Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Nachrichten über neue Ansteckungen mit dem Coronavirus in sechs Bundesstaaten dämpften am Mittwoch den anfänglich guten Verlauf an den US-Börsen. Die beiden wichtigsten Aktienindizes schlossen leicht im Minus. Der Dow Jones Industrial verlor 0,65% auf 26’119,61. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,36% auf 3113,49 nach. Acht der elf grossen Sektoren im S&P 500 endeten im Minus. Tech-Titel sorgten indes dafür, dass der Nasdaq 100 0,15% auf 9910,53 avancierte.

Zu den Hauptverlierern zählen die Valoren von Oracle (–5,6%), deren Quartalsergebnis enttäuschte. Hart erwischte es auch die Kreuzfahrtanbieter Norwegian Cruise Line (–8,4%), Carnival (–6,5%) und Royal Caribbean Cruises (–7,2%).

Asien

Die schwächeren Vorgaben aus den USA dämpfen am Donnerstag die Kurse in Asien. In Tokio gibt der Nikkei 225 0,34% nach, und der breiter gefasste Topix verliert 0,21%. Auch der Hang Seng in Hongkong notiert leicht unter dem Vortagesniveau (–0,15%). Dagegen liegt in Schanghai der chinesische Leitindex CSI 300 0,5% im Plus. Der Shanghai Composite legt 0,1% zu.

10'125.8
-0.61%
3'294.4
-0.77%
12'528.2
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10'341.9
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22'306.5
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1.0624
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0.9448
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1.1244
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1'774.82
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News Vorbörse Schweiz

Roche: Gemäss einer italienischen Studie lässt sich Covid-19 mit dem Arthritismedikament Actemra des Pharmakonzerns Roche (ROG 328.8 -1.23%) kaum erfolgreich behandeln. Die Untersuchung hat demnach ergeben, dass das Mittel keine Besserung der Symptome bei Patienten brachte, die in einem frühen Stadium an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung litten. (Lesen Sie hier mehr.) 

Roche: Der Pharmakonzern Roche meldet, dass das Mittel Tecentriq in Kombination mit einer bestimmten Chemotherapie bei Patienten mit dem aggressiven dreifach negativen Brustkrebs (TNBC) zu einer klaren Verbesserung führt. Dies war dann der Fall, wenn die Patienten schon in einem frühen Stadium mit der Kombination behandelt wurden. (Lesen Sie hier mehr.)

Banken: Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 4870 -0.2%)) sieht die beiden Grossbanken UBS (UBSG 11.04 -0.45%) und Credit Suisse (CSGN 9.852 -0.44%) im aktuellen Umfeld gut aufgestellt. Der Konjunkturabschwung und die Coronapandemie seien aber Herausforderungen. Auch die auf den Binnenmarkt fokussierten Institute dürften dies laut dem «Bericht zur Finanzstabilität 2020» mehrheitlich überstehen. Aber eine «gewisse Zahl» an Instituten werde wohl in die Verlustzone rutschen. (Lesen Sie hier mehr.)

Helvetia: Der Versicherer Helvetia (HELN 88.3 -0.06%) platziert im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens bis zu 3,3 Mio. neue Namenaktien zu je 91 Fr. am Markt. Der Bruttoerlös von 300 Mio. Fr. soll zur teilweisen Finanzierung der im Januar angekündigten Übernahme des spanischen Versicherers Caser dienen. Die neuen Titel entsprechen bis zu 6,6% des Aktienkapitals. (Lesen Sie hier mehr.)

Swatch Group: Wechsel in den Geschäftsleitungen der Uhrenmarken von Swatch Group (UHR 190.3 -0.73%). Rado-Chef Matthias Breschan wird Longines-Chef. Sein Vorgänger Walter von Känel geht in den Ruhestand. Sylvain Dolla wird Nachfolger von Tissot-CEO François Thiébaud. (Lesen Sie hier mehr.)

Züblin: Die Aktionäre der Immobiliengesellschaft Züblin (ZUBN 28.2 2.92%) haben an der Generalversammlung die Anträge des Verwaltungsrats durchgewinkt. Sie genehmigten auch die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 1 Fr. pro Namenaktie aus Kapitaleinlagereserven.

Orior: Der Lebensmittelhersteller Orior (ORON 77 -2.16%) hat die Coronakrise nach eigenen Angaben «gut gemeistert». Das starke Wachstum im Detailhandel habe den grossen Umsatzverlust im Bereich Food Service zu einem grossen Teil kompensiert. (Lesen Sie hier mehr.)

Cassiopea: Das Pharmaunternehmen Cassiopea (SKIN 40.9 2.51%) hat wie geplant 750’000 neue Namenaktien (7,5% des Aktienkapitals) bestehenden Aktionären zum Preis von 31 € pro Titel angeboten und so 23,25 Mio. € eingenommen. Es wurden somit 100% der Bezugsrechte ausgeübt. Cosmo (COPN 89.8 7.54%) hat zudem ihre Rechte vollständig ausgeübt und 338’172 Titel (45,1%) gezeichnet.

Wisekey: Das Cybersecurity-Unternehmen Wisekey (WIHN 1.18 -5.6%) hat Daniel Kerimi in den Beirat berufen, der das Management bei wichtigen Fragestellungen berät.

Relief Therapeutics: Das Biotech-Unternehmen Relief Therapeutics (RLF 0.0336 -12.95%) verschiebt die für den 19. Juni angesetzte ordentliche Generalversammlung auf den 17. Juli. Bei der Publikation der Einladung zur Generalversammlung wurde eine formale Vorgabe nicht erfüllt.

Sunrise: Die Telecomanbieterin Sunrise (SRCG 84.05 0%) hat den TV-Streaming-Dienst Wilmaa gekauft. Die zehn Mitarbeiter wechselten zu Sunrise, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zu den Verkaufskonditionen wurde gemäss den Angaben Stillschweigen vereinbart.

Kudelski: Der Verschlüsselungsspezialist Kudelski (KUD 3.42 -0.44%) erhält einen neuen Auftrag der Taiwan Broadband Communications. Sie habe für das Ultra-HD-Bezahl-TV auf der Android-Plattform ein TV-Sicherheitsprodukt der Kudelski-Tochter Nagra gewählt.

Romande Energie: Das Energieunternehmen Romande Energie (HREN 1020 -1.45%) meldet den Rücktritt von Geschäftsleitungsmitglied Christian Frère. Der Chef der Geschäftseinheit Energy Solutions habe sich entschieden, das Unternehmen per Ende April 2021 zu verlassen.

 
 

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 18.06.2020

Wichtige Ereignisse
vom 18.06.2020

SCHWEIZ
06:30   SNB: Bericht zur Finanzstabilität 2020
08:00   EZV: Aussenhandel/Uhrenexporte Mai 2020
08:30   BFS: Baupreisindex im April 2020
09:30   SNB: Geldpolitische Lagebeurteilung (inkl. MK)
10:00   MK Swipra: GV-Saison 2019/20 (online)
Sonstige Termine
Achiko: GV
INTERNATIONAL
TERMINE UNTERNEHMEN
07:00 DEU Wirecard, Jahreszahlen (detailliert) (14.00 h digitale Pk)
07:00 DEU Cancom, Q1-Zahlen
08:00 GBR National Grid, Jahreszahlen
10:00 DEU BASF, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU Delivery Hero, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU Scout24, Hauptversammlung (online)
11:00 DEU Varta, Hauptversammlung (online)
11:00 DEU Gesco, Hauptversammlung (online)
11:00 DEU Aurelius, Hauptversammlung (online)
11:00 ESP Amadeus IT, Hauptversammlung (online)
12:00 LUX Befesa, Hauptversammlung (online)
12:00 DEU Deutsche Post - Berichterstattung vom ICFW-Abend
18:00 DEU Deutsche Bank IR-Call u.a. mit CFO James von Moltke
DEU: PharmaSGP Holding, Bekanntgabe Ausgabepreis
TERMINE KONJUNKTUR
10:00 ITA Handelsbilanz 04/20
10:00 ESP Handelsbilanz 04/20
10:00 DEU Institut für Weltwirtschaft veröffentlicht Konjunkturprognose
13:00 GBR BoE Zinsentscheid
14:00 POL National Bank of Poland, Zinsentscheid
14:30 USA Philly Fed Index 06/20
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
16:00 USA Frühindikator 05/20
- Sonstige Termine
09:00 DEU Regierungserklärung Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Deutschen
EU-Ratspräsidentschaft und zum Europäischen Rat
09:15 DEU Fortsetzung im Kapitalanleger-Musterverfahren nach der
Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und der
Porsche Automobil-Holding 2007/2008
09:30 LUX EuGH-Gutachten zur Berechnung der LKW-Maut in Deutschland
09:30 LUX EuGH-Urteil zur Widerrufbarkeit von im Fernabsatz geschlossenen
Anschlusszinsvereinbarungen

(Quelle: AWP)

Ausblick Zinsen und Devisen

Am Donnerstag kommen die Währungshüter der Schweizerischen Nationalbank (SNB (SNBN 4870 -0.2%)) zu ihrer nächsten Sitzung zusammen. Die vorherige geldpolitische Lagebeurteilung vom 19. März war noch davon geprägt, dass die SNB die Liquiditätsversorgung absichern musste. Die Notenbanker liessen zwar den Leitzins und den Zins auf Sichtguthaben unverändert bei −0,75%, was auch diese Woche zu erwarten ist. Dafür kündigten sie im März an, verstärkt am Devisenmarkt zu intervenieren, um eine zu starke Aufwertung des Frankens zu verhindern.

Gemessen an den Sichtguthaben der Banken, die durch diese Eingriffe anschwellen, hat die SNB auch kräftig interveniert. Dabei stellte sich heraus, dass sie offenbar einen Kurs von 1.05 Fr./€ nicht unterschreiten will. Zudem erhöhte sie den Freibetrag auf die Sichtguthaben der Banken, um die Belastung der Geldhäuser mit dem Negativzins zu senken. Der Freibetragsfaktor (bezogen auf die Mindestreserven abzüglich des Bargeldes) stieg von 25 auf 30.

Ende März hat die Nationalbank noch die SNB-Covid-19-Refinanzierungsfazilität eingeführt. Sie dient dazu, dass die Finanzinstitute bei der Geldleihe Unternehmenskredite als Sicherheiten hinterlegen können. Diese mussten eine Garantie des Bundes haben, was im Mai auf kantonale Bürgschaften ausgeweitet wurde sowie auf Kreditausfallgarantien, die zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erlassen wurden.

Bemerkenswert ist, dass der Saron, der besicherte Übernachtzins am Geldmarkt, seit März im Schnitt bei −0,66% liegt, das sind im Durchschnitt 5 Basispunkte (0,05 Prozentpunkte) mehr als im Januar und Februar. Die SNB strebt jedoch an, dass der Satz nahe ihrem Leitzins von aktuell −0,75% liegt. Die Währungshüter dürften auf der Medienkonferenz am Donnerstag erklären müssen, warum sie diese effektive Zinserhöhung tolerieren. Eine Ausweitung der Freibeträge dürfte somit aber vom Tisch sein, denn sie würde den Aufwärtsdruck auf den Saron erhöhen.