Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA 

Die Stimmung der Aktienanleger hat sich am Mittwoch rasch verbessert, weil die Regierung weitere Unterstützung für Firmen in Aussicht stellte und zusätzliche Belege für ein Anhalten der Niedrigzinspolitik der Notenbank bekannt wurden. Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg 1,9% auf 28’303,4, der breiter gefasste S&P 500 gewann 1,7% auf 3419,4.

Die im Nasdaq 100 gemessenen Aktien der Technologiesektoren legten 1,9% zu auf 11’503,1. Der homogene Anstieg der Kurse ist Zeichen dafür, dass Investoren für die ganze Breite des Aktientableaus eine wirtschaftliche Belebung erwarten. 

Besonders prägnant entwickelten sich Titel aus traditionellen Bereichen, etwa die Papiere der Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines (je +4,3%) sowie des Flugzeugherstellers Boeing (+3,2%). Zu den Gewinnern zählten auch die Valoren des Ölproduktvermarkters Chevron (+2%).

Auffallend sind zudem die Avancen der Aktien des Internetdienstleisters Salesforce (+3,9%) und des Unterhaltungskonzerns Walt Disney (+1,6%). Die Papiere des Pharmakonzerns Eli Lilly stiegen 3,4%, weil er das Prozedere für die Raschzulassung einer Antikörpertherapie angestossen hat. 

Asien

Die Aktienbörsen in Fernost haben am Donnerstag den Optimismus des US-Marktes eher kühl aufgenommen. Der Regionenindex MSCI Asien Pazifik legte 0,3% zu. Schwach tendierte der Hongkonger Hang Seng, der 0,8% zurückglitt. Besonders aufwärts ging es hingegen – gestützt von der Ankündigung neuer Stimulusprogramme – am australischen Markt, wo die im All Ordinaries erfassten Papiere 1,1% gewannen. Der japanische Nikkei 225 stieg 1%. Zu den Gewinnern gehörten die Aktien Nippon Steel (+3,9%), während auf der Verliererseite etwa Mitsubishi Motor (–2%) und Kawasaki Heavy Industries (–1,7%) standen.

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News Vorbörse Schweiz

Relief Therapeutics I: Das Biotech-Unternehmen Relief Therapeutics (RLF 0.488 -1.21%) muss 12’000 Fr. Busse zahlen, wegen Verletzungen der Regelmeldepflichten und des Kotierungsreglements. Ausgesprochen hat die Busse die SIX Exchange Regulation, die damit den Fall abgeschlossen hat. (Lesen Sie hier mehr.)

Relief Therapeutics II: Relief Therapeutics ernennt Jack Weinstein zum Finanzchef. Er wird die neue Aufgabe per sofort von New York aus ausführen. Weinstein folgt auf Michel Dreano, der gemeinsam mit Mitgründer und CEO Gael Hédou im April seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte.

Givaudan: Der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan (GIVN 3857 -0.41%) ist in den ersten neun Monaten 2020 gewachsen. Der Umsatz stieg 2,7% auf 4,79 Mrd. Fr. Gegenüber dem ersten Halbjahr hat die Geschäftsdynamik im dritten Quartal leicht abgenommen. Die Erwartungen des Marktes wurden mit den Zahlen in etwa erreicht. (Lesen Sie hier mehr.)

SoftwareOne: Im Verwaltungsrat von SoftwareOne (SWON 24.05 -3.02%) kommt es zu einem prominenten Abgang: Beat Curti verlässt das Gremium aus persönlichen Gründen per sofort. Er sei «entschlossen», ein Hauptaktionär von SoftwareOne zu bleiben. Curti hält rund 10% am Unternehmen.

Idorsia: Das Pharmaunternehmen Idorsia (IDIA 23.48 1.38%) kündigt eine Kapitalerhöhung an. Es will sich ungefähr 575 Mio. Fr. an frischem Kapital besorgen. Für die ersten neun Monate erwartet es einen Umsatz von 66 Mio. Fr. (Lesen Sie hier mehr.)

AMS: Der Sensorenhersteller AMS (AMS 21.16 -2.76%) treibt die Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram (OSR 51.02 0.04%) voran. Dazu legen die Österreicher Wandelanleihen auf und verhandeln mit Banken über eine neue Brückenfinanzierung, welche die vorherige ablösen soll. Der Umsatz des dritten Quartals liege zudem im Rahmen der Erwartungen, teilte AMS mit.

Cassiopea: Das Biotech-Unternehmen Cassiopea (SKIN 47.6 -0.83%) vermeldet den Abschluss einer Patientenrekrutierung. Es geht um die klinische Versuchsreihe der Phase II von Clascoterone-Lösung zur Behandlung von androgenetischer Alopezie (AGA) bei Frauen. AGA ist gemäss Cassiopea die Hauptursache für Haarausfall bei Frauen und Männern.

Roche: Roche (ROG 297.25 -0.64%) zufolge haben Lieferschwierigkeiten in Grossbritannien bei diagnostischen Tests keinen Einfluss auf das dortige Coronavirus-Testprogramm: «Dies hat und wird unsere Fähigkeit, Covid-19-Tests in Grossbritannien anzubieten, nicht beeinträchtigen.» (Lesen Sie hier mehr.)

Credit Suisse I: Credit Suisse (CSGN 9.616 -0.66%) hat nach Veränderungen in der Unternehmensstruktur neu berechnete historische Finanzzahlen vorgelegt. Es handelt sich um die Zahlen der Jahre 2016 bis zum ersten Halbjahr 2020.

Credit Suisse II: Bei CS wird der ehemalige Brigadier der Armee und Kommandant der Bündner Kantonspolizei, Beat Eberle, globaler Sicherheitschef. Ein Sprecher der Grossbank bestätigte der Nachrichtenagentur AWP eine entsprechende Vorabmeldung der «Handelszeitung» (Donnerstagausgabe).

Nestlé: Die mehrheitlich Nestlé (NESN 106.32 -0.21%) gehörende kalifornische Kaffeekette Blue Bottle wartet noch mit der Expansion nach Europa. «Unser Fokus liegt aktuell auf den USA und Asien», teilte das Unternehmen laut einem Bericht der «Handelszeitung» (Donnerstagausgabe) mit.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 08.10.2020

Wichtige Ereignisse
vom 08.10.2020

Schweiz
06:45   Givaudan: Umsatz 9 Mte
07:45   Seco: Arbeitsmarktdaten September 2020
11:30   SNB-Referat Thomas Jordan: Was macht gutes Geld aus?, Zürich
Sonstige Termine
CS: Restatement Finanzzahlen 2016-2020 nach neuer Konzernstruktur
SHL: GV (13.00 Uhr Lokalzeit), Tel Aviv
International
Termine Unternehmen
07:00 DEU Südzucker, Q2-Zahlen
07:30 AUT OMV, Trading Update Q3
08:00 GBR Imperial Brands, Trading Statement
08:00 GBR Easyjet, Pre-Close Trading Statement
10:00 DEU Hamborner Reit, Hauptversammlung (online)
13:00 DEU FMC, Kapitalmarkttag (online)
USA: Carnival Corp, Q3-Zahlen
Termine Konjunktur
08:00 DEU Handelsbilanz 08/20
08:00 DEU Inlandstourismus 08/20
08:00 DEU Insolvenzen Juli 2020 einschliesslich Trendindikator September 2020
13:30 DEU EZB Sitzungsprotokoll 10.9.20
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentlich)
16:00 USA IWF veröffentlicht Analyse zur Auswirkung der Pandemie auf die
Weltwirtschaft
EUR: Weitere Verhandlungsrunde zu langfristigem EU-Haushalt und
Corona-Konjunkturprogramm
- Sonstige Termine:
03:00 USA TV-Debatte zwischen den Vizepräsidentschaftskandidaten für die
US-Wahl 2020. In der University of Utah werden der republikanische
Vizepräsident Mike Pence und die Vize-Kandidatin der Demokraten,
Kamala Harris, aufeinander treffen.
DEU: Weitere Entwicklung in der Corona-Krise
09:00 "Die Corona-Lage im Herbst" u.a. mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
(CDU) und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI),
Lothar H. Wieler
10:00 DEU Pk Creditreform Wirtschaftsforum zu Wirtschaftslage und Finanzierung
im Mittelstand in Deutschland und Sachsen Herbst 2020
10:00 EUR Videokonferenz der EU-Innenminister
11:00 DEU Pk Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zu
Aktionärsklagen gegen die Autobauer Volkswagen und Porsche
11:30 DEU Abschluss-Pk der Konferenz von Bundesverkehrsminister
Andreas Scheuer (CSU) mit seinen EU-Amtskollegen und
EU-Verkehrskommissarin Adina Valean
13:00 DEU Video-Konferenz mit dem scheidenden VDMA-Präsidenten Martin Welcker
über anstehende Herausforderungen für den Maschinen- und Anlagenbau
15:00 DEU Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Vollversammlung des
Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) (per Video)
18:00 DEU Townhall-Talkrunde von Microsoft mit Bundeswirtschaftsminister
Peter Altmaier (CDU)
DEU: Gewerkschaft Verdi ruft zu landesweitem Warnstreik im Öffentlichen
Personennahverkehr in NRW auf
DEU: Bundesverwaltungsgericht verhandelt über Klagen der Stadt Fehmarn und
eines Landwirts zum Grossprojekt Feste Fehmarnbeltquerung
THA: Internationaler Frauengipfel Global Summit of Women (bis 10.10.)

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechnik: stabil oberhalb der ersten Kaufzone

Der Swiss Market Index wird auch weiterhin an der nächstgelegenen technischen Haltezone nachgefragt. Solange dieser Effekt anhält, besteht nur wenig Grund zur Sorge. (Lesen Sie hier mehr.)

Ausblick Zinsen und Devisen

Die Covid-Erkrankung des US-amerikanischen Präsidenten hinterlässt auch an den Anleihenmärkten ihre Spuren. Staatspapiere aus Deutschland (zehn Jahre) waren zuletzt so stark gefragt, dass sie den Handel vergangene Woche mit einer Rendite von minus 0,54% beendeten. Das ist weniger als der Einlagensatz der Europäischen Zentralbank (EZB) von –0,5%, zu dem die Banken vor allem ihre überschüssige Liquidität bei der Notenbank hinterlegen müssen.

Mit der Rückkehr Donald Trumps ins Weisse Haus diese Woche kam die deutsche Bundrendite am Mittwoch bis auf ein Niveau von rund –0,49% zurück. Die Verzinsung von vergleichbaren «Eidgenossen» blieb immerhin die ganze Zeit über der deutschen, aber nur geringfügig. Somit zeichnet sich ab, was in den nächsten Monaten zu stärker sinkenden Renditen bei Staatsanleihen in Europa führen könnte: wenn die Risikoaversion der Investoren wächst oder die Infektionsraten sich erheblich mehr verschlechtern als bisher.

Möglich ist auch, dass die Anleger erneut eine nochmalige Senkung des EZB-Einlagensatzes vorwegnehmen. Dies hatten sie zwischenzeitlich bereits im September getan, nachdem sich der Euro zum Dollar spürbar aufgewertet hatte. Dabei dürfte die EZB sich tatsächlich darauf vorbereiten, zusätzliche geldpolitische Impulse zu setzen. Am Dienstag sendete EZB-Chefvolkswirt Philip Lane bei einer Rede ein deutliches Signal in diese Richtung, als er vor einer Abwärtsdrift der Inflationserwartungen warnte.

Wahrscheinlich dürfte die EZB aber eher beim Anleihenkaufprogramm PEPP nachlegen. Marktteilnehmer erwarten derzeit jedenfalls noch keine Senkung des Einlagensatzes. Umfragen unter Einkaufsmanagern zeigen, dass derzeit die Pharmabranche in Europa schwächelt. Anders als noch im Frühjahr dürfte sie Ende dieses Jahres die Schweizer Konjunktur damit weniger stabilisieren. Dafür hellen sich derzeit die Geschäftsaussichten im Autobau auf, der für die deutsche und die französische Industrie sowie ausländische Zulieferer wichtig ist.