Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Die gute Stimmung an der Wallstreet hielt auch am Mittwoch an. Der Dow Jones Industrial kletterte 0,8% auf 25’539,57 Zähler, der breiter gefasste S&P 500 ebenfalls 0,8% auf 2826,15 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Composite verbesserte sich um 0,6% auf 7575,48 Zähler.

Zu den grössten Gewinnern unter den Einzeltiteln gehörten Campbell Soup, die 10% zulegten, nachdem das Unternehmen seine Gewinnerwartung für das laufende Jahr nach oben korrigiert hatte. Die Technologieriesen Apple und Microsoft gewannen 1,6 resp. 2,2%.

Asien

Trotz der positiven Vorgaben aus den USA bleiben die asiatischen Börsen verhalten. Der Nikkei 225 notiert 0,2% höher. In Hongkong verbessert sich der Hang Seng um 0,1%. Der chinesische Leitindex CSI 300 verliert sogar 0,4%.


News Vorbörse Schweiz

UBS/Credit Suisse: Die Wettbewerbskommission (Weko) hat die britischen Banken Barclays (BARC 158.1 0.64%) und Royal Bank of Scotland sowie die US-Banken JPMorgan und Citigroup (C 71.32 -0.54%) wegen Währungsmanipulation mit 90 Mio. $ gebüsst. UBS (UBSG 12.055 0.88%), die das Kartell, an dem sie ebenfalls beteiligt war, gemeldet hatte, kommt straffrei davon. Credit Suisse (CSGN 12.395 1.97%) bestreitet die Vorwürfe, das Weko-Verfahren gegen sie geht weiter. (Lesen Sie hier mehr.)

Fiat Chrysler: Der Autobauer Fiat Chrysler (FCA 12.18 -3.1%) hat sein Übernahmeangebot für Konkurrent Renault (RNO 100 65.89%) zurückgezogen. Grund seien angeblich die Bestrebungen des französischen Staates, eine Entscheidung seitens Renault zu verschieben und Verhandlungen mit Nissan aufzunehmen. (Lesen Sie hier mehr.)

Julius Bär: Die Privatbank Julius Bär (BAER 42.89 1.85%) hat eine Additional-Tier-1-Anleihe (AT1) über 300 Mio. Fr. mit unbegrenzter Laufzeit begeben. Sie hat einen Coupon von 2,375% und kann erstmals im September 2025 zurückgezahlt werden.

Tecan: Der Laborausrüster Tecan (TECN 250.6 -0.4%) bestätigt an seinem Investorentag am Donnerstag den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz soll im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Die Ebitda-Marge soll auf rund 19% steigen. (Lesen Sie hier mehr.)

Castle Alternative: Die Beteiligungsgesellschaft Castle Alternative Invest (CASN 18.2 0.55%) hat ihr Aktienrückkaufprogramm vorzeitig beendet. Sie hat 438’120 Namenaktien bzw. 5,57% des Kapitals zurückgekauft. Bereits diesen Monat startet sie ein weiteres Programm, in dessen Rahmen sie rund 4% des Aktienkapitals zurücknehmen will.

Relief Therapeutics: Das Biotech-Unternehmen Relief Therapeutics (RLF 0.0014 0%) hat eine mit dem Hauptaktionär GEM vereinbarte Kapitalerhöhung vollzogen. Das Aktienkapital steigt 249’988 Fr. auf insgesamt 21,14 Mio. Fr.

Private Equity Holding: Die Beteiligungsgesellschaft Private Equity (PEHN 60.5 -0.82%) Holding will die Dividende für das Geschäftsjahr 2018/19 bei 2 Fr. je Aktie stabil halten. Gemäss Einladung zur Generalversammlung am 11. Juli stellen sich zudem alle Verwaltungsräte zur Wiederwahl.


SMI-Markttechnik: nicht auf Rekorde freuen

Der Swiss Market Index hat sich gut von seinem jüngsten Schwächeanfall erholt. Mehr sollten Anleger aber auch nicht erwarten. Lesen Sie hier mehr dazu.


Ausblick Zinsen und Devisen

Was die Anleihen- und Zinsmärkte seit Anfang des Jahres vorweggenommen haben, sickert jetzt auch bei den Notenbankern durch. Die Zinsen sinken weltweit, und ein Ende ist vorerst nicht abzusehen. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen ist im Vergleich zu Ende 2018 in den USA um rund 60 Basispunkte (0,6 Prozentpunkte) gefallen, in Deutschland um fast 50 Basispunkte und immerhin auch um rund 23 Basispunkte in der Schweiz.

Die Anleihenmärkte haben sich von der Sorglosigkeit nicht anstecken lassen, die offenbar an den Aktienmärkten zur Jahreswende ausbrach, als die Währungshüter in den USA und Europa signalisierten, sie würden ihre Geldpolitik künftig vorsichtiger straffen. Doch zyklische Konjunktursorgen sowie der Handelskrieg lassen die Notenbanker genau wie in Europa auch in den USA sinkende Leitzinsen nicht mehr ausschliessen.

Dies hat Jerome Powell, Chef des Federal Reserve, diese Woche betont. Am heutigen Donnerstag erwarten Anleger mit Spannung, wie sein europäischer Kollege Mario Draghi versuchen wird, die Märkte zu beruhigen. Zuvor steht der Auftragseingang in der deutschen Industrie an, der langsam ins Positive drehen sollte, wenn die erwartete Wende zum Besseren im zweiten Halbjahr noch eintreten soll – sonst könnten die Industriefirmen auch die Dienstleister mit nach unten ziehen, die bislang die europäischen Volkswirtschaften noch gestützt hatten.

In den USA ist nach Prognoserechnung der New Yorker Federal Reserve von dieser Woche die Rezessionswahrscheinlichkeit für die jeweils nächsten zwölf Monate von 27,5 auf 29,6% gestiegen – das Krisenrisiko bleibt also noch moderat. Derweil sind die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen schlechterer Bonität wie schon Ende des Vorjahres in den Blick der Anleger und der Währungshüter geraten. Den Anstieg dieser Spreads haben die Notenbanker jedenfalls vorerst wieder gestoppt.