Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

Die Börsen in den USA sind am Mittwoch leicht gestiegen. Der Dow Jones Industrial verfehlte den Stand von 27’000 im Tagesverlauf nur knapp, büsste dann an Schwung ein und schloss mit einem Tagesgewinn von 0,2% auf 26’828. Der breiter diversifizierte S&P 500 avancierte 0,1% auf 2925, und der technologielastige Nasdaq 100 stieg ebenfalls 0,1% auf 7637.

Für Zuversicht sorgten gute US-Konjunkturdaten. In der Privatwirtschaft wurden gemäss dem Dienstleister ADP mehr Arbeitsstellen geschaffen als erwartet, nun blicken die Anleger auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Unter den Dienstleistungsunternehmen hat sich gemäss ISM-Einkaufsmanagerumfrage die Stimmung erneut verbessert. Zudem orteten die Märkte eine Entspannung im Disput um das Staatsdefizit in Italien.

Von den guten Wirtschaftsaussichten profitierten Industrieaktien wie Boeing und Caterpillar mit einem Kursgewinn von bis zu 2,2%. Im Chipsektor gewannen Intel 1,4%, während der Konkurrent AMD 2% einbüsste.

Banken profitierten davon, dass die Kurse von US-Staatsanleihen sanken und die Rendite entsprechend stieg. Der Marktzins für zehnjährige Treasuries kletterte auf 3,17%, das ist der höchste Stand seit Sommer 2011. Die Aktien von JPMorgan und Goldman Sachs avancierten knapp 1%.

In Asien sind die Aktienmärkte am Donnerstag gesunken. Ein Grund dafür waren Sorgen um die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China. In Tokio sank der Nikkei 225 um 0,6%, der breiter gefasste Topix verlor 0,1%. Der Hongkonger Hang Seng büsste 1,8% ein. Auf dem chinesischen Festland legte der CSI 300 hingegen 1% zu. Der koreanische Kospi sank 1,5%. Der regionale MSCI Asia Pacific Index fiel 0,7%.

Der Terminkontrakt (Futures) auf den S&P 500 (SP500 2809.21 -0.03%) handelte am Donnerstagmorgen leicht tiefer. Der Franken-Euro-Wechselkurs sank unter 1.14 Fr./€ und notierte 1.1380 Fr./€. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg weiter auf 3,21%.


News Vorbörse Schweiz

Barry Callebaut: Der Hersteller von Kakaoprodukten Barry Callebaut (BARN 1922 -1.54%) übernimmt die russische Inforum, die russische Süsswarenkonzerne mit Schokolade, Glasuren und Füllungen beliefert. Die privat gehaltene Inforum erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von umgerechnet 87 Mio. Fr. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. (Lesen Sie hier mehr.)

Bucher: Der Maschinen- und Fahrzeugbauer Bucher (BUCN 294.4 -1.21%) verstärkt sich im Landmaschinengeschäft. Die Division Kuhn Group übernimmt Artec Pulvérisation, einen Hersteller von selbstfahrenden Feldspritzen in Frankreich (Umsatz 19 Mio. €). Bucher Specials mit dem Geschäftsbereich Bucher Landtechnik kauft von der Westschweizer Grunderco das Handelsgeschäft mit Mähdreschern (Umsatz 20 Mio. Fr.). Über die Kaufpreise wurde Stillschweigen vereinbart. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 236 -1.89%) stellt neue Phase-III-Daten zu Baloxavir Marboxil vor. Es sei das erste Mittel, das klinischen Nutzen bei der Behandlung von Grippe zeige. Es verringere deutlich die Zeit, bis die Grippesymptome abklingen.

SFS: Der Befestigungstechniker SFS (SFSN 104.6 0.1%) führt Gespräche mit dem US-Bauzulieferer Triangle Fastener Corporation in den USA über eine strategische Zusammenarbeit. (Lesen Sie hier mehr.)

Ypsomed: Der Injektionsspezialist Ypsomed (YPSN 134.7 1.35%) will gemeinsam mit Philips (PHIA 35.9 0.76%) neue digitale Lösungen für die Überwachung der Therapietreue und das digitale Management von Injektionsgeräten entwickeln.

BKB: Die Basler Kantonalbank meldet das provisorische Endergebnis der Übernahme der Bank Cler (BC 52 -2.26%): Unter Vorbehalt des Vollzugs hält die BKB nun 98,71% des Kapitals und der Stimmen der kotierten Cler-Aktien.


SMI-Markttechnik: Weichenstellung steht bevor

Beendet der Swiss Market Index die Seitwärtstendenz der Vormonate, oder kommen die Verkäufer zurück? (Lesen Sie hier mehr.)


Ausblick Zinsen und Devisen

Angesichts der guten Wirtschaftslage wäre eine Anhebung der Zinsen in der Schweiz vorstellbar, schreibt die Konjunkturforschungsstelle Kof/ETH in ihrer Herbstprognose. Da aber im Euroraum die Zinsen am kurzen Ende «wohl noch ein Jahr deutlich negativ» bleiben dürften, wäre eine frühere Anhebung der schweizerischen Zinsen mit der Gefahr einer Frankenaufwertung verbunden. Deswegen, so die Kof, werde die SNB (SNBN 5820 -3%) ihre Zinsen wohl nicht vor der EZB anheben. Die Langfristzinsen, die sich zuletzt wieder etwas zurückgebildet hätten, würden voraussichtlich bereits zur Jahreswende langsam nach oben tendieren.

Abwärtsrisiken für ihre Prognosen macht die Kof im internationalen Umfeld aus, wo ein Einbruch des Welthandels aufgrund von Handelskriegen die Schweizer Wirtschaft treffen könnte. Angesichts eines drohenden ungeordneten Brexit und wieder aufkommender Sorgen um die Stabilität des Euros könnte der Franken als traditionelle Hafenwährung die Erholung der Schweizer Exportwirtschaft vom Aufwertungsschock 2015 rückgängig machen.

«Unter der Annahme leicht rückläufiger Inflationsraten erwarten wir steigende Realrenditen in den USA», schreibt Swiss Life (SLHN 367.5 0.19%) in ihren jüngsten Finanzmarktperspektiven. Der Versicherer erwartet noch eine Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank in diesem Jahr und drei im nächsten. Europa übernehme dagegen mit dem Brexit-Problem und der italienischen Haushaltsplanung für 2019 «wieder die Hauptrolle als Spielverderber an den Finanzmärkten». Die wahrscheinliche Beendigung der EZB-Anleihenkäufe zum Jahresende erlaube die «Erwartung eines Anstiegs der Langfristzinsen» vor allem in der Peripherie der Eurozone.

Die ZKB hält es für möglich, dass die zehnjährige US-Teasury-Rendite demnächst wieder ihr Jahreshoch vom Mai (3,11%) testet, sieht aber «kurzfristig keine darüber hinausgehenden Zinsfantasien». Mittelfristig sollten jedoch die anhaltend robuste Weltkonjunktur und der Prozess der geldpolitischen Normalisierung, der von den Märkten noch immer unterschätzt werde, für moderat höhere Renditen sorgen.