Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Am Mittwoch fiel der Dow Jones Industrial 2,17% auf 23’247,97, den niedrigsten Stand seit drei Wochen. Der S&P 500 gab 1,75% auf exakt 2820 nach. Der Tech-Index Nasdaq 100 büsste 1,23% auf 9000,08 ein. Besonders die Warnung des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell vor den hohen Risiken und den ungewissen wirtschaftlichen Aussichten im Gefolge der Pandemie belastete die Märkte. Ferner fielen die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China und der sinkende Ölpreis ins Gewicht.

Im Dow avancierten nur Merck & Co (+0,9%); Johnson & Johnson sowie Walmart hielten sich knapp. Am stärksten unter die Räder kamen American Express (–6,2%), Walgreens Boots Alliance (–5,4%) und ExxonMobil (–5%).

Zu den schwächsten Titeln zählten an den amerikanischen Märkten die wegen Corona ohnehin unter Druck geratenen Papiere von Fluggesellschaften. Delta Air Lines, United Airlines und American Airlines gaben zwischen 5,6 und 9% nach. Der Branchendachverband Iata hatte verlauten lassen, dass die Nachfrage mindestens bis 2025 hinter den Vorhersagen von vor der Pandemie verharren werde.

Wie schon am Vortag gehörten Uber (+1,9%) zu den raren Gewinnern. Am Dienstag hatte der Fahrdienstanbieter gemeldet, den Essenslieferdienst Grubhub übernehmen zu wollen.

Asien

An den Märkten in Asien/Pazifik notieren die Kurse ebenfalls schwächer. In Tokio verliert der Nikkei 225 1,6%. Der breiter gefasste Topix gibt 1,7% nach. Der Hongkonger Hang Seng sinkt 1,3%. Der Shanghai Composite gibt 0,7% nach. In Seoul büsst der Kospi 1% ein. Der australische S&P/ASX 200 verliert 1,2%.

9'926.0
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News Vorbörse Schweiz

Zurich Insurance: Der Versicherungskonzern Zurich Insurance (ZURN 314.2 2.21%) rechnet infolge der Coronakrise mit Schadenkosten von bis zu 750 Mio. $. Davon seien im ersten Quartal 280 Mio. erfasst worden. Die Z-ECM-Quote lag Ende März bei geschätzt 101%, nach 129% Ende 2019 (Zielband: 100 bis 120%). Die Prämien im Schadengeschäft legten in den ersten drei Monaten derweil 5% auf 9,68 Mrd. $ zu. (Lesen Sie hier mehr.)

Clariant: Der Spezialchemiehersteller Clariant (CLN 18.16 2.08%) behält wegen der Coronakrise zur Sicherung der Liquidität die ordentliche Dividende von 0.55 Fr. je Aktie ein. Sie soll allenfalls 2021 als ausserordentliche Ausschüttung kommen. Die diesjährige Sonderausschüttung von 3 Fr. je Titel soll aber an die Aktionäre fliessen, vorbehaltlich des Abschlusses des Verkaufs des Masterbatches-Geschäfts. (Lesen Sie hier mehr.)

Sunrise: Der Umsatz der Telecomanbieterin Sunrise (SRCG 80.15 -0.12%) stieg im ersten Quartal 2,8% auf 459 Mio. Fr. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) nahm 5,9% auf 168 Mio. zu. Unter dem Strich sank der Gewinn auf 22 Mio., nach 35 Mio. im Vorjahr (mit Sondereffekt). Für 2020 senkt das Unternehmen wegen der Coronakrise das Zielband für den Umsatz auf 1,84 bis 1,88 Mrd. (vorher: 1,875 bis 1,915 Mrd.). An der Prognose für den bereinigten Ebidta von 675 bis 690 Mio. hält es fest. Die Dividende für 2020 soll 4.55 bis 4.65 Fr. je Aktie betragen. (Lesen Sie hier mehr.)

Straumann: Der Dentalimplantatspezialist Straumann (STMN 796.4 6.99%) muss wegen der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sparen. Im laufenden Jahr plant er eine Reduktion des Personalbestands um 9%. Das Geschäftsfundament bleibe aber solid. (Lesen Sie hier mehr.)

Aryzta: Der kriselnde Backwarenkonzern Aryzta (ARYN 0.5375 1.99%) will sämtliche strategischen und finanziellen Optionen prüfen. Dazu wurde Rothschild & Co. als Berater engagiert. Die Strategieüberprüfung soll bis Ende Juli abgeschlossen sein. Sie dürfte eine Reaktion auf das Engagement und die Forderung zur Fokussierung durch den aktivistischen Investor Veraison sein. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 341.25 2.76%) hat vor Beginn des wichtigen Fachkongresses Asco schon erste Daten aus seiner Pipeline vorgelegt. So erwies sich zum Beispiel der Produktkandidat Tiragolumab in Kombination mit dem Immuntherapeutikum Tecentriq als wirksam. Dabei wurde die Kombination als Erstlinientherapie bei Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs (NSCLC) eingesetzt. (Lesen Sie hier mehr.)

Polyphor: Das Biotech-Unternehmen Polyphor (POLN 8.29 2.09%) will beim diesjährigen virtuellen Programm des Krebskongresses Asco einen Auszug zum Produktkandidaten Balixafortide vorstellen.

DKSH: Der Expansionsdienstleister DKSH (DKSH 53.2 1.72%) hebt seinen Ausblick für 2020 auf. Die Auswirkungen von Covid-19 auf das Geschäft liessen sich nicht genau abschätzen. Die Generalversammlung genehmigte am Mittwoch die Dividende in Höhe von 1.90 Fr. je Aktie und stimmte auch den übrigen Anträgen des Verwaltungsrats zu. (Lesen Sie hier mehr.)

Flughafen Zürich: Die Zahl der Reisenden am Flughafen Zürich (FHZN 130.4 0.62%) sackte im April um 99% auf noch knapp 27’000 ab. Von diesen Reisenden machten die Lokalpassagiere mit rund 88% den Grossteil aus. (Lesen Sie hier mehr.)

Alpiq: Die Aktionäre des Energiekonzerns Alpiq (ALPH 70 0%) werden an der Generalversammlung vom 24. Juni über eine Abfindungsfusion im Übernahmestreit entscheiden. Auf diesem Weg wollen die Ankeraktionäre die noch übrig gebliebenen Publikumsaktionäre loswerden. Damit das sogenannte Squeeze-out zur Anwendung kommt, braucht es an der Generalversammlung die Zustimmung von mindestens 90% der eingetragenen Aktien.

BCJ: Nicola Thibaudeau wird Vizepräsidentin des Verwaltungsrats der Jurassischen Kantonalbank (Banque Cantonale du Jura, BCJ). Sie ist seit 2016 Mitglied des Gremiums und zudem Mitglied der Kommission für Personal- und Vergütungspolitik.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 14.05.2020

Wichtige Ereignisse
vom 14.05.2020

SCHWEIZ
06:45   Sunrise: Ergebnis Q1 (Conf. Call 09.30 Uhr)
06:45   Zurich Insurance: Update Q1 (Conf. Call 13.00 Uhr)
08:30   BFS: Produzenten- und Importpreisindex April 2020
GVs: Adval Tech; APG SGA; SoftwareONE; Swatch; VAT; Vifor Pharma
INTERNATIONAL
Termine Unternehmen
07:00 DEU RWE, Q1-Zahlen (Call 10.00 h)
07:00 DEU Fraport, Verkehrszahlen 04/20
07:00 DEU Evotec, Q1-Zahlen (Call 14.00 h)
07:00 DEU Stratec Biomedical, Q1-Zahlen
07:00 DEU Merck KGaA, Q1-Zahlen (Call 9.30 h)
07:00 DEU SMA Solar, Q1-Zahlen
07:00 DEU GFT Technologies, Q1-Zahlen
07:00 DEU Ceconomy, Q2-Zahlen (detailliert)
07:00 DEU TAG Immobilien, Q1-Zahlen
07:00 DEU Deutsche Telekom, Q1-Zahlen (Call 10.00 h)
07:00 BEL KBC Group, Q1-Zahlen
07:00 NLD Shop Apotheke, Q1-Zahlen
07:30 DEU Indus Holding, Q1-Zahlen (detailliert)
07:30 DEU Wirecard, Q1-Zahlen
07:30 DEU Zooplus, Q1-Zahlen (detailliert)
07:30 DEU Dürr AG, Q1-Zahlen (Call 14.30 h)
07:30 DEU SGL Group, Q1-Zahlen
07:30 DEU MLP, Q1-Zahlen (detailliert) (Call 10.00 h)
07:30 DEU Scout24, Q1-Zahlen
07:30 DEU Bilfinger, Q1-Zahlen
07:30 AUT Raiffeisen International, Q1-Zahlen
07:30 FRA Bouygues, Q1-Zahlen
08:00 DEU Cancom, Q1-Zahlen
08:00 DEU Jost Werke, Q1-Zahlen
08:00 DEU Global Fashion Group, Q1-Zahlen
08:00 FRA EDF, Q1 Umsatz
10:00 DEU BMW, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU Stada, Hauptversammlung (online)
10:00 CHE Swatch Group, Hauptversammlung (online)
10:30 DEU Isra Vision, Hauptversammlung (online)
18:00 DEU Deutsche Euroshop, Q1-Zahlen
- Ohne genaue Zeitangabe
DEU: Südzucker, Jahreszahlen
DEU: BayernLB, Q1-Zahlen
ESP: ACS, Q1-Zahlen
AUT: Wienerberger, Q1-Zahlen
FRA: Engie, Hauptversammlung
USA: Applied Materials, Q2-Zahlen
Termine Konjunktur
06:30 NLD Einzelhandelsumsatz 03/20
07:30 FRA Arbeitslosenquote Q1/20
08:00 JPN Maschinenwerkzeugaufträge 04/20 (vorläufig)
08:00 DEU Verbraucherpreise 04/20 (endgültig)
08:00 DEU Indizes der Grosshandelspreise 04/20
09:00 ESP Verbraucherpreise 04/20 (endgültig)
10:00 EUR EZB Wirtschaftsbericht
11:00 ITA Handelsbilanz 03/20
14:30 USA Im- und Exportpreise 04/20
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
15:00 DEU Pk mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zu Steuerschätzung
16:30 USA EIA Energieministerium, Ölbericht (Woche)
19:00 USA Fed-Präsident von Minneapolis, Neel Kashkari, hält eine Rede (online)
- Sonstige Termine
09:00 DEU Bundesgerichtshof verhandelt über Honorare für Architekten und
Ingenieure
09:00 DEU Bundesgerichtshof klärt: Darf nur Ritter Sport quadratisch sein?
09:30 LUX EuGH-Gutachten zur Vermarktung von Hanfprodukten

(Quelle: AWP)

Ausblick Zinsen und Devisen

Die Coronadeflation ist in den Preisdaten angekommen, was nochmals auf die Verzinsung von Anleihen drücken könnte. Wie am Mittwoch bekannt geworden ist, sind die Produzentenpreise in den USA im April im Vergleich zum Vormonat um 1,3% gesunken (saisonbereinigt). Allein die Güterpreise sind um 3,3% eingebrochen. Dies ging vor allem auf den Einbruch der Ölpreise zurück, denn die Preise für Energiegüter sind auf Monatssicht um satte 19% gefallen.

Bei den Dienstleistern, die besonders unter dem Stillstand leiden, sind die Produktpreise aber um nur 0,4% zurückgegangen. Für die Verbraucher sinken die Preise bereits den zweiten Monate in Folge, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitgeteilt hat: Ohne Energie und Nahrung lag die Kernrate zuletzt bei –0,4%. Auf Jahressicht ist die Inflationsrate von 2,1 auf nur noch 1,4% gefallen. Dies allein dürfte aber die leicht sinkenden Renditen der Staatsanleihen in den USA nicht erklären.

In der Eurozone fallen gerade auch wieder die markbasierten Inflationserwartungen stärker (fünfjährige Inflationsswaps in fünf Jahren). Waren sie Ende März noch auf 0,7% gesunken, sind sie bis Mitte April auf rund 1% gestiegen. Zuletzt sind sie aber auf 0,85% zurückgefallen. Dies ist deutlich unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die auf mittlere Sicht knapp 2% als Ziel hat.

Vergangene Woche hat die EZB netto Anleihen (öffentlich und privat) für 45 Mrd. € dazugekauft, nachdem die Summe eine Woche zuvor bei nur 19 Mrd. € gelegen hatte. Vorige Woche hatte das deutsche Bundesverfassungsgericht das Public Sector Purchase Programme (PSPP) teilweise für verfassungswidrig erklärt, weil ihm eine Verhältnismässigkeitsprüfung fehlte. Die PSPP-Kaufsumme lag netto bei 7,2 Mrd. €, im Pandemieprogramm PEPP bei 34,1 Mrd. €.