Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

In den USA haben sich Anleger wegen Konjunktursorgen für einen späten Rückzug entschieden. Der Leitindex Dow Jones Industrial büsste nach einen freundlichen Start im Späthandel doch noch 0,9% ein und fiel auf 23’664. Investoren hoffen zwar auf Auswege aus dem Lockdown, doch sie mussten auch durchwachsene Unternehmenszahlen und düstere Konjunkturdaten verkraften. Der marktbreite S&P 500 verlor 0,7% auf 2848. Allein der Auswahlindex Nasdaq 100 legte 0,6% auf 8985 zu.

Die Zahlen von Walt Disney standen im Fokus. Die Coronakrise belastete das Geschäft des Unterhaltungsriesen. Der Gewinn brach im ersten Quartal um mehr als 90% ein, der Umsatz stieg allein dank der TV- und Streaming-Angebote. Anleger leiteten daraus kein klares Bild ab. Nach schwankendem Verlauf schlossen die Papiere 0,2% tiefer. Die Aktien des Streaminganbieters Netflix zogen dagegen deutlich, um 2,3%, an.

Einen Bogen machten die Anleger um Ölwerte, wie Kursverluste von bis zu 3,1% bei ExxonMobil und Chevron zeigten. Trübe Nachrichten gab es auch von General Motors. Beim Autohersteller sorgte die Coronakrise für einen Gewinneinbruch im ersten Quartal um fast 90%. Trotzdem rückten die Aktien 3% vor.

Ein Kurssprung von 26% gelang den Titeln von Beyond Meat. Sie erreichten den höchsten Stand seit Februar. Der Fleischersatzhersteller hat sein Wachstum im ersten Quartal fortgesetzt und schaffte es über die Gewinnschwelle.

Asien

In Asien zeigen sich die Aktienmärkte eher freundlich. In Tokio steigt der Nikkei 225 um 0,4%, der breiter gefasste Topix dreht allerdings 0,3% ins Minus. Auf dem chinesischen Festland bleiben der CSI 300 und der Shanghai Composite fast unverändert. Der Hang Seng fällt 0,6%, der koreanische Kospi legt 0,1% zu.

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News Vorbörse Schweiz

ABB: Der Technologiekonzern ABB (ABBN 18.88 1.18%) erhält vom Zughersteller Stadler Rail (SRAIL 39.2 1.03%) einen Auftrag über 180 Mio. $. Laut der Mitteilung vom Donnerstag wird er mehr als 160 Züge und Lokomotiven von Stadler mit Elektrotechnik ausrüsten. (Lesen Sie hier mehr.)

Adecco: Der Personaldienstleister Adecco (ADEN 44.62 1.25%) hat erfolgreich eine Anleihe über 225 Mio. Fr. zu 0,875% platziert. Wie er am Donnerstag mitteilte, sollen die Mittel für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.

MCH Group: Die Messebetreiberin MCH Group (MCHN 13.2 1.54%) einigt sich im Streit mit Baselworld-Ausstellern über die Abrechnung der wegen der Coronapandemie ausgefallenen Uhrenmesse 2020. Wie genau die nun mit den Ausstellern getroffene Lösung aussieht, wird in der Mitteilung vom Donnerstag nicht beschrieben. Zudem sagen die Veranstalter die für Ende Januar 2021 geplante Ausgabe der Messe nach einer Reihe gewichtiger Absagen ab. (Lesen Sie hier mehr.)

Valiant: Die Retailbank hat im ersten Quartal den Betriebsertrag um 4,9% gesteigert. Der Konzerngewinn hingegen ging um 7,4% auf 26,2 Mio. Fr. zurück, was Valiant (VATN 87.8 1.5%) aber mit einem hohen ausserordentlichen Ertrag in der Vorjahresperiode relativiert. Das Bruttozinsergebnis stieg um 4,5% auf 80,2 Mio. Fr., und die Bilanz erreichte erstmals in der Geschichte der Bank über 30 Mrd. Fr. (Lesen Sie hier mehr.)

Molecular Partners: Das Biotechnologieunternehmen Molecular Partners (MOLN 21.95 2.09%) verfügt nach dem ersten Quartal noch über 80,7 Mio. Fr. liquide Mittel. Gleichzeitig geht es davon aus, im laufenden Jahr Kosten zwischen 60 und 70 Mio. Fr. zu haben. Mit den liquiden Mitteln sieht es sich bis in das erste Halbjahr 2021 finanziert. Da das Unternehmen noch keine eigenen Medikamente auf dem Markt hat, «verbrennt» es derzeit noch Geld. Entscheidend ist daher die Forschungspipeline. Hier berichtet die Gesellschaft über einen Coronakandidaten mit starker Wirksamkeit. (Lesen Sie hier mehr.)

Schaffner: Der Hersteller von Elektrokomponenten blieb im ersten Halbjahr (per Ende März) knapp in den schwarzen Zahlen. Das Reinergebnis betrug 0,6 Mio. Fr., nach 3,5 Mio. Fr. im Vorjahr. Als Autozulieferer hatte Schaffner (SAHN 180.5 1.69%) schon vor Ausbruch der Coronakrise mit einem Rückgang zu kämpfen. Dank Sparmassnahmen konnte sie den Umsatzrückgang um 15% teilweise kompensieren. (Lesen Sie hier mehr.)

Meier Tobler: Ferguson verkauft die Beteiligung von 28,8% am Gebäudetechniker an Silvan G.-R. Meier. Letzterer werde damit neu direkt und indirekt via Meier Capital 72,7% an Meier Tobler (WMN 11.2 -0.44%) halten. Zudem sei geplant, am 22. Mai neue Bezugsrechte zum Erwerb weiterer Aktien an alle Publikumsaktionäre auszugeben. Was den Geschäftsverlauf betrifft, teilte Meier Tobler mit, trotz spürbarem Rückgang in der Bau- und Installationsbranche könne man auf Stufe Ebitda voraussichtlich ein «knapp positives Resultat erzielen». (Lesen Sie hier mehr.)

Novartis: Der Pharmakonzern Novartis (NOVN 83.28 0.2%) erhält die Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA für das Lungenkrebsmittel Tabrecta. Das Mittel sei damit die erste zugelassene Therapie, die spezifisch auf fortgeschrittenen Lungenkrebs abzielt, der eine spezielle Mutation (METex14) aufweist, teilte er am Mittwochabend mit.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 07.05.2020

Wichtige Ereignisse
vom 07.05.2020

SCHWEIZ
06:00   Schaffner: Ergebnis H1 (Conf. Call 10.00 Uhr)
07:00   Molecular Partners: Ergebnis Q1
07:00   Valiant: Ergebnis Q1
07:45   Seco: Arbeitsmarktdaten April 2020
08:30   BFS: Touristische Beherbergungen März 2020
10:00   UPC Schweiz GmbH: Ergebnis Q1
INTERNATIONAL:  
TERMINE UNTERNEHMEN
06:45 DEU Evonik, Q1-Zahlen und Strategie Update
07:00 AUT S&T, Q1-Zahlen
07:00 BEL Anheuser-Busch InBev, Q1-Zahlen
07:00 NLD DSM, Q1-Zahlen
07:00 NLD Ahold Delhaize, Q1-Zahlen
07:00 DEU HeidelbergCement, Q1-Zahlen (Call 9.00 h)
07:00 DEU Brenntag, Q1-Zahlen (Call 9.00 h)
07:00 DEU Wacker Neuson, Q1-Zahlen (detailliert)
07:00 DEU Osram, Q2-Zahlen (Call 9.30 h)
07:00 DEU Zalando, Q1-Zahlen (detailliert) (Call 9.00 h)
07:00 LUX ArcelorMittal, Q1-Zahlen (Call 8.30 h)
07:15 FRA Air France-KLM, Q1-Zahlen
07:30 DEU Munich Re, Q1-Zahlen (detailliert) (Call 9.00 h)
07:30 DEU Puma, Q1-Zahlen (Call 9.00 h) und Hauptversammlung (online)
07:30 DEU ElringKlinger, Q1-Zahlen (Call 14.00 h)
07:30 DEU New Work, Q1-Zahlen
07:30 DEU Deutz, Q1-Zahlen (Call 9.00 h)
07:30 DEU Uniper, Q1-Zahlen (detailliert) (Call 10.00 h)
07:30 DEU Koenig & Bauer AG, Q1-Zahlen
07:30 DEU Rhön-Klinikum, Q1-Zahlen
07:30 DEU SLM Solutions, Q1-Zahlen
07:30 DEU Talanx, Q1-Zahlen (detailliert)
07:30 ESP Telefonica, Q1-Zahlen
07:45 DEU Compugroup Medical, Q1-Zahlen
07:45 NLD Ahold Delhaize, Q1-Zahlen
08:15 DEU ProSiebenSat.1, Q1-Zahlen (detailliert)
08:00 GBR IAG International Airlines Group, Q1-Zahlen und Verkehrszahlen Q1
08:00 GBR BT Group, Jahreszahlen
08:00 GBR RSA Insurance Group, Q1-Umsatz
08:30 DEU Continental, Q1-Zahlen (detailliert) (Call 15.00 h)
08:45 DEU Metro AG, Call zu den Q2-Zahlen
10:30 DEU Baywa, Q1-Zahlen
11:00 DEU Würth Jahresbilanz und Ausblick
11:00 DEU Godewind, Hauptversammlung (online)
12:00 DEU Linde, Q1-Zahlen (Call 16.00 h)
13:00 SWE Securitas, Q1-Zahlen, Stockholm
14:00 DEU Morphosys, Call zu den Q1-Zahlen
22:30 USA Uber, Q1-Zahlen
TERMINE UNTERNEHMEN OHNE ZEITANGABE
ITA: Leonardo, Q1-Zahlen
ITA: Banca Montei dei Paschi di Siena, Q1-Zahlen
JPN: Nintendo, Jahreszahlen
NOR: Equinor, Q1-Zahlen
PRT: EDP, Q1-Zahlen
SWE: Electrolux Group, Q1-Zahlen
SWE: Hennes & Mauritz, Hauptversammlung
SWE: Securitas, Q1-Zahlen
USA: Bristol Myers Squibb, Q1-Zahlen
USA: Raytheon Technologies, Q1-Zahlen
USA: News Corp, Q3-Zahlen
TERMINE KONJUNKTUR
CHN: Handelsbilanz 04/20
03:45 CHN Caixin PMI Dienste 04/20
08:00 DEU Industrieproduktion 03/20
08:00 GBR BoE Zinsentscheid und Sitzungsprotokoll
08:45 FRA Handelsbilanz 03/20
09:00 EUR EZB-Vizepräsident De Guindos stellt EZB-Jahresbericht 2019 vor
10:00 ITA Einzelhandelsumsatz 03/20
10:00 NOR Norges Bank, Zinsentscheid
10:00 DEU Auftragseingang im Maschinenbau März und 1. Quartal 2020
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
14:30 USA Produktivität Q1/20 (1. Veröffentlichung)
21:00 USA Konsumentenkredite 03/20
- Sonstige Termine
DEU: Sondersitzung des Kabinetts zu weiteren Lockerungen der
Corona-Schutzmassnahmen.
EU: Internationale Entwicklung in der Corona-Krise
+ 1030 Kabinettssitzung in Frankreich.
13:00 EU EU-Kommission stellt Pläne im Kampf gegen Geldwäsche und
Terrorfinanzierung vor.
17:00 USA UN verkünden neuen Finanzbedarf wegen Corona-Krise

(Quelle: AWP)

Ausblick Zinsen und Devisen

Die wichtigste Nachricht für die Renten- und die Devisenmärkte war diese Woche die Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts. Darin stellen die Richter der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Ultimatum: Die Eurowährungshüter sollen innerhalb von drei Monaten die Ziele ihres alten Anleihenaufkaufprogramms PSPP abwägen gegen mögliche Nebenwirkungen. Damit sind die Folgen der ultralockeren Geldpolitik für Sparer, Immobilienmärkte oder unrentable Unternehmen gemeint. Bleibt die Abwägung aus, darf die Bundesbank keine deutschen Bundesanleihen im Rahmen dieses alten Programms mehr kaufen.

Für das Pandemie-Notfallankaufprogramm PEPP gilt diese Entscheidung allerdings nicht. Seit März haben die Eurowährungshüter bereits für 118,8 Mrd. € Obligationen erworben. Nach Schätzung von Bannökonomen waren darunter vor allem italienische Staatsnanleihen – genaue Angaben werden erst noch veröffentlicht. Zudem hat die EZB klargemacht, dass sie sich dabei keine Grenzen setzt, wie sie das im alten Programm noch getan hatte: Die Obergrenze von 33% je Emittent und Emission gilt nicht. Die wiederum hatte aber das deutsche Bundesverfassungsgericht am Dienstag als Bedingung erklärt, warum es das alte Aufkaufprogramm nicht als unerlaubte monetäre Staatsfinanzierung beurteilt.

Am Ende verunsicherten gerade die Aussagen zu den Obergrenzen einige Marktteilnehmer. Unklar war insbesondere, ob sich die EZB im neuen Pandemieprogramm nicht doch stärker an die selbst auferlegten Obergrenzen hält. Der Zinsaufschlag italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen (zehn Jahre) stieg am Dienstag von 2,33 auf 2,44 Prozentpunkte, am Mittwoch waren es 2,48 Prozentpunkte. In den anderen Euroländern blieb es dagegen ruhig. Während für 1 € stabil rund 1.053 Fr. gezahlt werden müssen, rutschte der Wert der Gemeinschaftswährung zum US-Dollar etwas ab.