Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Am amerikanischen Aktienmarkt gewannen am Mittwoch die Pessimisten die Oberhand. Stimmungskiller war die Einsicht, dass die Regierung wohl nur zögerlich weitere Gelder für die Stützung des Konsums einsetzen wird. Der Dow Jones Industrial büsste 0,6% ein auf 28’514 und der marktbreite S&P 500 gar 0,7% auf 3488,7. Der aus Aktien der Technologiebranche zusammengesetzte Nasdaq 100 verlor 0,8% auf 11’985,4.

Auffallend war der Energiesektor. Gerüchte unterstellten dem Erdölkonzern ConocoPhillips (–1%) ein Interesse am kleineren Konkurrenten Concho Resources (+10%). Bestätigungen der Unternehmen blieben jedoch aus.

Auseinanderlaufende Resultate sorgten in Valoren der Bankbranche für teils deutliche Bewegungen. Bank of America und Wells Fargo verpassten die Erwartung der Analysten, weil sie deutlich mehr Rückstellungen für Kreditausfälle bildeten. Die Aktien wurden gegen 6% zurückgeworfen. Goldman Sachs (+0,2%) hingegen übertraf mit wuchtiger Gewinnverbesserung die Anlegerhoffnungen. 

Asien

Die Börse in Tokio ist am Donnerstag schwächer gestartet. Der 225 Werte umfassende Nikkei liegt 0,5% tiefer. Zu den Verlierern zählt der Gerätehersteller Nikon (–2,8%). Gar 1,1% niedriger notiert gemessen am Hang Seng die Börse in Hongkong.

In Festlandchina hingegen ist das Geschehen optimistischer. Der Shanghai Composite notiert im Nachmittagshandel 0,1% höher. Im positiven Terrain ist auch der australische Markt, wo der All Ordinaries 0,4% gewinnt.

9'999.1
+0.09%
3'171.4
-0.29%
12'543.1
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28'363.7
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11'506.0
+0.19%
23'474.3
-0.7%
1.0719
-0.17%
0.9069
+0.1%
1.1818
-0.28%
1'904.18
-1.06%
42.38
+1.88%
13'129.00
+2.45%

News Vorbörse Schweiz

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 297.25 -0.64%) leidet darunter, dass Patienten wegen Covid-19 Arztbesuche scheuen. Gleichzeitig profitiert er vom Verkauf von Coronatests. Der Umsatz der ersten neun Monate fiel mit 44 Mrd. Fr. 5% niedriger aus als im Vorjahr. Roche bestätigt den Ausblick für das Gesamtjahr und will die Dividende erhöhen. (Lesen Sie hier mehr.)

Lonza: Der Pharmazulieferer Lonza (LONN 569.6 -0.45%) wird sich angesichts des Verkaufs der Chemiesparte LSI neu organisieren: Das verbleibende Segment Pharma, Biotech & Nutrition wird in vier Divisionen aufgeteilt. Gleichzeitig gibt sich Lonza neue Mittelfristziele: Bis 2023 werden ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich, eine Kern-Ebitda-Marge von 33 bis 35% sowie eine zweistellige Rendite auf dem eingesetzten Kapital (ROIC) angestrebt. (Lesen Sie hier mehr.)

Gurit: Der Spezialkunststoffhersteller Gurit (GUR 1978 0.71%) hat sein Wachstum im dritten Quartal fortgesetzt. Der Umsatz zwischen Januar und September steigt um 1,5% auf 434,8 Mio. Fr. Der Jahresausblick wird bestätigt. (Lesen Sie hier mehr.)

Kuros: Das Medizinaltechnikunternehmen Kuros will das Kapital stärker als geplant erhöhen. Konkret soll den Investoren eine zusätzliche Tranche von bis zu 1,92 Mio. Aktien angeboten werden. Dies entspricht einer Ausdehnung um gut ein Fünftel.

PSP: Bei der Immobiliengesellschaft PSP (PSPN 111.1 0.36%) Swiss Property hat ein Verwaltungsrat 100’000 Aktien verkauft, wie eine Meldung der Schweizer Börse SIX zeigt. Der Gesamtwert des Aktienverkaufs betrug 11,2 Mio. Fr.

Peach Property: Die Immobiliengesellschaft Peach Property (PEAN 41.7 -0.24%) hat mit ihrer Pflichtwandelanleihe 230 Mio. Fr. eingenommen und damit mehr als die angepeilten 200 Mio. Fr.

Alpiq: Der Verwaltungsrat von Alpiq (ALPH 70 0%) will die Kapitalstruktur vereinfachen. Deshalb beantragt er einer ausserordentlichen Generalversammlung die Wandlung der Hybriddarlehen der Aktionäre in Eigenkapital. Zudem soll der Verwaltungsrat verkleinert werden.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 15.10.2020

Wichtige Ereignisse
vom 15.10.2020

Schweiz
07:00   Roche: Umsatz Q3 (Conf. Call 14.00 Uhr)
08:30   BFS: Produzenten- und Importpreisindex September 2020
09:00   IKEA AG: MK Jahreszahlen 2019/20, Zürich
17:40   Temenos: Ergebnis Q3 (Conf Call 18.30 Uhr)
Sonstige Termine
Lonza: Investor Update (13.30 - 17.00 Uhr), Zürich
International
TERMINE UNTERNEHMEN
13:00 USA Walgreens Boots Alliance, Q4-Zahlen
13:15 USA Morgan Stanley, Q3-Zahlen
14:00 DEU Hochtief, Q3-Zahlen
17:45 FRA LVMH, Q3 Umsatz
23:30 GBR Rio Tinto, Q3 Operation Report
TERMINE KONJUNKTUR
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
14:30 USA Empire State Index, 10/20
14:30 USA Im- und Exportpreise 09/20
14:30 USA Phily-Fed-Index 10/20
17:00 USA EIA Ölbericht (Woche)
18:00 USA Fortsetzung IWF und Weltbank Jahrestagung (online)
- Sonstige Termine
08:00 DEU Online-Pk zum aktuellen Stand der Verhandlungen mit dem Vereinigten
Königreich und die Chancen auf einen Handelsvertrag mit David McAllister,
der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses und der UK Coordination Group
im Europäischen Parlament, sowie Bernd Lange, Vorsitzender des Ausschusses
für internationalen Handel und Mitglied der UK Coordination Group
DEU: Weitere Entwicklung in der Corona-Krise nach dem Bund-Länder-Gipfel
BEL: Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs (bis 16.10.), Brüssel
FRA: Aussenministertreffen im Format des Weimarer Dreiecks
(Frankreich, Polen, Deutschland) in Paris

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechnik: Rückkehr an die untere Wendezone

Beim Swiss Market Index zeichnet sich die nächste Schwächephase ab. Sorgen sind aber noch nicht angebracht. (Lesen Sie hier mehr.)

Ausblick Zinsen und Devisen

Mit der zweiten Pandemiewelle in Europa dürfte auch der Franken in den Fokus der Anleger geraten. Seit Sommer kostet 1 € zwischen 1.07 und 1.0850 Fr. Für die Schweizer Devise herrscht bislang aber noch immer Ruhe am Währungsmarkt, selbst wenn die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 4540 -1.3%)) derzeit nicht interveniert. Doch der Franken dürfte wieder stärker gesucht sein, wenn mehr und mehr Länder das öffentlichen Leben einschränken: «Momentan regiert wieder Unsicherheit unter den Devisenhändlern», sagt entsprechend auch Ulrich Leuchtmann, Chefwährungsstratege der Commerzbank (CBK 4.436 -1.18%).

Da kommt es wie gerufen, dass die Rendite der Schweizer Bundesobligationen zumindest mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren weiterhin über der von Bundesanleihen aus Deutschland liegt. Die deutsche Verzinsung (–0,58%) ist diese Woche auf den niedrigsten Stand seit Mai gesunken. Bei «Eidgenossen» ging es unter die Schwelle von –0,5%. Dies passt zur neuesten FuW-Zinsumfrage: Sie hat ergeben, dass derzeit keine der befragten Banken noch eine positive Verzinsung der zehnjährigen «Eidgenossen» auf Sicht von zwölf Monaten erwartet. Die Bankökonomen richten sich auf eine längere Zeit niedriger Leitzinsen ein, nachdem die US-Notenbank ihr Inflationsziel auf ein Durchschnittsziel angepasst hat.

Auch wenn die Europäische Zentralbank nicht ganz so weit gehen dürfte, wird die Geldpolitik im Euroraum ebenfalls noch lange locker bleiben. Relevanter für den Devisenmarkt sind allerdings oft die Zinsunterschiede bei zweijährigen Staatspapieren. Auch hier ist die deutsche Verzinsung auf den niedrigsten Stand seit Mitte Mai gesunken, auf –0,745% (–0,692% in der Vorwoche). Das Schweizer Pendant pendelt seit August um –0,8%, womit der Zinsabstand derzeit also geringer wird. Dies spricht eher für Aufwertungsdruck auf den Franken: Die SNB wird dies aufmerksam beobachten, nachdem sie seit August nicht mehr am Markt eingegriffen hat.