Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Die Wallstreet stand am Mittwoch unter Druck. Der S&P 500 fiel um 0,65% auf 2984,42 Punkte – also unter die Marke von 3000. Der Leitindex Dow Jones Industrial sank 0,42% auf 27’219,85. Der Technologieindex Nasdaq Composite notierte 0,46% tiefer.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China sorgte für Abgaben bei Transportunternehmen. Die Titel von CSX, einem Betreiber von Gütereisenbahnen, gaben wegen eines enttäuschenden Quartalsgewinns um 10,3% nach – der grösste Tagesverlust der Aktie seit 2008. Das Eisenbahnunternehmen Union Pacific (–6,1%) wird heute seinen Quartalsbericht vorlegen.

Die Titel des Streaming-Anbieters Netflix sind im nachbörslichen Handel um 12% gesunken. Erstmals wurden in den USA weniger Abonnenten gemeldet.

Der Pharmahersteller Abbott Laboratories (+3,1%) übertraf die Gewinnschätzungen und verbesserte den Gewinnausblick für das Gesamtjahr.

Asien

Die Börsen in Asien haben teils deutlich verloren.

Der japanische Leitindex Nikkei notierte 1,7% tiefer, der breitere Topix sank gar um 1,9%. Japans Exporte sind den siebten Monat in Folge gefallen. Das belastete besonders Elektronik- und Chemieunternehmen.

In Hongkong sank der Hang Seng um 0,5%. Der Shanghai Composite fiel um 0,7%. Der Kospi in Seoul, Südkorea, notierte 0,3% tiefer.

Nach Medienberichten könnte der japanische Kamerahersteller Canon (–3,8%) den Gewinnausblick für das Geschäftsjahr senken.

Der chinesische Ölkonzern CNOOC (–2,7%) wurde vom Broker Daiwa auf «Halten» heruntergestuft, wegen des relativ niedrigen Ölpreises und der Handelsstreitigkeiten. Die koreanische LG Chem (+0,8%) profitiert von der Meldung, dass man eine zweite US-Fabrik für Batterien für Elektroautos plane.


News Vorbörse Schweiz

Novartis: Der Pharmakonzern Novartis (NOVN 87.34 -0.48%) hat den Nettoumsatz im zweiten Quartal 4% auf 11,8 Mrd. $ gesteigert. Der Gewinn lag mit 6,8 Mrd. $ unter den im Vorjahr erzielten 7,8 Mrd. $, was aber auf die Abspaltung der Augenheilsparte Alcon (ALC 57.21 -3.23%) zurückzuführen ist. Der Kerngewinn stieg 14% auf 3,6 Mrd. $  Novartis hat den Ausblick für das Betriebsgewinnwachstum für das Gesamtjahr von einem hohen einstelligen auf einen niedrigen bis mittleren Zehnprozentbereich angehoben. (Lesen Sie hier mehr.)

Givaudan: Beim Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan (GIVN 2583 -0.31%) stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 16% auf 3,09 Mrd. Fr. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda  kletterte 9,9% auf 660 Mio. Fr. Der Gewinn erhöhte sich lediglich 2,3% auf 380 Mio. Fr. Mit diesem Zahlenkranz trifft das Unternehmen die Umsatzerwartungen, verfehlt aber den AWP-Konsens von 712 Mio. Fr. beim Ebitda und 436 Mio. Fr. beim Gewinn. Givaudan hat ihre Mittelfristziele bestätigt. (Lesen Sie hier mehr.)

SGS: Der Warenprüfkonzern SGS (SGSN 2371 -0.8%) steigerte Gewinn und Umsatz im ersten Halbjahr 2019. Der Umsatz stieg um 3,5% auf 3,34 Mrd. Fr. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn auf Stufe Ebit (+1,7%) nahm auf 489 Mio. Fr. zu. Der Reingewinn kletterte von 274 auf 377 Mio. Fr. Umsatz und Ebit sind schlechter ausgefallen als von Analysten erwartet. (Lesen Sie hier mehr.)

Georg Fischer: Der Industriekonzern Georg Fischer (FI-N 807 -1.22%) hat im ersten Halbjahr 1,92 Mrd. Fr. umgesetzt, das sind 20% weniger als in der Vorjahresperiode. Unter Berücksichtigung der Portfolioveränderungen sank der Umsatz 5,5%. Auch operativ reduzierte sich der Ebit ein Drittel auf 139 Mio. Fr., der Gewinn sank im selben Ausmass auf 101 Mio. Fr. (Lesen Sie hier mehr.)

Richemont: Der Schmuck- und Uhrenhersteller Richemont (CFR 76.14 -1.07%) hat im ersten Quartal einen 9% über dem Vorjahreswert liegenden Umsatz von 3,74 Mrd. Fr. erzielt. Analysten hatten mit einem Umsatzplus von lediglich 5% gerechnet. (Lesen Sie hier mehr.)

Bobst: Der Umsatz beim Verpackungsmaschinenhersteller Bobst (BOBNN 47 -1.3%) ist im ersten Halbjahr gut 3% auf 737 Mio. Fr. gefallen. Der Betriebsgewinn (Ebit) brach um mehr als die Hälfte auf 15 Mio. Fr. ein. Mit 7 Mio. Fr. liegt der Gewinn ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert von 25 Mio. Fr. (Lesen Sie hier mehr.)

Panalpina: Der Logistiker Panalpina (PWTN 228.2 1.33%) hat den Umsatz im ersten Halbjahr von 2,92 auf 2,96 Mrd. Fr. gesteigert. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank von 54,7 auf 52,1 Mio. Fr., der Gewinn reduzierte sich von 36,1 auf 34 Mio. Fr. Panalpina wird von der dänischen DSV (DSV 660 0.76%) übernommen, diese hält nach Ablauf der Angebotsfrist 88,3% am Unternehmen. (Lesen Sie hier mehr.)

Rieter: Der Spinnmaschinenhersteller Rieter (RIEN 132.9 -0.67%) erzielte im ersten Halbjahr mit 416,1 Mio. Fr. 19% weniger Umsatz als in der Vorjahresperiode. Auch der Ausblick ist getrübt. Der Bestellungseingang nahm 26% auf 378,3 Mio. Fr. ab. Operativ auf Stufe Ebit resultieren ein Minus von 1,2 Mio. Fr. und ein Verlust von 3,8 Mio. Fr. (Lesen Sie hier mehr.)

Temenos: Der Bankensoftwareanbieter Temenos (TEMN 160.95 -0.09%) hat im zweiten Quartal den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr 15% auf 237,1 Mio. $ gesteigert, den AWP-Konsens von 241,2 Mio. $ aber nicht erreicht. Der Gewinn auf Stufe Ebit kletterte 21% auf 73,1 Mio. $ und liegt damit über dem Konsens von 69,9 Mio. $. Dadurch verbesserte sich die Ebit-Marge von 29,4 auf 30,9%. (Lesen Sie hier mehr.)

Kudelski: Der Technologiekonzern Kudelski (KUD 5.94 -1%) arbeitet im Bereich Internet of Things (IoT) mit dem Halbleiterhersteller STMicroelectronics zusammen. Dabei geht es um eine gemeinsam entwickelte Sicherheitslösung, mit der Kudelski die weitere Expansion im IoT-Bereich vorantreiben möchte.

Perrot Duval: Die Beteiligungsgesellschaft Perrot Duval (Perrot Duval 138 0.73%) hat im Geschäftsjahr 2018/19 einen Umsatz von 48,3 Mio. Fr. und nach Steuern einen Gewinn von 1 Mio. Fr. erzielt.

Cassiopea: Das Pharmaunternehmen Cassiopea (SKIN 42.8 5.16%) hat für die ersten sechs Monate einen Verlust von 6,73 Mio. Fr. verzeichnet. Der grösste Anteil sind Forschungsausgaben.


SMI-Markttechnik: schnell oder langsam nach oben?

Der Aufwärtstrend des Swiss Market Index bestimmt nach wie vor Richtung und Tempo – doch welcher der beiden steigenden Kanäle ist der richtige? Lesen Sie hier mehr dazu.


Ausblick Zinsen und Devisen

«When the facts change, I change my mind», soll John Maynard Keynes einst gesagt haben – wenn sich der Sachverhalt ändert, ändere ich meine Meinung. An diesen Grundsatz scheint sich die US-Notenbank derzeit nicht zu halten. Für die nächste Sitzung am 31. Juli ist eine Senkung der Leitzinsen gemäss Fed-Vertretern so gut wie sicher.

Dennoch seien nun an den Finanzmärkten Zweifel aufgekommen, ob ein tieferer Leitzins überhaupt erforderlich sei, schreiben die Zinsstrategen von UniCredit in einem Kommentar vom Mittwoch. Tatsache sei aber, dass Notenbankchef Jerome Powell – und eine Reihe anderer Mitglieder des Fed-Entscheidungsgremiums (Offenmarktausschuss) – einen solchen «Versicherungs-Zinsschritt» ziemlich unmissverständlich avisiert hätten.

Ursache für die Zweifel sind gute Konjunkturdaten. Am Dienstag ist bekannt geworden, dass der Umsatz der amerikanischen Detailhändler im Juni mehr zugenommen hat als erwartet, das Gleiche gilt für die Industrieproduktion. Anfang Juli sorgte der US-Arbeitsmarktbericht für Erleichterung, weil sich der Stellenzuwachs nach einem Einbruch im Vormonat kräftig erholt hatte. Dazu kommt, dass die Aktienmärkte auf Rekordniveau handeln.

Trotz dieser veränderten Sachlage wiederholte Powell am Dienstagabend an einer Veranstaltung der Banque de France in Paris die Einschätzung, die er schon in der Vorwoche bei den Kongressanhörungen geäussert hatte. Demnach wird die Zentralbank die Abwärtsrisiken für das US-Wachstum weiterhin «sorgfältig überwachen» und «angemessen handeln», um die Konjunktur zu unterstützen.

Folgerichtig veranschlagt der Markt gemäss der Chicagoer Terminbörse CME eine Wahrscheinlichkeit von 67% für eine Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt und von 33% für eine Senkung um einen halben Prozentpunkt. Dass der Leitzins unverändert bleibt, wird nicht erwartet.

Über die kommenden zwölf bis achtzehn Monate prognostiziert der Markt insgesamt drei bis vier Zinssenkungen. UniCredit rechnet damit, «dass es sogar deren fünf werden könnten», womit das Zielband von derzeit 2,25 bis 2,5% auf nur noch 1 bis 1,25% fiele.

Das würde den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen, den Leitzins ebenfalls herabzusetzen. Ihr Einlagenzins beträgt gegenwärtig –0,4%. Das alles bedeutet nichts Gutes für die Schweizerische Nationalbank.