Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

An Wallstreet gab der Dow Jones am Mittwoch 0,3% auf 25’734,97 nach. Der breiter gefasste S&P 500 stieg dagegen 0,5% auf 3115,86. Der Tech-Index Nasdaq 100 avancierte sogar 1,21% auf 10’279,25. Erfreuliche Wirtschaftsnachrichten, besonders vom Arbeitsmarkt und aus der Industrie, sowie Meldungen über positive Ergebnisse für einen Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 belebten namentlich die Nachfrage nach Technologietiteln, von denen manche Rekordniveaus erreichten.

Tagesgewinner im Dow waren Pfizer mit +3,2%. Der Pharmakonzern und das deutsche Biopharmaunternehmen BioNTech hatten erste Testerfolge ihres Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 gemeldet. Walt Disney (+1,4%) und Merck & Co. (+1%) lagen auf den Folgeplätzen. Verlierer waren Walgreens (–3,6%), ExxonMobil (–2,3%) und IBM (–1,9%).

Im S&P 500 (SP500 3294.62 0.72%) gingen FedEx mit fast +12% als Tagesgewinner aus der Sitzung. Der Paketdienstleister meistert die Coronakrise bislang besser als erwartet, wie die Zahlen des Ende Mai abgelaufenen Geschäftsquartals zeigen. Amgen kamen gut 8% voran. Der Biotech-Konzern hat einen Patentdisput gegen Novartis (NOVN 76.62 -0.99%) gewonnen.

Tesla gewannen knapp 4%. Mit zuletzt fast 208 Mrd. $ Marktkapitalisierung ist Tesla (TSLA 1524.59 2.67%) jetzt an der Börse wertvoller als Toyota.

Asien

Die Märkte in Asien/Pazifik handeln fester. In Tokio gewinnt der Nikkei 225 leicht, um 0,2%, der breiter gefasste Topix 0,3%. Der Shanghai Composite steigt 1,4%, der Hongkonger Hang Seng 1,6%. In Seoul avanciert der Kospi 1%. Der australische S&P/ASX 200 rückt 1,6% vor.

10'133.8
-0.94%
3'247.3
-0.03%
12'587.7
-0.47%
26'645.9
-0.07%
10'910.6
+0.07%
22'573.7
+1.7%
1.0756
-0.33%
0.9168
-0.09%
1.1732
-0.23%
1'976.14
-0.03%
43.72
+0.02%
11'145.07
-0.76%

News Vorbörse Schweiz

Novartis: Der Pharmakonzern Novartis (NOVN 76.62 -0.99%) hat sich in einem Bestechungsverfahren in den USA aussergerichtlich geeinigt. Er muss in diesem Fall 678 Mio. $ bezahlen. Er wurde beschuldigt, Zehntausende informelle Treffen mit Ärzten organisiert zu haben, bei denen es um teure Essen und hohe Rednerhonorare ging. Die Mediziner sollen als Gegenleistung verstärkt Novartis-Medikamente unter anderem gegen Bluthochdruck und Diabetes verschrieben haben, deren Kosten dann staatliche Krankenversicherungen getragen hätten.

Novartis: Die Tochter des Pharmaherstellers Novartis, Sandoz, hat im Zusammenhang mit der Zulassung des Biosimilar Erelzi in den USA eine Niederlage erlitten. Sandoz evaluiert nun die weiteren Schritte, einschliesslich einer Berufung beim Obersten Gerichtshof der USA.

Galenica: Der Apotheken- und Gesundheitskonzern Galenica (GALE 66.75 -2.98%) kauft per Anfang Juli die Hedoga-Gruppe und mit ihr Marken wie Osa, Osanit und Carmol. Mit diesem Schritt soll die Stellung der Tochter Verfora am Markt für rezeptfreie Medikamente gestärkt werden. Im vergangenen Jahr habe Hedoga einen Umsatz von 25 Mio. Fr. erzielt, über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. (Lesen Sie hier mehr.)

Schaffner: Die Elektrokomponentenherstellerin Schaffner (SAHN 185 1.65%) stellt per 1. Oktober das Power-Quality-Angebot neu auf. Künftig will sie sich in diesem Bereich auf strategische Schlüsselkunden konzentrieren. Dadurch werde der Umsatz der EMC-Division im kommenden Geschäftsjahr 2020/21 im mittleren einstelligen Bereich sinken. (Lesen Sie hier mehr.)

Aryzta: Der Konflikt zwischen dem Backwarenhersteller Aryzta (ARYN 0.5605 -5.08%) und der Aktionärsgruppe rund um den Investor Veraison verschärft sich. Die Gruppe hat ihre Beteiligung auf 20% erhöht, nach zuletzt gemeldeten 18,4%. (Lesen Sie hier mehr.)

Leonteq: Der Derivatspezialist Leonteq (LEON 37.45 1.35%) arbeitet mit Google Cloud zusammen. Durch die Erweiterung seiner Infrastruktur in die Cloud wird die Skalierbarkeit der Leonteq-Plattform unterstützt. Diese soll ausserdem durch die Einführung von Site Reliability Engineering (SRE) zuverlässiger werden.

Dormakaba: Der Schliesstechnikkonzern Dormakaba (DOKA 518.5 -1.43%) trennt sich von seinem Projektinstallationsgeschäft in Norwegen. Käufer sei die norwegische Låssenteret. Ein Preis wurde nicht genannt.

Mikron: Der Maschinenbauer Mikron (MIKN 4.97 -1.78%) verkauft seine Niederlassungen in Berlin und Litauen. Käufer der beiden Standorte ist Callista Private Equity (PEHN 46 -0.86%) aus München.

Logitech: Der Computerzubehörhersteller Logitech (LOGN 66.44 -2.69%) empfiehlt seinen Aktionären, an der kommenden Generalversammlung Deborah Thomas in den Verwaltungsrat zu wählen. Sie ist Finanzchefin beim Spielzeug- und Unterhaltungskonzern Hasbro (HAS 63.13 2.67%).

Ascom: Das Technologieunternehmen Ascom (ASCN 10.34 -0.39%) hat in Deutschland einen Auftrag mit einem Volumen von rund 5,5 Mio. Fr. an Land gezogen. Der Auftrag kommt von einem langjährigen Vertriebspartner.

Meyer Burger: Im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung bei Photovoltaikspezialistin Meyer Burger (MBTN 0.143 -2.19%) entsteht keine Pflicht zur Unterbreitung eines Übernahmeangebots. Dies teilte Meyer Burger am Donnerstag auf Veranlassung der Übernahmekommission (UEK) mit. (Lesen Sie hier mehr.)

Allreal: Der Immobilienkonzern Allreal (ALLN 179.2 -0.99%) hat mit einem Ankermieter einen Zehnjahres-Mietvertrag für eine Bürofläche von rund 5800 Quadratmetern an der Bellerivestrasse 36 in Zürich abgeschlossen. Der Mietervertrag läuft ab Juli 2023 und sichert mehr als 60% des künftigen Jahersmietertrags der Liegenschaft von 6,8 Mio. Fr.

Eastern Property Holdings: Die Immobiliengesellschaft Eastern Property Holdings (EPH) hat in Dresden ein Hotel erworben. Das Gebäude befindet sich in der historischen Altstadt, direkt neben der Frauenkirche. Die Parteien hätten vereinbart, den Kaufpreis nicht zu veröffentlichen.

HBM: Die auf den Gesundheitssektor fokussierte Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare (HBMN 282 3.3%) Investments hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 mehr verdient. Für das per Ende Juni abgeschlossene erste Quartal meldete sie einen Gewinn von rund 226 Mio. Fr. In der gleichen Periode des Vorjahres hatte ein Gewinn von 75,2 Mio. Fr. resultiert. Die verwalteten Vermögen wurden mit 1,675 Mrd. Fr. angegeben.

Evolva: Das Biotech-Unternehmen Evolva (EVE 0.2565 -0.97%) vermeldet, dass die von der US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) geplante fünfzehntägige öffentliche Prüfungsperiode für seinen Wirkstoff Nootkaton nun begonnen hat. Es handle sich um einen weiteren Schritt im laufenden Registrierungsprozess.

Repower: Der Energieversorger Repower muss die Prognose für das laufende Jahr aussetzen: Für das gesamte Jahr 2020 werden wegen der Unsicherheiten um Covid-19 keine Aussagen gemacht. Trotzdem erwarte Repower aber ein gutes Halbjahresresultat 2020. Die genauen Zahlen für das erste Semester werden am 19. August bekanntgegeben.

Bell Food: Der Fleischkonzern Bell Food (BELL 230 -3.97%) Group restrukturiert sein internationales Charcuteriegeschäft. Er verkauft zwei Produktionsbetriebe in Ungarn und Frankreich. Die Angestellten würden alle von den neuen Eigentümern übernommen.

 
 

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 02.07.2020

Wichtige Ereignisse
vom 02.07.2020

SCHWEIZ
08:30   BFS: Landesindex der Konsumentenpreise Juni 2020
10:00   Bankenombudsman: Jahres-MK (online)
INTERNATIONAL
TERMINE UNTERNEHMEN
08:00 DEU Grenke, Q2-Umsatz
08:00 GBR Associated British Foods, Q3 Trading Update
10:00 DEU Berentzen-Gruppe, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU Cenit AG, Hauptversammlung (online)
10:00 DEU KfW Telefon-Pk zum "Gründungsmonitor 2020"
10:00 DEU Verkündung einer Entscheidung im Rechtsstreit zwischen Helaba und
Société Générale um Haftung bei "Cum-Ex"-Aktiengeschäften
TERMINE KONJUNKTUR
09:00 ESP Arbeitslosenzahlen 06/20
11:00 EUR Erzeugerpreise 05/20
11:00 EUR Arbeitslosenquote 05/20
14:30 USA Handelsbilanz 05/20
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
14:30 USA Arbeitsmarktbericht 06/20
16:00 USA Auftragseingang Industrie 05/20
- Sonstige Termine
DEU: Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Bundeskanzlerin Angela Merkel und
EU-Kommission besprechen Arbeitsprogramm
1630 Gemeinsame Pk von Bundeskanzlerin Angela Merkel und
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (per Videokonferenz)
09:30 LUX EuGH-Gutachten zum Informationsaustausch in Steuersachen
- Hinweis
USA: Anleihenmarkt - verkürzter Handel (bis 20.00 h)

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechnik: Tradingrange immer deutlicher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Swiss Market Index zeigt keinen kurzfristigen Aufwärtstrend mehr. Das ist zunächst undramatisch, hat aber dennoch Konsequenzen. Lesen Sie hier mehr.»

Ausblick Zinsen und Devisen

Die Entscheidung der deutschen Bundesverfassungsrichter von Anfang Mai hatte viele Beobachter verunsichert. Darin erklärte das Gericht das 2015 begonnene Anleihenkaufprogramm PSPP der Europäischen Zentralbank (EZB) für teilweise verfassungswidrig. Wenn der EZB-Rat nicht innerhalb von drei Monaten noch einmal die beabsichtigten Wirkungen und negativen Nebenwirkungen genau abwäge, sei es der Bundesbank als Teil des Eurosystems sogar verboten, daran noch teilzunehmen.

Allerdings erklärten die Eurowährungshüter immer wieder, dass sie nicht dem deutschen Verfassungsgericht unterstellt seien. Zudem habe die Entscheidung aus Karlsruhe auch niemals Einfluss auf Entscheidungen des Rats gehabt, wenn es um das aktuelle Pandemieprogramm PEPP gegangen sei, sagte Spaniens Notenbankchef Pablo Hernandez de Cos diesen Mittwoch. Mittlerweile hat die Euronotenbank aber zum Teil unveröffentlichte Dokumente an die Bundesregierung und die wiederum an den Bundestag übermittelt. Sie sollen die Verhältnismässigkeit der Käufe belegen.

Der deutsche Bundesfinanzminister Olaf Scholz erklärte gemäss Medienberichten in einem Brief, dass damit der Konflikt der EZB mit dem Bundesverfassungsgericht gelöst sei. Aus seiner Sicht haben die Währungshüter die Forderungen der Karlsruher Richter in vollem Umfang erfüllt, wie er dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble schrieb. Zudem wollen CDU, SPD, Grüne und FDP noch vor der Sommerpause öffentlich die EZB-Käufe gutheissen.

Am Montag sagte einer der Verfassungsrichter, dass die Bundesbank nun selbst entscheiden müsse, ob die Dokumente ausreichen, damit sie weiter an den Käufen teilnehmen kann. Am Ende gab es also viele Debatten und grosse Aufregung um das Urteil das Richter, einige Beobachter sahen sogar die Unabhängigkeit der EZB in Gefahr. Doch nun haben erst eimal alle ihr Gesicht gewahrt, bevor sie in die Ferien gehen. Bis die nächste Klage am deutschen Verfassungsgericht gegen EZB-Enscheidungen eingereicht wird. Das ist mehr als sicher.