Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

Asien

Am Donnerstagmorgen notieren die asiatischen Börsen im Minus. Der japanische Nikkei verliert 1%, der Hang Seng in Hongkong 1,2%, der Shanghai Composite 1% und der koreanische Kospi 0,8%.

In Japan warnte Ryohin Keikaku (–12,4%), Betreiber der Einzelhandelskette Muji, vor schwachem Absatz in China. Das brachte andere Konsumtitel wie das Kosmetikunternehmen Shiseido (–5,2%) und den Shopping-Mall-Betreiber Aeon Mall (–6,3%) unter Druck. Auch das Nikkei-Schwergewicht Fast Retailing (–2,7%), dessen Marke Uniqlo neu Sponsor von Roger Federer ist, wurde abgestossen.

In Hongkong notieren grosse chinesische Banken stark im Minus: ICBC verlor 4,7% und Bank of China 6%.

Nach dem Unfalltod von Wang Jian, dem Verwaltungsratspräsidenten der HNA-Gruppe, sanken die Kurse der HNA-Tochterunternehmen zeitweise massiv: Das Schmuckunternehmen Hifood (–1,5%) brach zu Handelsbeginn 11% ein, und der Logistiker CWT International (–3,9%) sank im Handelsverlauf fast 6%.

Der US-Markt war wegen des Independence Day am Mittwoch geschlossen.


News Vorbörse Schweiz

Straumann: Marco Gadola, Chef von Straumann (STMN 642.5 -3.09%), sieht für den Anbieter von Zahnimplantaten weiter grosses Potenzial für Wachstum, sagte er in der NZZ (NZZ 5100 0%). Der Markt für Zahnimplantate sei «fast oligopolistisch». Er wachse durch höhere Ansprüche der Patienten und Dentalserviceorganisationen. Zudem könnten sich mehr Menschen Implantate leisten.

LLB: Die Liechtensteinische Landesbank (LLB (LLB 65 -4.41%)) hat die Übernahme der Wiener Privatbank Semper Constantia abgeschlossen. Die bisherigen Hauptaktionäre halten nun rund 6% an der LLB. Semper Constantia soll mit LLB Österreich fusionieren, mit einem kombinierten Kundenvermögen von mehr als 18 Mrd. €.

Crealogix: Der Softwareanbieter Crealogix (CLXN 134 -0.74%) übernimmt die deutsche Elaxy Business Solution & Services (Jahresumsatz rund 10 Mio. €) komplett (Anteil bisher 20%). Der Anteil von 80% an Elaxy Financial Software & Solutions bleibt unverändert. Beide Firmen sollen künftig unter der Marke Crealogix auftreten.

Flughafen Zürich: Das Zürcher Stadtparlament will die Anteile der Stadt am Flughafen Zürich (FHZN 165 -2.94%) von 5% nicht verkaufen. Der Gemeinderat hat eine entsprechende Motion deutlich abgelehnt. (Lesen Sie hier mehr.)

SNB: Martin Schlegel wird per 1. September stellvertretendes Direktoriumsmitglied der Schweizerischen Nationalbank. Er ist derzeit Leiter der SNB-Niederlassung in Singapur. (Lesen Sie hier mehr.)

Vontobel: Die Privatbank Vontobel (VONN 58.85 -2.32%) werde von 400 Notenstein-Mitarbeitern bis zu 140 nicht übernehmen können, sagte ein Sprecher  dem «Tages-Anzeiger».

Santhera: Die Biotech-Gesellschaft Santhera (SANN 15.86 -0.88%) hat neue Daten vorgestellt, die die klinische Relevanz der maximalen exspiratorischen Atemflussrate als Indikator für den Krankheitsverlauf bei Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) untermauern sollen.


SMI-Markttechnik: Entwarnung am Wochenende

Hält der Swiss Market Index sich auf dem aktuellen Kursniveau, wäre dies ein Signal für eine bevorstehende Entspannung. Lesen Sie hier mehr dazu.


Ausblick Zinsen und Devisen

Frühestens im dritten und nicht mehr wie bisher erwartet im ersten Quartal 2019 – und schon gar nicht mehr im Dezember – dürften die Voraussetzungen für eine erste Leitzinsanhebung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gegeben sein. Vorausgesetzt, die Europäische Zentralbank (EZB) ist bis dahin in Vorlage getreten. Die von FuW Anfang Juli befragten Bankökonomen von UBS, Credit Suisse (CS), Zürcher Kantonalbank, Bank Bär, Raiffeisen Schweiz und St. Galler Kantonalbank (SGKB) sehen den Prozess der Zinsnormalisierung einmal mehr verlangsamt.

UBS-Ökonom Alessandro Bee hat, stellvertretend für die Mehrheit der Befragten, den ersten Zinsschritt der SNB deutlich nach hinten «verschoben» – vom Dezember 2018 auf den September 2019. Gleichzeitig geht er davon aus, dass auch die EZB im dritten Quartal 2019 die Leitzinsen anheben wird. Der Zinsspread der Schweiz zur Eurozone dürfte relativ konstant bleiben.

Die Situation in Italien, die geopolitischen und handelspolitischen Spannungen sowie die Abschwächung der Konjunktur in der Eurozone hätten die EZB vorsichtig gemacht. «Das dürfte dann auch die SNB vorsichtiger werden lassen», so Bee. Die Nationalbank dürfte kaum bereit sein, eine Einengung der Renditedifferenz zu riskieren und die Zinsen vor der EZB anzuheben.

CS-Zinsstratege Karsten Linowsky rechnet ebenfalls mit einer langsameren Normalisierung der Schweizer Zinslandschaft. Da die Inflation in der Schweiz moderat bleiben dürfte, bestehe für die Nationalbank keine Eile, ihre Geldpolitik zu straffen. Im Gegensatz zu den anderen Befragten hält es Linowsky aber für möglich, dass die SNB «nicht unbedingt warten wird, bis die EZB eine Zinsstraffung eingeleitet hat».

Schliesslich möchte die SNB so schnell wie möglich aus ihrer Negativzinspolitik aussteigen, argumentiert Linowsky. Stefan Kreuzkamp, Chef-Anlagestratege von DWS, sieht die erste Zinsanhebung der EZB seit 2011 gar erst im vierten Quartal 2019. Bei der US-Notenbank rechnet er für 2019 mit drei weiteren Leitzinserhöhungen bis auf 3%.