Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

An den US-Aktienmärkten herrschte am Mittwoch gute Stimmung. Der Dow Jones Industrial gewann im feiertagsbedingt verkürzten Handel (July 4th) 0,7% auf 26’966, was einem Allzeithoch entspricht. Der S&P 500 stieg 0,8% auf 2995,8, der Nasdaq 100 legte 0,7% auf 7857,7 zu, beides ebenfalls Rekordstände. Am Donnerstag bleiben die Märkte wegen des Unabhängigkeitstages ganz geschlossen.

Hinter den Kursgewinnen steht die Fantasie für niedrige Zinsen. Erstens wegen der Tatsache, dass Christine Lagarde EZB-Chefin werden soll, zweitens weil in den USA die Ökonomen Judy Shelton und Christopher Waller im Gespräch sind für die beiden freien Positionen im Direktorium des Fed. Dies alles lässt Marktteilnehmer auf weiterhin niedrige oder sinkende Zinsen setzen. Gefragt waren vor allem dividendenstarke Titel, etwa aus dem Versorgersegment.

Die positive Stimmung wurde unterstützt durch Unternehmensnachrichten. Der Chiphersteller Broadcom (AVGO 280.81 0.73%) will angeblich den Sicherheitssoftwarespezialisten Symantec (SYMC 23.71 -0.59%) übernehmen. Symantec gewannen 14% auf 25.10 $, Braodcom verloren dagegen 3,5% auf 284.89 $. Die Aktien von Tesla verteuerten sich 4,6% auf 234.90 $, nachdem der Elektroautobauer Absatzzahlen publiziert hatte, die weniger schlecht waren als befürchtet.

Asien

An den asiatischen Aktienmärkten setzte sich am Donnerstag die Euphorie aus Europa und den USA vom Vortag kaum fort. Die Volumen waren eher gering, wegen des anstehenden Feiertags in den USA. Der Nikkei 225 stieg 0,3%, und in Australien zog der All Ordinaries 0,5% an. Der Hang Seng dagegen gab marginal nach, der Shanghai Composite verlor 0,3%.


News Vorbörse Schweiz

Aluflexpack: Beim Verpackungshersteller Aluflexpack (AFP 20 1.01%) wurde die Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) des IPO vollständig ausgeübt. Der Streubesitz beträgt rund 46,4%. (Lesen Sie hier mehr.)

Barry Callebaut: Der Schokoladenproduzent Barry Callebaut (BARN 1923 -0.77%) baut in Belgien ein globales Distributionszentrum.

AMS: Das Technologieunternehmen AMS (AMS 39.97 -2.01%) arbeitet im Bereich Bildsensoren mit der SmartSens Technology zusammen. Das Portfolio soll in 3-D-Technologien ausgebaut werden. Es sollen schneller neue Produkte auf den Markt gebracht werden können.

Idorsia: Der US-Investor Artisan hält 3,02% an dem Biotech-Unternehmen Idorsia (IDIA 23.92 0.08%).

Aevis Victoria: Medical Properties Trust meldet eine Beteiligung von 4,9% an Aevis (AEVS 12.55 -0.4%).


SMI-Markttechnik: einen Gang zurückschalten

Der Anstieg des Swiss Market Index geht auch über der psychologisch wichtigen Schwelle von 10’000 Punkten weiter – aber etwas langsamer. Lesen Sie hier mehr.


Ausblick Zinsen und Devisen

Italien ist noch einmal um ein EU-Defizitverfahren herumgekommen. Die amtierende EU-Kommission und die Regierung in Rom haben ihren Streit beigelegt. Nun herrscht an dieser Front erst einmal Ruhe. Denn die Budgetpläne für 2020 muss das italienische Finanzministerium bis zum 15. Oktober nach Brüssel schicken. Dies zumindest sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici am Mittwoch, als er die Einigung für das laufende Haushaltsjahr verkündete. Zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte bestätigt, dass das Budgetdefizit in diesem Jahr die vereinbarten 2,04% des Bruttoinlandprodukts nicht überschreiten soll.

Der Zinsaufschlag italienischer Staatsanleihen über zehn Jahre im Vergleich zu deutschen Staatspapieren sank am Mittwoch erstmals seit dem 24. Mai 2018 wieder unter die Marke von 200 Basispunkten (2 Prozentpunkten): von 221 auf 197 Basispunkte. Dabei ist auch die deutsche Rendite gesunken – innerhalb einer Woche um 8 Basispunkte auf ein Rekordtief von –0,385. Bei «Eidgenossen» ging es noch stärker runter auf –0,635%. Dies war weniger als die –0,634%, die im November 2016 das bisherige Rekordtief markiert hatten.

Äusserungen von Mitgliedern im EZB-Rat sowie schlechte Konjunkturdaten heizen die Spekulationen an, dass die Eurowährungshüter ihren Anleihenbestand bald wieder ausweiten könnten. Während die Marktteilnehmer derzeit fest von einer Zinssenkung im September ausgehen – der EZB-Einlagensatz für Geschäftsbanken sollte dann gemäss Terminkontrakten von –0,4 auf –0,5 sinken –, sind es nur wenige Beobachter, die einen solchen Schritt bereits für die Sitzung am 25. Juli vorhersagen. Die Inflationserwartungen liegen nur noch knapp über ihren Tiefstständen.