Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Nach dreitägiger Kurskorrektur setzten die US-Börsen am Mittwoch zur Erholung an. Der Dow Jones Industrial gewann 1,6% auf 28’200 Zähler. Der breit gefasste S&P 500 ging 2,01% nach oben auf 3398,96 Zähler. Der technologiebasierte Nasdaq 100 kletterte 2,96% auf 11’395,85 Punkte.

Ohne klaren Impetus kehrten Anleger nach dem jüngsten Ausverkauf bei den Technologieaktien zurück zu genau den Papieren, die in den vergangenen Wochen als Profiteure der Pandemie gefeiert wurden. Die sogenannten FANGMAN-Aktien – Facebook (+1%), Amazon (+3,8%), Netflix (–1,35%), Alphabet (+1,55%), Microsoft (+4,3%), Apple (+4%) und Nvidia (+6,7%) – legten mit Ausnahme von Netflix (NFLX 470.2 -2.82%) allesamt zu.

Zu den Verlierern gehörten die Titel der Juwelierkette Tiffany. Sie brachen um 6,4% ein, nachdem bekannt geworden war, dass die Übernahme durch den französischen Luxuskonzern LVMH (MC 420.7 -0.23%) zu platzen droht. Nach einer Reihe von Vorkommnissen sehe sich LVMH aus heutiger Sicht nicht in der Lage, den Zukauf wie geplant durchzuführen.

Asien

Die guten Vorgaben aus den USA heben am Donnerstag die Stimmung an den asiatischen Börsen, die in den vergangenen Tagen ebenfalls Abgaben verzeichnen mussten. In Japan notiert der Nikkei 225 0,7% höher, der breit gefasste Topix liegt ebenfalls 0,9% über dem Vortagesschluss. Der koreanische Kospi gewinnt 1,2%. In Schanghai rückt der chinesische Leitindex CSI 300 1% vor, während der Hang Seng in Hongkong 0,2% höher gehandelt wird.

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News Vorbörse Schweiz

Dufry: Der Betreiber von Duty-Free-Shops Dufry (DUFN 29.78 -3.69%) will wie angekündigt die restlichen Anteile der US-Tochter Hudson übernehmen. Zur Finanzierung plant er eine 500 Mio. Fr. schwere Kapitalerhöhung. Die Aktionäre sollen an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 6. Oktober darüber abstimmen. Es liege bereits eine Investitionszusage der US-Private-Equity-Gesellschaft Advent International über 415 Mio. Fr. vor. Erste Priorität sei es aber, die bestehenden Aktionäre an der Kapitalerhöhung partizipieren zu lassen. Advent International würde dann in einem zweiten Schritt nicht übernommene Aktien zu einem Stückpreis von 28.50 Fr. aufkaufen. Sie habe keine Intention, Dufry zu übernehmen, und werde nach Abschluss der Transaktion höchstens 19,99% der Dufry-Anteile besitzen. (Lesen Sie hier mehr.)

Aluflexpack:  Die Lebensmittelverpackungsherstellerin Aluflexpack (AFP 24.5 -0.41%) hat 80% des polnischen Verpackungsunternehmens Top-System zu einem nicht kommunizierten Preis gekauft. Top-System ist ein führender Hersteller von Platinen, die in Molkereien gebraucht werden. Sie hat zuletzt einen Umsatz von rund 10 Mio. € erzielt.

Alpiq: Der Energiekonzern Alpiq (ALPH 70 0%) hat seine schottische Tochter Flexitricity für 18 Mio. Fr. an die britische Reserve Power verkauft. Er hatte Flexitricity erst vor sechs Jahren erworben.

Berner Kantonalbank und Hypothekarbank Lenzburg: Die beiden Banken wollen im Blockchain-Bereich enger zusammenarbeiten. Die Berner Kantonalbank (BEKB (BEKN 227.5 0%)) und die Hypothekarbank Lenzburg (HBLN 4240 0%) entwickeln auf der Basis der Finstar-Technologie eine gemeinsame Plattform für die Verwahrung und den Handel von digitalen Vermögenswerten. Sie soll im ersten Halbjahr 2021 online gehen. Der Handel soll mit der bestehenden Nebenwerteplattform OTC-X abgewickelt werden. BEKB betreibt sie seit fünfzehn Jahren.

Kühne + Nagel: Der Logistiker Kühne + Nagel (KNIN 177.85 0.11%) hat zwei Pharma-Luftfrachthubs in Brüssel und Johannesburg eröffnet. Er erweitert so sein weltweites Netzwerk für temperaturgeführte Transporte, die für viele Impfstoffe und andere Pharmaprodukte nötig sind. Er betreibt solche Hubs unter anderem bereits in den USA, Grossbritannien, mehreren Standorten in Europa, Singapur, Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Australien.

Allreal: Der Immobilienkonzern Allreal (ALLN 198 -0.1%) will eine Überbauung auf einem 4600 m2 grossen Areal an der Spiserstrasse in Zürich-Albisrieden erstellen. Sie soll 63 Eigentums- und 43 Mietwohnungen umfassen und rund 75 Mio. Fr. kosten. Baubeginn sei frühestens Ende 2022, die Fertigstellung Anfang 2025.

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 344.65 2.3%) legt weitere Daten zu seinem kürzlich in den USA zugelassenen Medikament Enspryng (Satralizumab)vor. Es kann demnach bei Patienten mit neurodegenerativen Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen die Rückfallschwere und die Rückfallhäufigkeit auch längerfristig signifikant senken, wie er mitteilt.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 10.09.2020

Wichtige Ereignisse
vom 10.09.2020

Schweiz
09:30   MK Raiffeisen Vorsorgebarometer
09:30   SBB: MK H1, Bern
10:00   Credit Suisse: MK zu neuem Filialkonzept/Digitalisierung, Zürich
17:40   Flughafen Zürich: Verkehrszahlen August 2020
Sonstige Termine
Lindt&Sprüngli: Eröffnung Home of Chocolate (13 Uhr), Kilchberg
International
TERMINE UNTERNEHMEN
07:00 DEU Knorr-Bremse, Q2-Zahlen (detailliert)
16:00 DEU Verkündungstermin im jahrelangen Gerichtsstreit zwischen
Daimler und dem Zulieferer Prevent
LUX: Corestate Capital, Capital Markets Day
TERMINE KONJUNKTUR
08:45 FRA Industrieproduktion 07/20
11:00 GRC Arbeitslosenquote 06/20
11:00 GRC Verbraucherpreise 08/20
12:00 POL Verbraucherpreise 08/20 (endgültig)
13:45 EUR EZB Zinsentscheid mit Pressekonferenz 14.30 h
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
14:30 USA Erzeugerpreise 08/20
17:00 USA EIA Ölbericht (Woche)

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechnik: trendlos, aber mit Teilerfolg

Nach wie vor verharrt der Index in der Seitwärtsbewegung der Vorwochen. Nach den jüngsten Signalen des Marktes ist das aber bereits als Erfolg zu verstehen. (Lesen Sie hier mehr.)

Ausblick Zinsen und Devisen

So weit wie die Amerikaner sind die Notenbanker in der Eurozone noch lange nicht. Für die Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie brauchen sie noch einige Monate. Am Donnerstag wird nach der Sitzung also kein neues Inflationsziel verkündet – die Europäische Zentralbank (EZB) ist noch mitten in der Abstimmung mit Interessenvertretern. Das Federal Reserve in den USA hatte Ende August dagegen ein durchschnittliches Inflationsziel von 2% bekannt gegeben. Die Betonung liegt auf «durchschnittlich»: Das bedeutet, dass das Fed künftig auf Jahre mit Abweichungen nach unten anders reagieren kann als bisher. Denn von nun an kann es eine leicht stärkere Teuerung als 2% in den Folgejahren anstreben.

Aktuell wird die Eurowährungshüter im EZB-Rat ohnehin aber nicht so sehr die Teuerung sorgen. Denn für August meldeten die Statistiker einen Rückgang der Verbraucherpreise um 0,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Verglichen mit dem Juli sank die Jahresrate damit um mehr als 0,5 Prozentpunkte. Ob dies bereits die krisenbedingt gefürchtete Deflation ist, bleibt aber noch unklar. Denn das Absinken der Jahresrate ins Negative war vor allem von Industriegütern (ohne Energie) getrieben. Die hatten aber noch im Juli das Preisniveau stark nach oben geschoben. Dies spricht für anhaltende Verzerrungen – ausgelöst durch den Stillstand im Frühjahr –, die sich aber bald legen könnten.

An den Instrumenten wie den Anleihenkäufe oder den Zinsen dürfte die EZB nichts ändern. Einige Beobachter erwarten allerdings, dass Zentralbankchefin Christine Lagarde nach der Sitzung sehr taubenhafte Signale senden wird. Dies heisst, dass sie eine Tendenz zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik (zum Beispiel höheres Kaufvolumen von Anleihen) für die nächsten Monate nahelegt. Derzeit kauft die EZB pro Woche Wertpapiere für rund 15 Mrd. €. Ende Juni war es noch das Doppelte. Mit dem jetzigen Tempo kann sie aber noch ein Jahr Obligationen erwerben, ohne die derzeitige Grenze von 1325 Mrd. € im Pandemieprogramm PEPP zu reissen.

Kaum ausgewirkt hat sich das geringere Kauftempo der EZB auf die Renditeaufschläge der Eurostaatsanleihen im Vergleich zu deutschen Bundesobligationen: Sie blieben über die Sommermonate nahezu konstant. Die Verzinsung der deutschen Staatspapiere (zehn Jahre) tendiert wie die der Schweizer «Eidgenossen» derzeit zwischen –0,4 und –0,5%. Stabil zeigt sich auch der Franken zum Euro, der weniger als 1.08 Fr. kostet.