Das Wichtigste zum Börsenstart

Der FuW-Morgen-Report


Overnight

In den USA sind die Börsen am Mittwoch deutlich gefallen. Der Dow Jones Industrial sank 1,9% auf 26’078, der breiter diversifizierte S&P 500 fiel 1,8% auf 2887, und der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,7% auf 7550.

Auf der Stimmung lastete die am Dienstag publizierte Umfrage unter Chefeinkäufern von US-Unternehmen, zusammengefasst im ISM Purchasing Managers Index. Der PMI war weiter nach unten gefallen als erwartet.

Die Aktien von General Motors sanken 4%, die von Ford 3,3% und diejenigen von Fiat Chrysler 1,9%. Zahlen zum Absatz im Automarkt waren unerwartet schlecht ausgefallen.

Delta Air Lines erhöhte die Kostenschätzung für das dritte Quartal, die Aktien büssten 4,7% ein. United Airlines und American Airlines sanken 4,7 respektive 5,3%.

In Asien sind die Aktienmärkte am Donnerstag ebenfalls gesunken. In Tokio fiel der Nikkei 225 um 2% und der breiter gefasste Topix 1,8%. Der Hongkonger Hang Seng büsste 0,5% ein. Der koreanische Kospi verlor knapp 2%. Die Börsen in Festlandchina bleiben in der «Goldenen Woche» nach dem Nationalfeiertag am 1. Oktober geschlossen.

Der Terminkontrakt (Futures) auf den S&P 500 (SP500 2995.68 1%) handelte am Donnerstagmorgen leicht höher.


News Vorbörse Schweiz

Implenia: Der aktivistische Investor Veraison will beim Baukonzern Implenia (IMPN 39.84 0.1%) eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen. Die Aktionäre sollen darüber abstimmen, ob das Entwicklungsgeschäft der wertvollen Landreserven als Real Estate AG abgespalten und an die Börse gebracht werden soll. Zudem fordert Veraison die Abwahl von Verwaltungsratspräsident Hans Ulrich Meister (lesen Sie hier mehr).

Sika: Der Bauchemiekonzern Sika (SIKA 158.45 1.21%) will im Rahmen seiner neuen Strategie 2023 zukünftig eine Ebit-Marge von 15 bis 18% erreichen (zuvor 14 bis 16%). Der Umsatz soll bis 2023 um 6 bis 8% wachsen. Das Verhältnis von Kosten zu Ertrag soll sich jährlich um 0,5% verbessern (lesen Sie hier mehr).

Alpiq: Die Ankeraktionäre, die den Stromkonzern Alpiq (ALPH 70.1 0%) übernehmen wollen, halten nach Ablauf der Nachfrist gemäss definitivem Endergebnis 89,94% der Aktien. Erst ab 90% könnte ein Squeeze-out durchgeführt werden. Zuerst hiess es, die Ankeraktionäre hielten 93,51%. Der aktivistische Investor Knight Vinke fordert eine Untersuchung (lesen Sie hier mehr).

Julius Bär: Die Privatbank Julius Bär (BAER 44.48 1.11%) verkleinert ihre Geschäftsleitung von fünfzehn auf neun Personen. Zudem fasst der neue CEO Philipp Rickenbacher die bisher fünf Regionen zur Betreuung von Privatkunden nun in drei geografische Fronteinheiten zusammen. Der bisherige Leiter des Schweizgeschäfts, Gian Rossi, wird die Bank verlassen (lesen Sie hier mehr).

Baloise: Der Versicherer Baloise (BALN 181 0.5%) nimmt eine nicht weiter bezifferte Beteiligung an der Auto-Leasing-Plattform Gowago.ch. Das Angebot des Zürcher Start-up umfasse aktuell rund 10’000 Autos. In den letzten eineinhalb Jahren habe die Plattform mehr als 1000 Kunden gewinnen können.

Leclanché: Der Batteriehersteller Leclanché (LECN 1.35 0%) lädt für 24. Oktober zur ausserordentlichen Generalversammlung. Die Aktionäre sollen zustimmen, dass der Grossaktionär Fefam im Rahmen der geplanten Umstrukturierung 17,4 Mio. Fr. an Schulden in Eigenkapital umwandeln kann. Zudem soll der Nennwert der Aktien von 1.50 auf 0.10 Fr. herabgesetzt werden.

U-Blox/Kudelski: Das IT-Sicherheitsunternehmen Kudelski (KUD 5.6 0.54%) und der Chiphersteller U-Blox (UBXN 76.1 2.22%) bieten ihren Kunden zusammen einen neuen Beratungsdienst zur Unterstützung der Sicherheit rund um Geräte des Internet of Things (IoT) an. Finanzielle und Reputationsschäden sollen so minimiert werden (lesen  Sie hier mehr).

Idorsia: Das Biotech-Unternehmen Idorsia (IDIA 24.4 1.24%) will Ergebnisse der Phase-2-Studie seines Produktkandidaten Cenerimod an kommenden Fachtagungen präsentieren. Das Medikament zielt auf die Behandlung von Patienten mit der seltenen Autoimmunkrankheit Lupus erythematodes.

Rapid Nutrition: Der Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln Rapid Nutrition erwartet für das Geschäftsjahr 2018/19 einen Umsatz von 3,1 Mio. austr. $ und einen Vorsteuergewinn von 1 Mio. austr. $. Die Aussichten für das kommende Geschäftsjahr seien «sehr ermutigend».

ADC Therapeutics: Das Westschweizer Pharmaunternehmen ADC Therapeutics will nun doch nicht an die New Yorker Börse. Der Antrag auf Registrierung sei bei der Börsenaufsicht SEC aufgrund der aktuell «widrigen» Marktbedingungen zurückgezogen worden.


SMI-Markttechnik: kritischer Richtungswechsel

Noch vor wenigen Tagen waren neue Jahreshochs in Reichweite, nun schwenkt der Swiss Market Index drastisch nach unten – aus technischer Sicht ein Warnsignal. Lesen Sie hier mehr.»


Ausblick Zinsen und Devisen

Globale Wachstumssorgen haben die Finanzmärkte zu Beginn des vierten Quartals wieder voll im Griff. Auslöser dafür waren die schlechten Zahlen der Einkaufsmanagerbefragungen aus der US-Industrie vom Dienstag. Bemerkenswert: Während die Aktienkurse weltweit sinken, steigen die Kurse von Staatsanleihen im Gegenzug vor allem in den USA. In Deutschland und der Schweiz ist die Reaktion der Anleiheninvestoren dagegen eher verhalten. Der Grund dafür könnte sein, dass sich im Euroraum eine «Negativ für immer»-Stimmung breitmacht, wie die Strategen der Commerzbank (CBK 5.283 0.97%) schreiben.

 

Wie es aussieht, suchen derzeit viele Anleger ihr Glück lieber in Wertpapieren ausserhalb der Eurozone, vor allem in Staatsanleihen der Vereinigten Staaten. Die Rendite zehnjähriger US Treasuries ist innerhalb eine Woche stark gesunken, um 14 Basispunkte (0,14 Prozentpunkte), zugleich sind die Kurse kräftig gestiegen, weil die Nachfrage nach den Papieren angezogen hat. Bei deutschen und Schweizer Bundesanleihen sind die Renditen dagegen seit einer Woche eher weniger weit im Minus. Eidgenossen rentieren sogaren 9 Basispunkte über dem Niveau von vor einer Woche.

 

Der Euro setzte sich zum Dollar unterhalb von 1.10 $ fest, wobei die jüngste Abwertung auch genau der gewünschte Nebeneffekt der jüngsten Beschlüsse der Europäischen Zentralbank sein könnte. Ob der Franken von Zuflüssen aus dem Euroraum verschont bleibt, ist derzeit aber nicht ganz klar, immerhin wurde er zuletzt zu den wichtigsten Währungen wieder günstiger: 1 € steigt somit wieder in Richtung von 1.10 Fr., was jedoch auch an den Devisenmarkteingriffen der Schweizerischen Nationalbank liegen könnte.

 

Im Blick stehen nun die Stimmung der Dienstleister und, am Freitag, der Arbeitsmarktbericht in den USA.