Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

USA

Der US-Aktienmarkt folgte am Mittwoch den europäischen Börsen und schloss nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls im Plus. Der Leitindex Dow Jones stieg 0,9% auf 26’203 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 avancierte 0,8% auf 2924, und der Index der Technologiebörse Nasdaq 100 legte 0,9% auf 7733 zu.

Zu den grössten Gewinnern im Dow gehörten die Titel von Nike (+2,7%) und Boeing (+2,5%). Die Aktien der Tech-Konzerne Intel, Microsoft und Apple gewannen mehr als 1%.

Einzelhändler gehörten am breiten Markt zu den Lieblingen der Anleger. So sprangen die Valoren von Target (+20%) auf ein Höchst, nachdem das Unternehmen starke Geschäftszahlen präsentiert hatte. Lowe’s gewannen dahinter mehr als 10%.

Asien

Die asiatischen Börsen bewegten sich am Donnerstag uneinheitlich. In Tokio notierte der Leitindex Nikkei 225 am frühen Nachmittag unverändert. Der breiter gefasste Topix verlor leicht. An den chinesischen Festlandbörsen blieb der Handel ebenfalls ruhig: Der CSI 300, der die 300 grössten in Schanghai und Shenzhen kotierten Unternehmen umfasst, stagnierte.

In Hongkong verlor der Hang Seng nach der leichten Erholung zum Wochenauftakt erneut rund 1%. Der koreanische Kospi gab 0,4% nach.


News Vorbörse Schweiz

Sunrise: Der Telecomanbieter Sunrise (SRCG 77.75 0.71%) hat im zweiten Quartal einen 1,7% niedrigeren Umsatz von 455 Mio. Fr. verbucht. Das bereinigte Betriebsergebnis Ebitda nahm 3,4% auf 155 Mio. Fr. zu, der Gewinn stieg 12% auf 27 Mio. Fr. Das Management bestätigte das Jahresziel für den Umsatz und hob dasjenige für den Ebitda an. In den Beratungen über den Kauf des Kabelnetzbetreibers UPC will der Verwaltungsrat Grossaktionärin Freenet (FNTN 18.1 -0.44%) ausschliessen. Diese lehnt die erforderliche Kapitalerhöhung ab. (Lesen Sie hier mehr.)

Banque Cantonale Vaudoise: Die grösste kotierte Kantonalbank Banque Cantonale Vaudoise (BCVN 762 1.2%) (BCV) hat den Geschäftsertrag im ersten Halbjahr 2% auf 502 Mio. Fr. gesteigert. Da der Aufwand leicht sank, stieg der Geschäftserfolg der BCV 5% auf 209 Mio. Fr. Der Gewinn hingegen fiel 3% auf 182 Mio. Fr. Im Vorjahressemester hatte die BCV eine Immobilie verkauft und einen Sondergewinn verbucht. Für das Gesamtjahr rechnet sie mit einem ähnlichen Ergebnis wie 2018. (Lesen Sie hier mehr.)

Bossard: Der Industriezulieferer Bossard (BOSN 136.2 -0.95%) weist für das erste Semester einen 1% höheren Umsatz von 451 Mio. Fr. aus. Das Betriebsergebnis Ebit schrumpfte von 61,6 auf 53 Mio. Fr., was dem zweitbesten Halbjahresresultat entspricht. Unter dem Strich blieben 41,6 Mio. Fr. Gewinn übrig, nach 49 Mio. Fr. im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr wurde auf 860 bis 880 Mio. Fr. gesenkt, von 900 bis 920 Mio. Fr. zuvor. (Lesen Sie hier mehr.)

AMS: Der Sensoren- und Chiphersteller AMS (AMS 47.55 0.74%) kann im Übernahmekampf um den deutschen Lampenhersteller Osram (OSR 38.17 1.92%) mitbieten. Osram hat das Stillhalteabkommen mit AMS aufgehoben. Das AMS-Angebot liegt mit 38.50 € je Osram-Aktie 10% über der Offerte des Bieterkonsortiums von Bain Capital und The Carlyle Group. Das Angebot von AMS bewertet Osram mit 4,3 Mrd. €. (Lesen Sie hier mehr.)

Hochdorf: Der Milchverarbeiter Hochdorf (HOCN 69.1 -1.14%) kommt nicht zur Ruhe. Nur einen Tag nachdem er ein miserables Halbjahresresultat bekanntgegeben hat, kommt es zu einem überraschenden personellen Wechsel: Amir Mechria, Chef und Vizepräsident des Verwaltungsrats der Tochter Pharmalys, tritt per sofort von allen Funktionen bei Pharmalys zurück.  (Lesen Sie hier mehr.)

Alpiq: Die Aktionäre des Energiekonzerns Alpiq (ALPH 70.4 0.28%) haben an einer ausserordentlichen Generalversammlung am Mittwochabend vier neue Verwaltungsräte gewählt. Diese hatte die neue Grossaktionärin CSA vorgeschlagen. Dabei handelt es sich um einen Fonds der Credit Suisse (CSGN 12.865 -0.27%), in dem 135 Pensionskassen engagiert sind. (Lesen Sie hier mehr.)

Coltene: Der Hersteller von Dentalprodukten Coltene (CLTN 80.9 -0.12%) hat den Halbjahresumsatz dank Akquisitionen 58% auf 135 Mio. Fr. gesteigert. Organisch wuchs Coltene bloss 1,4%. Wegen Integrationskosten stieg das operative Ergebnis Ebit 25% auf 12,8 Mio. Fr. unterproportional. Der Gewinn nahm 29% auf knapp 8 Mio. Fr. zu. Die Gewinnmargen werden auch im Gesamtjahr unter den Werten von 2018 liegen. Mittelfristig soll die frühere Ebit-Marge von 15% wieder erreicht werden. (Lesen Sie hier mehr.)

Peach Property: Das Immobilienunternehmen Peach Property (PEAN 34.1 0.29%) hat den Mietertrag von Januar bis Juni von 13,8 auf 19,3 Mio. Fr. erhöht. Der Gewinn ermässigte sich allerdings von 26,5 auf 22 Mio. Fr, da weniger Wohnungen verkauft wurden. Der Leerbestand wurde 11% gesenkt. (Lesen Sie hier mehr.)

Gurit: Der Kunststoffproduzent Gurit (GUR 1186 -0.5%) hat Materiallieferverträge mit Windkraftherstellern unterzeichnet. Bis 2021 beträgt das Volumen insgesamt 200 Mio. Fr. In das vergangene Woche kommunizierte Umsatzziel von 525 Mio. Fr. für 2019 waren die nun bestätigten Aufträge bereits eingerechnet.


SMI-Markttechnik: nach Pause weiter aufwärts?

Eine Unterbrechung der Aufwärtsbewegung wird wieder wahrscheinlicher, doch Anleger müssen sich noch nicht allzu viele Sorgen machen. Lesen Sie hier mehr dazu.


Ausblick Zinsen und Devisen

Vielleicht liegt es an den Sommerferien. Diese Woche hat jedenfalls gezeigt, dass sich Staaten in Zeiten der Negativzinsen doch nicht alles erlauben können. So hatte die deutsche Bundesregierung am Mittwoch geplant, 2 Mrd. € mit einer dreissigjährigen Anleihe neu zu emittieren. 0% Deutschland 2019/2050 hat allerdings keinen Coupon. Und so fiel die Auktion enttäuschend aus. Das Verhältnis aus gebotenem Volumen (869 Mio. €) und Emissionsvolumen (Bid to Offer Ratio) lag bei nur 0,43. Bei den beiden anderen Auktionen im August waren es 0,78 und 0,85. Der Durchschnitt von Januar bis Juli betrug 1,3.

22 der 36 Mitglieder der Bietergruppe Bundesemissionen gaben ein oder mehrere Gebote ab. Zugeteilt wurden letztlich 824 Mio. €, damit blieben 1176 Mio. € im Eigenbestand des Bundes, die erst allmählich auf den Markt kommen. Normalerweise behält der Bundesfinanzagentur deutlich weniger zum Zweck der Marktpflege. Die Durchschnittsrendite der Auktion lag bei –0,11%.

Zum Vergleich: Die Marktrendite bei «Eidgenossen» mit gleicher Laufzeit betrug am Mittwoch –0,532%. Die Schweizer Regierung pausiert in der Regel im August mit Auktionen von Staatsanleihen – wie sich zeigt, mit gutem Grund. Bei der jüngsten Auktion einer zwanzigjährigen Anleihe im Juli musste die Eidgenossenschaft wie schon im Juni 300 Mio. Fr. behalten. Die Bid to Offer Ratio belief sich auf nur 0,65, im Juni kam die Schweizer Regierung auf bloss 0,58. Zuvor waren es im Schnitt 1,47 seit Jahresanfang.