1.52%) sowie für weitere strategische Investitionen. Mit Ablauf der Bezugsfrist wurden 99,15% der Bezugsrechte für neue Namenaktien ausgeübt. Durch die Kapitalerhöhung wird Bell ein Betrag von 612,6 Mio. Fr. zufliessen.

Leclanché. Die Aktionäre des Energiespeicherunternehmens Leclanché (LECN 1.93 0.52%) haben einer Kapitalerhöhung zugestimmt. Das autorisierte Aktienkapital des Unternehmens steigt dadurch auf 60,5 Mio. Fr., aufgeteilt in 40,3 Mio. Aktien. Zudem erhöht sich das bedingte Kapital auf 56 Mio. Fr. respektive 37,3 Mio. Titel.

Airopack: Der Sprühdosenhersteller erhält einen neuen Auftrag. Der dänische Hersteller von Rasierschaum Bolding setzt neu auf die Produkte von Airopack (CSS 7.8 0%).

Clariant: Der Chemiekonzern Clariant (CLN 22.04 -1.39%) hat die EU-Regel Registration, Evaluation, Authorisation and Restrictions of Chemicals umgesetzt. Die EU verlangt seit Neustem von allen Chemieunternehmen die relevanten Daten zu allen verwendeten chemischen Substanzen.

Arbeitslosenquote: In der Schweiz ist die Arbeitslosenquote im Mai auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gefallen. Sie ist im Vergleich zum April 2,4% gesunken. Das entspricht einem Minus von 0,3 Prozentpunkten.


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Ausblick Zinsen und Devisen

Das vorübergehende Scheitern einer neuen Regierung in Italien hatte kurzfristig zu einer ausgeprägten Flucht in sichere Anlagen/Häfen geführt. So sank die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen in Deutschland bis auf 0,28%, in der Schweiz bis auf –0,12% und in den USA bis auf 2,77%, auf Niveaus also, «die man längst hinter sich wähnte», wie die ZKB in ihrem wöchentlichen Zinsmarktkommentar anmerkt.

Auf der anderen Seite seien in Italien (und etwas weniger ausgeprägt in Spanien und Portugal) die Renditen «markant» gestiegen. Der Spread italienischer zu deutschen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit überschritt kurzfristig 280 Basispunkte. So hoch war die Renditedifferenz seit 2013 nicht mehr.

Zwar liegt die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen mit etwa 2,9% derzeit deutlich höher als diejenige der spanischen (1,5%) oder der portugiesischen (1,9%) Pendants, sie blieb aber auch während der Ungewissheit im Zusammenhang mit der Regierungsbildung in Rom stets unter dem Niveau von US-Treasuries (2,96%). Anleger in Italo-Bonds erhalten also eine geringere Risikoentschädigung als diejenigen, die US-Treasuries im Portfolio haben.

Dass nach einigem Hin und Her und personellen Kompromissen dann doch noch eine neue italienische Regierung vereidigt wurde, sorgte anschliessend für eine gewisse – von volatilen Ausschlägen unterbrochene – Entspannung. Die ZKB geht davon aus, dass sich die Gemüter an den Finanzmärkten weiter beruhigen werden und die Renditen kurz- und mittelfristig wieder steigen.

Am Markt sollte sich dann doch langsam die Ansicht durchsetzen, dass «Konjunkturaussichten für die Renditeentwicklung wichtiger sind als politische Ereignisse», heisst es zur Begründung. Und diese Konjunkturaussichten sind für die ZKB «nach wie vor sehr gut». Zur guten Konjunktur im Inland passt auch, dass die Schweizer Konsumentenpreise im Mai 0,4% gestiegen sind. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik lag die Teuerung damit 1% höher als vor Jahresfrist.