Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Die US-Börsen erlebten am Montag einen der schlechtesten Tage in diesem Jahr, nachdem China bekanntgegeben hatte, die Zölle auf zahlreiche amerikanische Importe auf 25% zu erhöhen. Der breit gefasste S&P 500 verlor 2,4% und schloss auf 2811,87. Der Dow Jones Industrial sank ebenfalls um 2,4% auf 25’324,99 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 wurde von der Eskalation im Handelskonflikt besonders getroffen: Er rutschte 3,4% auf 7647,02 Zähler.

Unter den Einzeltiteln stachen Apple mit einem Kursverlust von 5,8% hervor. Chiphersteller waren erneut stark betroffen. Darüber hinaus sackten Boeing um 4,9% ein. Caterpillar rutschten 6% tiefer.

Asien

Am Dienstag setzte sich der Kursrutsch an den Aktienmärkten in Asien zunächst zwar fort, wurde jedoch langsamer. Der chinesische CSI 300 notierte sogar 0,4% höher als  am Vortag. In Japan verlor der Nikkei 225 0,7%. In Hongkong fielen die Abgaben grösser aus, weil die Börse am Montag geschlossen geblieben war und «Nachholbedarf» bestand: Der Hang Seng gab um 1,3% nach.


News Vorbörse Schweiz

Dufry: Die Betreiberin von Zollfreiläden hat im ersten Quartal einen Umsatz von 1883 Mio. Fr. erzielt, ein Plus von 3,4% gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten im Durchschnitt mit 1868 Mio. gerechnet. Auch bei den Gewinnzahlen übertrifft Dufry (DUFN 87.74 2.5%) die Schätzungen. Sie weist aber erwartungsgemäss einen hohen Verlust von 109,5 Mio. Fr. aus. Im Vorjahr waren es im saisonal schwächsten ersten Quartal 47,5 Mio. Fr. Der bereinigte Reinverlust beträgt 8,8 Mio. Fr. Ein Vergleich der Zahlen ist aufgrund der Umstellung auf den Rechnungslegungsstandard IFRS aber schwierig. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Zum dritten Mal muss der Pharmakonzern die Angebotsfrist für die auf Gentherapie spezialisierte Spark Therapeutics verlängern, dieses Mal aber nur um rund einen halben Monat. Statt am 3. Juni soll die Frist zur Andienung der Aktien des US-Unternehmens am 14. Juni verstreichen. Als Grund nennt Roche (ROG 264.05 -0.25%) die bereits früher angekündigte Neueinreichung der Premerger-Unterlagen. Sie soll nun später als ursprünglich geplant stattfinden, um den Behörden mehr Zeit zu geben, die Übernahme zu überprüfen. An den Konditionen des 4,3 Mrd. $ schweren Deals ändert sich nichts. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Das Pharma- und Diagnoseunternehmen lanciert einen neuen Tuberkulosetest. Er soll mit einer einzigen Patientenprobe nachweisen können, ob Tuberkulose, medikamentenresistente Tuberkulose oder nichttuberkulöse Mykobakterieninfektionen vorliegen.

Stadler Rail: Der Schweizer Zughersteller Stadler Rail (SRAIL 45.34 1.48%) hat sein neues Werk in den USA eröffnet. Er hat die Fabrik in der Nähe des Flughafens von Salt Lake City unter anderem mit dem Gouverneur des Bundesstaates Utah, Gary Herbert, Senatorin Orrin Hatch und dem US-Botschafter in der Schweiz, Ed McMullen, gefeiert.

Stadler Rail: Ansgar Brockmeyer soll neuer Vertriebs- und Marketingchef werden. Er ist erst Anfang März in das Unternehmen eingetreten und folgt auf Peter Jenelten, der in die private Holding von Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler wechselt.

Orell Füssli: Der aktivistische Investor Veraison fordert Orell Füssli (OFN 91 0.55%) auf, ein transparentes Nachhaltigkeitsreporting einzuführen. Das sei für erfolgreiche Kapitalmarktunternehmen zentral. Es gebe grossen Handlungsbedarf. Die Industrie- und Handelsgruppe liege im Vergleich mit Konkurrenten weit zurück. Veraison hat sich vor vier Jahren mit 8,4% beteiligt.


SMI-Markttechnik: Wo ist der Boden?

Der Abverkauf des Swiss Market Index wirft die Frage nach einem Preisniveau für eine zuverlässige technische Stabilisierung auf. (Lesen Sie hier mehr.)


Ausblick Rohstoffe

Ölpreis über 70 $ – trotz Handelsstreit

Die neuen Zölle der USA gegen China sind eine Belastung für die Weltwirtschaft. Das sollte die Nachfrage nach Öl nach unten drücken. Der Preis von Rohöl der Sorte Brent hält sich trotzdem über 70 $ je Fass. Ein Grund dafür ist eine andere Entscheidung der Trump-Regierung: Chinesische Raffinerien haben wegen der Sanktionen der USA gegen den Iran gemäss Reuters den Kauf von iranischem Öl eingestellt. Analysten von Commerzbank kommentieren: «Bislang war davon ausgegangen worden, dass zumindest China den US-Sanktionen trotzen wird.»

Nun muss sich China wie die anderen früheren Abnehmer von iranischem Öl aus anderen Quellen mit dem Energierohstoff eindecken. Wenn Saudi-Arabien – als grösster Förderer im Ölkartell Opec – das iranische Ölangebot weiterhin nicht kompensieren will, wird das den Preis trotz aller Konjunkturängste anheizen. Auch hier könnte US-Präsident Trump nochmal aufs Parkett treten. Denn er hat schon mehrfach gefordert, dass die Opec für billigeres Öl sorgen soll.