Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

An den US-Börsen haben die Optimisten am Montag wieder die Oberhand behalten. Der Leitindex Dow Jones kletterte 3,2% auf 22’327 Punkte. Der Nasdaq rückte 3,6% auf 7774 Punkte vor, und der breit gefasste S&P 500 legte 3,4% auf 2627 Punkte zu. 

In der Vorwoche wurde eine fulminante Erholungsrally am Freitag durch Abgaben beendet. Für die neuerlichen Kursgewinne machten Marktteilnehmer die Kehrtwende des Weissen Hauses bei der Dauer der Social-Distancing-Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus verantwortlich. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor für eine Aufhebung nach Ostern ausgesprochen, stimmte am Sonntag aber der Verlängerung der Massnahmen bis Ende April zu.

Das Geschehen an den Aktienmärkten war auch am Montag von der Coronakrise geprägt. Mit knapp 8% den grössten Gewinn bei den Standardwerten verzeichnete der Pharmakonzern Johnson & Johnson. Er will bis September klinische Tests mit seinem experimentellen Coronavirusimpfstoff beginnen. Dieser soll dann Anfang 2021 experimentell zum Einsatz kommen. Um 6,4% aufwärts ging es für Abbott Laboratories. Die US-Medikamentenaufsicht hatte zuvor einen Coronavirustest zugelassen, mit dem der Erreger in wenigen Minuten diagnostiziert werden kann.

Leiden mussten hingegen einmal mehr die Titel von Reiseanbietern. Bis zu fast 14% verloren die Aktien der Kreuzfahrtanbieter Norwegian Cruise, Royal Caribbean und Carnival. 

Asien

In Asien stützten Konjunkturdaten aus China die dortigen Börsen. Der Shanghai Composite und der CSI 300 lagen gegen Handelsende aber nur noch 0,2 bis 0,3% im Plus. Etwas besser hielt sich mit einer Avance von 0,6% der Hang Seng in Hongkong. 

Chinas Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe sprang im März auf 52, nach einem Rekordtief von 35,7 im Februar. Einige Analysten warnten allerdings, die tatsächliche Lage werde so beschönigt. Es werde der Nettosaldo der Unternehmen gemessen, die eine Expansion oder einen Rückgang meldeten. Wenn ein Unternehmen nach einem erzwungenen Stillstand seine Arbeit wieder aufnehme, werde sich dies als Expansion zeigen, was nichts über das eigentliche Aktivitätsniveau aussage.

In Tokio notierte der Nikkei 225 zunächst im Plus, gegen Handelsende verzeichnete er jedoch ein Minus 1%. Der breite Topix lag gar 2,3% im Minus. In Südkorea legte der Kospi 1,5% zu, die indischen Indizes gewannen rund 2%, während der australische All Ordinaries 1,6% nachgab.

10'190.4
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9'661.75
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News Vorbörse Schweiz

Lindt & Sprüngli: Der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli (LISN 83400 -1.65%) zieht seine Ziele für das laufende Jahr wegen des Coronavirus zurück. Die langfristigen Ziele gelten jedoch weiterhin. Und auch an der Dividende für 2019 hält der Konzern fest. (Lesen Sie hier mehr.)

Schindler: Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler (SCHP 227.7 -0.04%) hat einen Auftrag für 103 Fahrtreppen und 73 Aufzüge für das Metro-Tunnel-Projekt im australischen Melbourne erhalten. Zum finanziellen Umfang des Auftrags macht er in der Mitteilung von Dienstag keine Angaben. (Lesen Sie hier mehr.)

Metall Zug: Die Holdinggesellschaft Metall Zug (METN 2230 1.36%) hat Peter Spirig zum neuen Firmenchef der Tochter und IPO-Kandidatin V-Zug ernannt. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase werde Spirig die CEO-Funktion von Heinz Buhofer übernehmen. Peter Spirig leitet seit dem 1. Mai 2016 die Division Türen beim Ostschweizer Bauzulieferer Arbonia (ARBN 9.82 3.04%). Davor, von 2009 bis 2016, war er für die Franke-Gruppe in Asien tätig, zuerst als CEO der Franke Food Service Systems Asia und ab 2013 als CEO der Franke Asia.

SoftwareOne: Der Börsenneuling hat 2019 den Umsatz auf 7,6 Mrd. Fr. verdoppelt und den Bruttogewinn um 4,3% auf 737 Mio. Fr. gesteigert, womit unter dem Strich noch 125 Mio. Fr. blieben (+60%). 2020 spüre SoftwareOne (SWON 22.7 2.48%) eine anhaltende Geschäftsdynamik mit bisher begrenzten Auswirkungen von Covid-19, jedoch sei die zu erwartende Beeinträchtigung seit Mitte März noch unklar. Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von 0.21 Fr. je Aktie. (Lesen Sie hier mehr.)

Vifor: Das Pharmaunternehmen hält wie geplant am 14. Mai seine Generalversammlung ab. Allerdings werde diese aufgrund der Einschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus ohne physische Präsenz der Aktionäre durchgeführt, teilte Vifor am Dienstag mit. Zur Ausübung der Stimmrechte könnten sich Aktionäre an den unabhängigen Stimmrechtsvertreter wenden, hiess es weiter.

Peach Property: Das Immobilienunternehmen erzielte im vergangenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis. Der Marktwert des Immobilienportfolios stieg von 0,7 Mrd. Fr. per Ende 2018 auf 1,1 Mrd. Fr., die Ist-Mieteinnahmen legten um 31% zu, wohingegen der Leerstand rückläufig war. Auch für das laufende Geschäftsjahr ist das auf Deutschland fokussierte Immobilienunternehmen zuversichtlich. Die Coronaviruskrise sei bis anhin ohne relevante negative Auswirkungen auf das Unternehmen. (Lesen Sie hier mehr.)

Coltene: Der Hersteller von Dentalbedarf Coltene (CLTN 84 -1.06%) reagiert auf die Coronakrise und kürzt die Dividende. Den Aktionären wird an der Generalversammlung vom 2. April noch eine Ausschüttung in Höhe von 1.50 Fr. je Aktie vorgeschlagen. Das ist halb so viel wie ursprünglich geplant. (Lesen Sie hier mehr.)

Spice Private Equity: Die Beteiligungsgesellschaft weist für das Geschäftsjahr 2019 erneut einen hohen Verlust aus. Bewertungsverluste drückten auf das Ergebnis. Allerdings fiel der Fehlbetrag mit 13,5 Mio. $ tiefer aus als das Minus von 22,1 Mio. $ im Vorjahr. Im laufenden Jahr beschäftigen auch Spice (SPCE 11 2.8%) Private Equity (PEHN 47.6 -1.65%) der Ausbruch der Coronaviruskrise und der Einbruch der Finanzmärkte. So werde etwa der Gastrosektor, wo Spice Private Equity ein bedeutendes Exposure aufweise, durch die Krise stark belastet.

Perfect Holding: Die in der Aviatik tätige Perfect Holding (PRFN 0.0285 -5%) verschiebt die ursprünglich für den (heutigen) Dienstag geplante Publikation des Geschäftsberichts 2019. Er soll stattdessen am 30. April veröffentlicht werden, wie die Gruppe auf ihrer Internetseite schreibt. In der Begründung heisst es, der Verwaltungsrat müsse die Lage aufgrund des sich mit der Coronakrise verschlechternden Marktumfelds neu bewerten.

LM Group: Der Online-Reiseanbieter verschiebt die für heute Dienstag vorgesehene Publikation des Geschäftsberichts 2019. Neu wird der Bericht am 7. April veröffentlicht, hiess es in einer Medienmitteilung. Als Grund für die Verzögerung nennt LM Group (LMN 27 5.88%) die Forderung der Rechnungsprüfer nach Szenario-Analysen mit Einzelheiten zu den wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die wichtigsten Finanzzahlen hatte die Gruppe bereits am 19. März 2020 gemeldet. Abweichungen seien seither keine festgestellt worden, hiess es.

Vontobel: Die Coronakrise und die Stärkung des Frankens führten zu einer niedrigeren Bewertung der verwalteten Vermögen, teilte die Bank Vontobel (VONN 66.2 3.68%) am Montagabend anlässlich der Generalversammlung mit. Per Ende März 2020 lagen die betreuten Kundenvermögen bei 194 Mrd. Fr. und damit 8% unterhalb der durchschnittlichen betreuten Kundenvermögen 2019. Die Dividende wurde um 7% auf 2.25 Fr. je Aktie erhöht. (Lesen Sie hier mehr.)

Allreal: Die Immobiliengesellschaft hat die Prognose für 2020 zurückgezogen. Obwohl sich die Geschäftsaktivitäten bis zum Beginn der Coronapandemie im Rahmen des prognostizierten Werts – unter dem von 2019, aber über demjenigen von 2018 – entwickelt hätten, seien die möglichen Auswirkungen durch allfällige Ausfälle von Mieterträgen, Terminverzögerungen von Bauprojekten oder Unterbrüche von Lieferketten derzeit nicht abschätzbar, teilte Allreal (ALLN 190.4 -1.24%) am Montagabend mit. Die Generalversammlung vom 24. April werde ohne physische Präsenz der Aktionäre abgehalten. (Lesen Sie hier mehr.)

 
 

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 31.03.2020

Wichtige Ereignisse
vom 31.03.2020

SCHWEIZ
06:30   Perfect Holding: Ergebnis 2019
07:00   Peach Property: Ergebnis 2019 (Conf. Call 10.00 Uhr)
07:00   SoftwareONE: Ergebnis 2019 (Conf. Call 09.00 Uhr)
08:30   BFS: Detailhandelsumsätze Februar 2020
Sonstige Termine
Leonteq: GV (10.30 Uhr), Zürich
Mobimo: GV (17.00 Uhr), Luzern
Newron: GV, Mailand
INTERNATIONAL
07:00 DEU Nemetschek, Jahreszahlen (detailliert)
07:00 DEU TLG Immobilien, Jahreszahlen (detailliert)
07:00 DEU Varta, Jahreszahlen (detailliert)
07:00 DEU Adler Real Estate, Jahreszahlen (detailliert)
07:00 DEU Fraport, Verkehrszahlen 13. KW
07:30 DEU Tele Columbus, Jahreszahlen (detailliert)
07:30 DEU RIB Software, Jahreszahlen (detailliert)
07:30 DEU Schaltbau Holidng, Jahreszahlen (detailliert)
10:00 DEU HUK Coburg, Bilanz-Pk per Webcast
11:00 DEU Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien, Jahreszahlen
- Ohne genaue Zeitangabe
DEU: Biontech, Jahreszahlen (detailliert)
DEU: ADO Properties, Jahreszahlen (detailliert)
DEU: Aurelius, Jahreszahlen
DEU: Eckert & Ziegler, Jahreszahlen (detailliert)
DEU: Tom Tailor, Geschäftsbericht
SWE: Ericsson, Hauptversammlung
GBR: Instone Real Estate (detailliert)
FIN: UPM-Kymmene, Hauptversammlung
CDN: Blackberry, Q4-Zahlen
Termine Konjunktur
DEU: Veröffentlichung des DIW-Konjunkturbarometers
01.50 JPN: Industrieproduktion 02/20
03.00 CHI: Einkaufsmanagerindex Industrie 03/20
08.45 FRA: Verbraucherpreise 03/20
08.45 FRA: Privater Verbrauch 02/20
09.00 SPA: BIP Q4/20
09.55 DEU: Arbeitslosenzahlen 03/20 und Pk (14.00 h) mit
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD)
10.30 GBR: BIP Q4/19 (2. Veröffentlichung)
11.00 EUR: Verbraucherpreise HVPI 03/20
11.00 ITA: Verbraucherpreise HVPI 03/20
15.00 USA: Case-Shiller Hauspreisindex 01/20
15.45 USA: Chicago PMI 03/20
16.00 USA: Conference Board Verbrauchervertrauen 03/20
22.30 USA: API Ölbericht (Woche)

(Quelle: AWP)

SMI: kurze Rückkehr zum höheren Gleichgewicht

Auch eine weitere leichte Erholung des Swiss Market Index kann an der mittelfristigen Prognose vorerst kaum etwas ändern. Lesen Sie hier mehr. »

Ausblick Rohstoffe

Kapitulation am Ölmarkt

Keine baldige Einigung im Streit zwischen den Saudis und Russland über Förderkürzungen. Und eine anhaltende Schwäche bei der Nachfrage wegen der Massnahmen gegen die Coronaviruspandemie. Diese Erwartungen scheinen sich im Ölmarkt zu etablieren. Rohöl der Sorte Brent (Brent 41.86 5.12%) startete diese Woche mit einem Verlust von über 7% und notiert unter 23 $ je Fass. Der niedrigste Preis seit siebzehn Jahren. Die US-Sorte WTI (WTI 39.54 5.95%) kostete zeitweise weniger als 20 $.

Die Ölförderer Saudi-Arabien und Russland machen keine Anstalten, dem Ölpreis zumindest rhetorisch unter die Arme zu greifen. Am Freitag erklärten die Saudis, bisher kein Gespräch mit Russland gesucht zu haben. Und der russische Vize-Energieminister Pavel Sorokin sagte, der niedrige Ölpreis sei «unangenehm, aber keine Katastrophe».

Unter grossem Druck stehen die Schieferölförderer in den USA. Sechs republikanische Senatoren haben sich nun an Präsident Trump gewandt, mit einem Brief, in dem sie sich für eine harte Haltung gegenüber Saudi-Arabien aussprechen. Das arabische Land wolle mit dem niedrigen Preis die Energiebranche in den USA zerstören und müsse nun zu Massnahmen angehalten werden, damit der Ölpreis wieder steige.