Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Der Dow Jones Industrial verlor am Mittwoch 0,52% auf 25’673,46.  Der S&P 500 gab 0,65% auf 2771,45 nach, der Nasdaq 100 büsste 0,62% auf 7112,47 ein. Der aktuelle Konjunkturbericht des Fed, das sogenannte Beige Book, beeinflusste den Handel kaum. Das Fed schätzt, dass das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft zu Jahresbeginn etwas nachgelassen hat.

Die Aktien der Drogerie- und Apothekenkette Walgreens tendieren weiterhin abwärts. Sie lagen mit –3,63% erneut auf dem Schlussrang im Dow. In den vergangenen vier Handelstagen haben sie addiert über 14% verloren. ExxonMobil gaben 1,13% nach.

Die Titel des Modehändlers Abercrombie & Fitch stiegen nach einer über Erwarten erfreulichen Umsatzsteigerung im Schlussquartal sowie einem zuversichtlichen Ausblick mehr als 20% auf 25.70 $. General Electric verloren 7,89%. Das Management hatte für das laufende Geschäftsjahr negativen Cashflow in Aussicht gestellt. Fiat Chrysler gewannen 3,48%. Die Konzernleitung hatte sich offen für Allianzen oder Fusionen gezeigt.

Asien

Die asiatischen Märkte tendieren nach den uninspirierenden Vorgaben aus den USA und wegen Sorgen betreffend das Wachstum allgemein schwächer. Der Nikkei gibt rund 0,7% auf 21’456 nach. Der Shanghai Composite gewinnt leicht, 0,3% auf 3110, der Hang Seng dagegen notiert 0,7% tiefer auf 28’846. Der Kospi in Seoul büsst rund 0,5% ein.


News Vorbörse Schweiz

LafargeHolcim: Der Zementhersteller LafargeHolcim (LHN 49.51 0.34%) hat 2018 einen Gewinn von 1,5 Mrd. Fr. erwirtschaftet, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 1,68 Mrd. resultiert hatte. Der bereinigte Betriebsgewinn legte 2018 etwas stärker als erwartet um 3,6% auf 6,02 Mrd. Fr. zu. Die Nettoverschuldung sank auf 13,5 Mrd. per Ende Jahr (VJ 14,3 Mrd.). Die Dividende soll erneut 2 Fr. je Titel betragen.

Sika: Der Bauchemiekonzern Sika (SIKA 153.4 -0.13%) übernimmt die kanadische King Packaged Materials Company. Der Hersteller von Trockenspritzbeton und Mörteln für die Betonreparatur habe zuletzt mit 180 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 61 Mio. Fr. erzielt, schreibt Sika in der Mitteilung von Donnerstag. Die Transaktion werde voraussichtlich im zweiten Quartal abgeschlossen.

Ascom: Der Anbieter von Kommunikationstechnik Ascom (ASCN 12.92 1.73%) hat vergangenes Jahr noch weniger verdient als erwartet. Unter dem Strich fiel der Gewinn mit 21,4 Mio. Fr. mehr als 17% tiefer aus als 2017. Analysten hatten nach der Gewinnwarnung im Januar mit einem Ergebnis von 22,2 Mio. gerechnet. Sonst bestätigte das Unternehmen am Donnerstag die Kennzahlen, die vorab veröffentlicht wurden. Der Umsatz stieg 2,8% auf 318,5 Mio., die Ebitda-Marge sank auf 12,2, nach 14,1% im Vorjahr. Die Dividende soll erneut 45 Rappen je Aktie betragen.

Sonova: Der Hörgerätehersteller Sonova (SOON 223.2 -0.4%) will wegen des Brexit Dienstleistungen und Fertigungsaktivitäten aus Warrington im Vereinigten Königreich nach Spanien sowie Vietnam verlagern. Auch in Deutschland und Kanada werden die Strukturen angepasst. 250 Stellen sind davon betroffen. Die Einsparungen sollen 7 Mio. Fr. jährlich betragen, im Geschäftsjahr 2018/19 werden noch Restrukturierungskosten in der Höhe von 11 Mio. erwartet.

Partners Group: Die Private-Equity-Gesellschaft Partners Group (PGHN 790.8 -0.08%) meldet den Abgang von Vizepräsident Peter Wuffli. Als Nachfolger schlägt der Verwaltungsrat Eric Strutz vor. Zudem soll der ehemalige CEO der Baloise-Gruppe, Martin Strobel, in den Verwaltungsrat gewählt werden. Auch Charles Dallara stelle sich nach sechs Jahren als unabhängiges Verwaltungsratsmitglied nicht mehr zur Wiederwahl.

Baloise: Der Versicherer Baloise (BALN 181.9 -0.05%) hat im vergangenen Jahr rund 4,5% weniger verdient. Mit 523,2 Mio. Fr. fiel der Gewinn unter dem Strich zudem tiefer aus, als Analysten erwartet hatten. In der Nichtlebensparte verbesserte sich der Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) um 0,6 Prozentpunkte auf 91,7%. Das Geschäftsvolumen sank insgesamt 6,3% auf 8,78 Mrd. Fr. Das Eigenkapital reduzierte sich um 6,3% auf noch 6,01 Mrd. Die Dividende soll von 5.60 auf 6 Fr. je Aktie erhöht werden.

Siegfried: Der Pharmazulieferer Siegfried (SFZN 358 2.14%) hat 2018 die Erwartungen trotz Rekordergebnis verfehlt. Der Umsatz ist 5,8% auf 794,3 Mio. Fr. gewachsen. Der operative Gewinn auf Stufe Ebitda stieg gut 13% auf 125,9 Mio. Die entsprechende Marge erhöhte sich um 1 Prozentpunkt auf 15,8%. Unter dem Strich fiel der Gewinn mit 56,3 Mio. gar 38% höher aus. Die Dividende soll um 20 Rappen auf 2.60 Fr. angehoben werden. Für 2019 rechnet das Unternehmen mit einer weiteren Margenverbesserung.

Sensirion: Der Sensorenspezialist Sensirion (SENS 33.1 1.07%) verzeichnet für 2018 einen grösseren Verlust. Unter dem Strich fiel das Ergebnis mit –6,4 Mio. Fr. (VJ –0,8 Mio. Fr.) schlechter aus. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda erhöhte sich dagegen leicht auf 27,8 Mio. (VJ 26,2 Mio.). Das Plus konnte jedoch nicht mit dem Umsatzwachstum von 18% auf 174,8 Mio. mithalten.

Schindler: Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler (SCHP 222.1 1.51%) will die Verwaltung und den Betrieb von Immobilien mit digitalen Mitteln optimieren. Dazu gründet er BuildingMinds, die als eigenständiges Unternehmen geführt werden soll. Bis 150 Mio. Fr. sollen an das Start-up mit Sitz in Berlin fliessen.


SMI-Markttechniker: Pause oder Korrektur?

Der Swiss Market Index befindet sich zwar noch in einer kurzfristigen Aufwärtsbewegung, doch Anleger müssen über den Tellerrand schauen. (Lesen Sie hier mehr.)


Ausblick Zinsen und Devisen

Die Fachleute der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) haben in ihrem jüngsten Quartalsbericht vor dem Risiko eines Crashs bei Unternehmensanleihen gewarnt. So könnte es zu Panikverkäufen (Fire Sales) durch Anleiheninvestoren kommen, die ihre Papiere deutlich unter Wert verkaufen müssten, was wiederum zu steigender Verzinsung führt. Dieses Szenario könnte eintreten, wenn eine hohe Zahl von Unternehmen in kurzer Zeit von der Bonitätsnote BBB (und vergleichbar) in den Ramschbereich herabgestuft wird, schreibt die BIZ.

Ab BB+ (oder Ba1 bei Moody’s) abwärts gelten Schuldverschreibungen bei den Ratingagenturen als spekulative Anlage. Zwar sei der Anteil der Herabstufungen in diesen Ramschbereich seit dem Höhepunkt 2009 wieder deutlich gesunken: von 11,4% in den USA und 16,3% in Europa auf jeweils 7% in beiden Regionen 2017. Unter Umständen könnte die Häufigkeit der Herabstufungen jedoch wieder die Höhen von 2007 erreichen und Verkäufe auslösen, die den täglichen Umsatz mit Unternehmensanleihen klar übersteigen, warnt die BIZ, die als Dachorganisation der Notenbanken gilt.

Sie beruft sich bei ihren Berechnungen auf Umsatzzahlen der Securities Industry and Financial Markets Association (SIFMA), eines Verbands der US-Finanzindustrie: Komme es bei 11,4% der ausstehenden US-Unternehmensanleihen zu Herabstufungen in den Ramschbereich und finde dies bei einem Zehntel ungefähr zur selben Zeit statt, würden Anleihen für rund 35 Mrd. $ pro Tag auf den Markt geworfen. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2018 lag das tägliche Handelsvolumen mit US-Unternehmensobligationen bei 25 Mrd. $, was 0,27% des gesamten ausstehenden Volumens von 9100 Mrd. $ entspricht. Dies könnte erhebliche Preisnachlässe der Verkäufer nach sich ziehen und in eine Abwärtsspirale am Markt münden.

Dass sich Anleger durchaus um den Markt für Anleihen schlechterer Bonität sorgen, zeigte sich erst im Dezember und Januar in den USA bei den Renditeaufschlägen für High-Yield-Anleihen, wie die Ramschpapiere auch genannt werden. So war der durchschnittliche Zinsaufschlag gemessen am Bloomberg Barclays (BARC 155.66 -0.37%) US Corporate High Yield Index von 3,1 Prozentpunkten Anfang Oktober auf 5,37 Prozentpunkte Anfang Januar gestiegen. Mit der Rückkehr der Risikofreude in den ersten Wochen des Jahres fiel der Risikoaufschlag – auf mittlerweile 3,8 Prozentpunkte.