Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Technologieaktien haben die US-Börsen am Montag nach unten gezogen. Der Dow Jones Industrial ging am Ende noch unverändert mit einem Miniplus von +0,02% bei 24’819,78 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,28% auf 2744,45 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Composite gab 1,61% auf 7333,02 Zähler nach. Dies waren 10% weniger als der Höchststand vom 3. Mai, womit der Index nach einer gängigen Definition in der Korrekturphase steckt.

Grund für die Kursverluste der Technologiewerte waren Medienberichte, wonach US-Behörden die Marktmacht von Google (GOOGL 1153.46 0.26%), Facebook (FB 203.84 -0.03%), Amazon (AMZN 2009.9 -0.55%) und Apple (AAPL 204.5 -0.35%) untersuchen. Andere Sektoren hielten sich stabil. Der Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, sagte am Montag, dass eine Zinssenkung bald gerechtfertigt sein könnte – worüber an den Zinsmärkten schon seit längerem spekuliert wird angesichts trüberer Konjunkturaussichten und der Unsicherheiten im Handelskrieg.

Asien

Die asiatischen Aktienmärkte folgen vor allem in China den Vorgaben der Wallstreet. Andere Börsen schränkten die Kursverluste im Handelsverlauf etwas ein. In Tokio verliert der Nikkei 225 0,2%, der breiter gefasste Topix gibt ebenfalls 0,2% ab. Der Hang Seng in Hongkong büsst 0,4% ein, und Chinas Leitindex CSI 300 verliert im späten Handel 0,8%. Der südkoreanische Kospi notiert unverändert, der australische S&P/ASX 200 steigt 0,4%. Die australische Notenbank hat am Dienstag erstmals seit fast drei Jahren ihre Zinsen gesenkt.


News Vorbörse Schweiz

Aryzta: Der Nahrungsmittelkonzern Aryzta (ARYN 0.977 -3.6%) erreichte von Februar bis April mit 847 Mio. € Umsatz mehr Einnahmen, als Finanzanalysten im Vorfeld erwartet hatten. Die Steigerung wird mit 4,5% ausgewiesen, wovon 1,3 Prozentpunkte auf organisches Wachstum entfallen. Das Management gab eine leicht verringerte Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr bekannt. Die Restrukturierung sei jedoch auf Plan. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 266.05 0.68%) publiziert günstige Studienergebnisse des Grippemittels Xofluza. Sie würden die Wirksamkeit des Medikaments belegen.

Julius Bär: Die Privatbank Julius Bär (BAER 42.89 1.85%) hat mit GIC einen neuen Grossaktionär. Der Staatsfond der Regierung von Singapur hält einen Anteil von 3,09%. GIC ist damit neben BlackRock (BLK 477.17 -0.94%) und Wellington Management sowie dem UBS (UBSG 12.055 0.88%) Fund Management zu einem der der gewichtigsten Anteilseigener der Privatbank geworden. (Lesen Sie hier mehr.)

New Venturetec: Die Beteiligungsgesellschaft New Venturetec (NEV 10 0%) verschiebt die ausserordentliche Generalversammlung vom 27. Juni auf den 10. Juli. Wegen Anträgen dissidenter Aktionäre müssten weiter reichende Vorbereitungen getroffen werden. Traktandierungsbegehren verlangen, dass über eine Verkleinerung oder gar die Auflösung der Gesellschaft abgestimmt werde.

Blackstone Resources: Die auf Batteriemetalle spezialisierte Blackstone Resources (BLS 1.165 0%) gibt bekannt, die Börsenaufsicht SIX Exchange Regulation ermittle wegen einer möglichen Verletzung von Kotierungsvorschriften. Dabei geht es um den Umtausch sämtlicher Inhaber- in Namenaktien im Januar.

Implenia: Der Baukonzern Implenia (IMPN 27.06 -2.52%) erhält von den Schweizerischen Bundesbahnen SBB einen Auftrag im Volumen von 115 Mio. Fr., bei Liestal BL das Bahntrassee zu verbreitern. Die Arbeiten sind Teil des bis 2025 ausgelegten Projekts für den S-Bahn-Viertelstundentakt der Region Basel.

Barry Callebaut: Der Schokoladehersteller Barry Callebaut (BARN 1952 0.1%) ernennt Europachef Oliver Delauny per September zum Chief Operating Officer. Er folgt auf Dirk Poelman, der während zehn Jahren in dieser Funktion wirkte.


SMI-Markttechnik: Nur noch langfristig aufwärts

Anleger müssen sich beim Swiss Market Index nun zunächst auf eine richtungslose Tendenz einstellen. (Lesen Sie hier mehr.)


Ausblick Rohstoffe

Öl bald im Bärenmarkt

In einer Woche ist der Preis für ein Fass der Ölsorte Brent um knapp 10 $ eingestürzt. Anfang vergangener Woche kostete Brent noch etwa 70 $, nun sind es gerade knapp über 60 $. Ende April hatte der Ölpreis ein Sechsmonatshoch von fast 75 $ erreicht. Der Ölmarkt könnte also bald 20% tiefer notieren und damit nach einer landläufigen Definition als «Bärenmarkt» klassifiziert werden.

Zu den Hochzeiten im April standen die Bemühungen der Opec und ihrer Partnerländer im Vordergrund, die Förderung von Öl weiterhin zu drosseln. Ausserdem wuchs aufgrund neuer Sanktionen der USA gegen den Iran die Furcht vor einer Knappheit des Ölangebots. Nun herrscht Angst vor einem Zusammenbruch der Nachfrage – der Grund ist der eskalierende Handelskrieg.

Auch die Industriemetalle leiden unter den daraus entstehenden Konjunkturängsten. Nachdem die USA neue Zölle auf chinesische Produkte verhängt hatten, sind am 1. Juni die Vergeltungszölle von chinesischer Seite in Kraft getreten. Angesichts des Handelsstreits würde wohl auch die erfolgreiche Drosselung der Ölproduktion den Preisen kaum Auftrieb geben.