Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

In den USA sind die Börsen am Donnerstag gesunken. Der Dow Jones Industrial fiel 0,9% auf 25’169, der breiter diversifizierte S&P 500 verlor ebenfalls 0,9% auf 2706, und der technologielastige Nasdaq 100 büsste 1,3% ein auf 6904.

Auf die Stimmung drückte der Handelsstreit. US-Präsident Donald Trump will sich nicht vor dem 1. März mit Chinas Staatschef Xi Jinping treffen – an diesem Tag läuft die Frist ab, um einen Kompromiss zu finden und eine Vereinbarung abzuschliessen.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand die Quartalsberichterstattung. Die Aktien von Twitter sanken trotz guten Zahlen 9,8%, Grund dafür ist ein schlechterer Ausblick als erwartet. Die gleiche Konstellation führte bei Fiat Chrysler zu einem Kursverlust von 12,2%.

Kellogg vermeldete einen höheren Umsatz, obwohl das Geschäft in der Branche für Frühstückslebensmittel generell nicht besonders gut läuft. Die Aktien sanken indes 5,6%.

In Asien sind die Börsen am Freitag ebenfalls gesunken. In Tokio handelte der Nikkei 225 knapp 2% und der breiter gefasste Topix 1,9% tiefer. Sony stiegen 5% wegen eines Aktienrückkaufprogramms. Nikon gaben 11% nach, der Kamerahersteller meldete eine schwächere Nachfrage aus China.

Der Hongkonger Hang Seng büsste 0,4% ein. Auf dem chinesischen Festland bleiben die Börsen geschlossen. In Südkorea notierte der Kospi 1,2% tiefer.

Der Terminkontrakt (Futures) auf den S&P 500 (SP500 2905.03 0.16%) handelte am Freitagmorgen leicht im Minus.


News Vorbörse Schweiz

Ems-Chemie: Der Spezialchemiekonzern Ems-Chemie (EMSN 623 0.32%) hat Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Der Umsatz stieg 8% auf 2,32 Mrd. Fr. Der Betriebsgewinn (Ebit) nahm 6,6% auf 620 Mio. Fr. zu. Unter dem Strich blieben 522 Mio. Fr. Gewinn (+7,8%). Aktionäre erhalten 19.75 Fr. Dividende. Die Ertragszahlen lagen über den Markterwartungen, der Umsatz darunter. Die Verlangsamung im Automobilsektor hinterlässt Spuren: Für das laufende Jahr geht der Konzern noch von Umsatz und Ebit mindestens auf Vorjahresniveau aus. (Lesen Sie hier mehr.)

Dätwyler: Der Umsatz des Industriekonzerns Dätwyler (DAE 155.4 1.04%) ist 2018 um 5,4% auf 1,36 Mrd. Fr. gestiegen. Organisch betrug das Wachstum 2%. Das operative Ergebnis (Ebit) nahm knapp 5% auf 170 Mio. Fr. zu, der Gewinn ging 2% auf 121 Mio. Fr. zurück. Die Dividende bleibt unverändert. Im laufenden Jahr erwartet Dätwyler vorübergehend schwierige Märkte. Der Umsatz soll auf 1,45 bis 1,5 Mrd. Fr. steigen und die operative Marge im Zielband von 12 bis 15% liegen. (Lesen Sie hier mehr.)

Mobimo: Das Immobilienunternehmen Mobimo (MOBN 235 -0.21%) hat den Gewinn 2018 mit 90,3 (91,5) Mio. Fr. knapp auf Vorjahreshöhe gehalten. Der Mietertrag stieg marginal auf 114,1 Mio. Fr. Die Leerstandquote verbesserte sich auf niedrige 2,9%. Der Erfolg aus Neubewertung betrug 42 Mio. Fr. Die Dividende wird bei 10 Fr. belassen. Die Zahlen haben die Markterwartungen knapp verfehlt. (Lesen Sie hier mehr.)

Graubündner Kantonalbank: Der operative Geschäftserfolg der GKB lag mit 196,1 Mio. Fr. auf dem Niveau des Rekordvorjahres. Der Konzerngewinn verbesserte sich 2,7% auf 185,1 Mio. Fr. Beide Gewinnkennzahlen übertreffen die von der Bankführung anvisierte Zielbandbreite und auch die Erwartungen der Analysten von ZKB und Research Partners. Die Inhaber der Partizipationsscheine sollen erneut 40 Fr. Dividende erhalten. (Lesen Sie hier mehr.)

Zürcher Kantonalbank: Der Gewinn der grössten Schweizer Kantonalbank hat sich im letzten Jahr 1% auf 788 Mio. Fr. verbessert. Deutlich stärker erhöhte sich der Geschäftserfolg als Mass für das operative Ergebnis, er nahm 14% auf 892 Mio. Fr. zu. Der Geschäftsertrag der ZKB bildete sich allerdings leicht auf 2,3 Mrd. Fr. zurück. Leicht zulegen konnte die Bank im Zinsgeschäft (+1%). Das Hypothekarvolumen stieg 2,7%, womit die ZKB etwas unter dem Gesamtmarkt zulegte. (Lesen Sie hier mehr.)

Swisscom: Der Telecomkonzern Swisscom (SCMN 471.2 0.58%) hat sich für 196 Mio. Fr. die gewünschten Mobilfunkfrequenzen nach dem 5G-Standard gesichert. Die Investition wird als ausserordentlich verbucht. Der Rollout von 5G soll per Ende Jahr in sechzig Städten stattfinden. (Lesen Sie hier mehr.)

Sunrise: Der Telecomanbieter Sunrise (SRCG 69.4 0%) investiert 89 Mio. Fr. in den Aufbau eines 5G-Mobilfunknetzes. (Lesen Sie hier mehr.)

Cassiopea: Das Pharmaunternehmen Cassiopea (SKIN 53 -2.93%) hat 2018 den Verlust von 13,7 auf 12,7 Mio. € verringert. Die Barmittel betrugen Ende Jahr 4,6 Mio. €. Die Gesellschaft plant eine Kapitalaufnahme, um die klinischen Versuche mit mehreren Wirkstoffen abschliessen zu können. (Lesen Sie hier mehr.)


SMI-Markttechnik: Punktgenauer Korrekturstart

Exakt nach Fahrplan geht der Swiss Market Index in eine Konsolidierungsphase über. Lesen Sie hier mehr dazu.


Ausblick Unternehmen

Kommende Woche präsentieren wieder einige Unternehmen die Resultate für das abgelaufene Geschäftsjahr. Den Auftakt macht Lmgroup. Die vormalige Lastminute.com veröffentlicht am Dienstag das vorläufige Ergebnis für 2018. Vontobel publiziert gleichentags den vollständigen Abschluss. Die Privatbank hat im ersten Halbjahr einen Gewinnsprung hingelegt und damit fast alle Ziele für 2018 bereits erreicht. Gegenüber den Konkurrenten Julius Bär (BAER 48.02 2.08%) und EFG (EFGN 7.59 0%) hat sie einen wesentlichen Vorteil: Sie ist breiter aufgestellt und dürfte sich damit auch im schwieriger gewordenen Marktumfeld besser geschlagen haben.

Nachbörslich wird am Dienstag zudem Temenos über das vierte Quartal 2018 informieren. Das Banken-IT-Haus hat im Oktober die Prognose angehoben. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank gehen davon aus, dass es weiter vom guten Umfeld profitieren konnte.

Am Mittwoch warten Clariant, Bell Food und Valiant mit Zahlen auf. Die Baselbieter Spezialchemiegruppe befindet sich im Umbau. Das vom saudischen Chemiekonzern und Ankeraktionär Sabic angestossene Vorhaben verspricht Grösse, ein geschärftes Wachstumsprofil und eine merklich höhere Profitabilität. Für 2018 erwarten die Analysten gute Umsatzzahlen und eine deutliche Verbesserung des operativen Cashflows. Bei Bell Food (BELN 288 -2.04%) sind die Augen auf das Schweizer Geschäft und die Schwierigkeiten der österreichischen Tochter Hubers gerichtet, beides bremste den Lebensmittelhersteller im ersten Halbjahr. Zeigen die eingeleiteten Massnahmen Wirkung, dürfte sich die Marge in der zweiten Hälfte des Jahres verbessert haben.

Mit Nestlé und Credit Suisse veröffentlichen am Donnerstag gleich zwei Unternehmen aus dem Leitindex SMI (SMI 9571.22 -0.26%) ihr Ergebnis. Der Nahrungsmittelkonzern konnte das Wachstum in den ersten neun Monaten 2018 stetig steigern. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass das Ziel von 3% organischem Wachstum erreicht worden ist. Der Optimismus zeigt sich auch im Aktienkurs: Die Titel erreichten diese Woche ein neues Höchst bei mehr als 87 Fr.

Die Aktien der Grossbank kamen dagegen zuletzt kaum vom Fleck. Für einen positiven Kursimpuls müssten die Nettoneugelder im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich zugenommen haben. Dies ist angesichts des schwierigen Marktumfelds aber eher unwahrscheinlich.

Für den Liftbauer Schindler, der ebenfalls am Donnertag den Jahresbericht publiziert, sind die Analysten dagegen zuversichtlich. Sowohl der Auftragseingang als auch Umsatz und Gewinn dürften 2018 deutlich gestiegen sein. Gleichentags werden zudem Geschäftszahlen von Phoenix Mecano und Sulzer erwartet. ZKB prognostiziert, dass der Industriekonzern das Wachstumsziel von 10 bis 12% beim Auftragseingang erreicht hat. Beim Umsatz erwarten sie sogar einen deutlich stärkeren Zuwachs als die 6 bis 8% die das Unternehmen in Aussicht gestellt hat.

Zum Wochenabschluss präsentieren ausserdem BB Biotech und die St. Galler Kantonalbank ihr Jahresergebnis. Dank dem Beitrag des Private Banking und der damit verbundenen Diversifizierung dürfte sich die SGKB 2018 besser geschlagen haben als andere Banken.