Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Die US-Börsen haben am Donnerstag Kursgewinne abgegeben. Neue Daten aus dem US-Einzelhandel belasteten die Stimmung. Der Leitindex Dow Jones (–0,5%) sinkt auf 26’734,71 Punkte. Der S&P 500 verliert 0,34% auf 3215,57 Punkte. Der Technologieindex Nasdaq 100 (–0,7%) fällt auf 10’626,46 Punkte.

Die Quartalszahlen der Bank Morgan Stanley (+2,51%) können dank guter Ergebnisse im Wertschriftenhandel überzeugen – der Gewinn ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Bank of America (–2,72%) muss dagegen einen stark rückläufigen Gewinn und Rückstellungen für Kreditabschreibungen rapportieren.

Die Aktien des Flugzeugherstellers Boeing (–4,92%) kommen wegen eines kritischen Analystenberichts unter Druck.

Die Überlegungen des Computerproduzenten Dell (+12,19%), die Tochtergesellschaft VMWare abzuspalten, werden von Anlegern gutgeheissen.

Die Valoren des Streaminganbieters Netflix verlieren im nachbörslichen Handel 9,08%. Das Unternehmen erwartet einen deutlichen Rückgang der Zahl der Neuabonnements im dritten Quartal.

Asien

Das Stimmungsbild an den asiatischen Börsen ist am Freitag gemischt. Der japanische Leitindex Nikkei 225 notiert 0,5% tiefer. Japan meldete gestern über 600 neue Covid-19-Infektionen – die höchste Infektionszahl seit drei Monaten.

Dagegen steht der Hang Seng in Hongkong 0,5% höher. Auch der Kospi in Korea (+0,6%) legt zu. Der australische Leitindex S&P/ASX 200 (–0,1%) notiert kaum verändert. Der Shanghai Composite (–0,5%) gibt ab.

Die Aktien des taiwanesischen Chipproduzenten TSMC (+2,7%) werden rege gehandelt – das Unternehmen rapportierte einen Anstieg des Quartalsgewinns um 81%. Beim Jahresumsatz wird ein Wachstum von 20% prognostiziert.

10'278.7
+1.24%
3'363.2
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13'058.6
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27'976.8
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11'012.2
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22'844.0
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1.0752
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0.9107
-0.12%
1.1806
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1'915.85
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45.33
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11'583.00
+1.71%

News Vorbörse Schweiz

Ascom: Die Industriegruppe Ascom (ASCN 11.04 2.22%) erreichte im ersten Semester 133 Mio. Fr. Umsatz, nach 137 Mio. im Vorjahressemester. Das Betriebsergebnis stieg auf 8,4 (1,4) Mio. Fr. Das Resultat kam auf -0,3 Mio. Fr. zu stehen. Im Vorjahressemester war dank eines Devestitionserlöses von mehr als 8 Mio. Fr. ein Überschuss von gut 6 Mio. Fr. ausgewiesen worden. Der Auftragseingang steht dieses Jahr auf 154,8 Mio. Fr. Das Management bestätigt die Jahresprognose und erwartet ein geringes einstelliges Umsatzwachstum. (Lesen Sie hier mehr.)

Zur Rose: Die Versandapotheke Zur Rose (ROSE 263 2.14%) erwirbt für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag die Münchener TeleClinic. Zur Finanzierung wurden über ein Bookbuilding-Verfahren 741’000 neue Aktien zu 287 Fr. ohne Bezugsrechte für die bisherigen Aktionäre emittiert. Im ersten Semester hat Zur Rose den Umsatz 9,2% auf 810 Mio. Fr. gesteigert. Das Management geht von einer leicht negativen bereinigten Ebitda-Marge aus. Definitive Zahlen werden am 19. August publik. (Lesen Sie hier mehr.)

Basilea: Das Pharmaunternehmen Basilea (BSLN 50.1 2.24%) wollte mindestens 90 Mio. Fr. der bis 2022 laufenden Wandelanleihen zurückkaufen und durch eine neue Anleihenemission ersetzen. Bis zur ersten Frist sind jedoch Papiere für nur 47 Mio. Fr. angedient worden. Bis Freitagabend soll entschieden werden, ob das Rückkaufangebot abgebrochen oder verändert wird. (Lesen Sie hier mehr.)

Relief Therapeutics: Das Biotechnologieunternehmen Relief Therapeutics (RLF 0.358 -20.44%) emittiert aus genehmigtem Kapital 58 Mio. neue Aktien, um damit 1,7 Mio. Fr. Schulden beim Hauptinvestor Gem Global Yield Fund zurückzuzahlen. Der neuen Papiere werden 10% unter dem aktuellen Kurs abgerechnet.

 
 

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 17.07.2020

Wichtige Ereignisse
vom 17.07.2020

Schweiz
Relief: GV
International
00:30 GBR Rio Tinto, Q2 Operation Report
07:00 DNK Danske Bank, Q2-Zahlen
07:00 SWE Ericsson, Q2-Zahlen
07:20 SWE Volvo AB, Q2-Zahlen
08:00 NOR Yara, Q2-Zahlen
10:00 DEU EnBW, Hauptversammlung (online)
11:00 DEU VW Konzern Auslieferungszahlen für Juni und das erste Halbjahr
12:00 SWE Autoliv, Q2-Zahlen
- Ohne genaue Zeitangabe
DEU: Volkswagen Roundtable mit VW-China-Chef Stephan Wöllenstein
SWE: Electrolux, Q2-Zahlen
SWE: Investor, Q2-Zahlen
SWE: Telia Company AB, Q2-Zahlen
Termine Konjunktur
08:00 DEU Verarbeitendes Gewerbe (Auftragsbestandsindex und Reichweiten) 05/20
09:00 SVK Verbraucherpreise 06/20
10:00 ITA Industrieaufträge 05/20
10:00 ESP Handelsbilanz 05/20
11:00 EUR Verbraucherpreise 06/20
14:30 USA Baugenehmigungen- und beginne 06/20
16:00 USA Uni Michigan Verbrauchervertrauen 07/20 (vorläufig)
EUR: Moody's Ratingergebnis Portugal
EUR: Fitch Ratingergebnis Slowenien
EUR: S&P Ratingergebnis Russland
- Sonstige Termine
10:00 EUR EU-Sondergipfel zum mehrjährigen Finanzrahmen und zum
Milliarden-Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise
DEU: Informelle Videokonferenz der EU-Arbeits- und -Sozialminister
- Thema: Sozialpolitische Antworten auf die Corona-Krise
+ 1300 Pk mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD),
EU-Beschäftigungskommissar Nicolas Schmit, der portugiesischen
Arbeitsministerin Ana Mendes Godinho und ihrem slowenischen Amtskollegen
Janez Cigler Kralj

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechnik: auf neuen Kurs eingeschwenkt

Der Ausbruch des Marktes über die ehemalige Verkaufszone bei 10’300 bleibt nicht unbemerkt. Ein neuer kurzfristiger Trend könnte dadurch folgen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ausblick Unternehmen

Über dreissig Unternehmen legen kommende Woche Zahlen vor.

Den Auftakt macht am Montag die Bank Julius Bär mit der Halbjahresbilanz. Das Institut wird einen deutlich höheren Ertrag liefern als noch im ersten Halbjahr 2019. Es hat vor dem Hintergrund der Marktverwerfungen durch Corona von höherer Volatilität profitiert.

Am Dienstag folgen von den Finanztiteln UBS und die Basellandschaftliche Kantonalbank. UBS wurde im zweiten Quartal von der Coronakrise eingeholt und dürfte laut Analysten rund 30% weniger Gewinn gemacht haben als im Vorjahreszeitraum. Zudem wird damit gerechnet, dass sie höhere Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite bilden muss, was auf das Ergebnis drücken wird. Das Schwergewicht Novartis hingegen dürfte den robusten Trend des ersten Quartals bekräftigen. Der Markt erwartet eine Zunahme von Umsatz und operativem Ergebnis im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Auch SGS, Kühne + Nagel und Lindt & Sprüngli blicken am Dienstag auf das Halbjahr zurück. Obwohl SGS ein von der Konjunktur nur bedingt beeinflusstes Geschäftsmodell betreibt, wird das erste Halbjahr deutlich schwächer ausfallen als im Vorjahr. Logitech berichtet über das erste Quartal. Beim PC-Zubehörhersteller ist von besonderem Interesse, ob wegen des Home-Office-Booms die erhöhte Nachfrage nach Videokonferenzlösungen anhält. Georg Fischer, SFS, Givaudan und CPH komplettieren das Stimmungsbild. SFS hat bereits Anfang Juli erste Eckwerte zum vergangenen Halbjahr veröffentlicht, die angesichts der Umstände solide ausfielen. Von Interesse wird am Dienstag der neue Ausblick für das Gesamtjahr sein.

Zur Wochenmitte steht ABB im Zentrum. Das Augenmerk richtet sich auf die von CEO Björn Rosengren angestossene weitergehende Dezentralisierung des Konzerns und mögliche Massnahmen, die die achtzehn neuen Divisionen betreffen. Früher als vorgesehen veröffentlicht das Medtech-Unternehmen Medacta am Mittwoch erste Halbjahreszahlen. Es warnte im April vor einem Nachfrageeinbruch im zweiten Quartal. Auch Valora sowie die Walliser Kantonalbank und EFG International berichten über den Geschäftsgang.

Am Donnerstag folgt Roche. Der Pharma- und Diagnostikkonzern wird einen soliden Halbjahresausweis vorlegen. Die Finanzanalysten rechnen damit, dass Umsatz und Betriebsgewinn leicht steigen – und dass Roche an der Jahresprognose festhält. Ebenfalls aus der Pharmabranche präsentiert das Biotech-Start-up Idorsia Zahlen. Beim Bauchemiehersteller Sika rechnen die Analysten mit einer verhaltenen operativen Entwicklung im ersten Semester. Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn sehr gut entwickelt. Der Derivatspezialist Leonteq hat bereits Anfang April mitgeteilt, dass er für das erste Halbjahr mit einer schwarzen Null rechnet. Grund sind Absicherungerungsverluste, die er einfuhr, als wegen der Marktturbulenzen im März die Bewertungen der Basiswerte seiner strukturierten Produkte durcheinandergeworfen wurden. Beim IT-Dienstleister Also sind die Erwartungen recht hoch. Seit Anfang Jahr haben die Titel kräftig zugelegt, was wohl auch mit dem Cloud-Geschäft zusammenhängt, in das Also investiert hat. Bei Cembra hat gemäss Aussagen von CEO Robert Oudmayer im Mai die Nachfrage nach Privatkrediten und Fahrzeugfinanzierungen wieder zugenommen. Auch das Kartengeschäft sei wieder auf hohem Niveau. Entsprechend dürfte der Ausblick für das zweite Semester spannend werden. Die Graubündner Kantonalbank hat bereits im April ihre Gewinnaussichten für das Gesamtjahr korrigiert. Damals stellte sie in Aussicht, mit den Halbjahreszahlen eine überarbeitete Prognose zu liefern. Die Maschinenbauer Mikron und Starrag schliesslich dürften aufgrund von Covid-19 einen hohen Ergebnisrückgang erlitten haben.

Zum Wochenschluss folgt von den SMI-Titeln Lonza. Die Pharmaauftragsfertigerin zählt zu den Unternehmen, die wenig negative Einflüsse der Pandemie spüren. Die Finanzanalysten prognostizieren einen höheren Semesterumsatz und knapp gehaltene Gewinnmargen. Auf Interesse wird zudem stossen, ob Lonza Neues zur Abspaltung der Sparte LSI sagt. Ebenfalls am Freitag präsentiert Schindler die Halbjahresresultate. Im ersten Quartal hatte der Aufzugshersteller seine Krisenresistenz bewiesen. Im zweiten Quartal werden die Folgen der Pandemie ihn aber stärker treffen. Für das Gesamtjahr hat er einen Umsatzrückgang um 0 bis 10% sowie einen um 20% geringeren Gewinn angekündigt. Sulzer stellt in der Rechnung zur Jahresmitte 60 Mio. Fr. für Kostensparmassnahmen zurück, die in den nächsten drei Jahren umgesetzt werden sollen. Das Semesterergebnis wird demnach schwach ausfallen, rote Zahlen sind nicht ausgeschlossen. Belastet haben die Schwäche im Öl- und Gasmarkt sowie die Auswirkungen der Coronakrise. Sie hat etwa auch das sonst stabile Servicegeschäft beeinträchtigt. Die Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare berichtet über das erste Quartal, BB Biotech über das Halbjahr. CFT informiert zwar nur über den Umsatz im zweiten Quartal. Er dürfte aufgrund der hohen Volatilität im April aber erneut deutlich höher ausgefallen sein als im Vorjahr. Interessant wird sein, wie die inzwischen wieder tiefere Volatilität auf den jüngsten Umsatz gewirkt hat.