Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

Am Mittwoch hatten an den amerikanischen Aktienbörsen die Pessimisten die Überhand. Die Sorgen über die negative konjunkturelle Auswirkungen der Pandemie überwogen, grad weil weiterhin wegen der Wahlen wenig klar ist, in welchem Umfang staatliche Stützungen gesprochen werden. 

Der Dow Jones Industrial schwand 0,4% auf 28’210,8. Der eine viel grössere Zahl von Aktien messende S&P 500 gab 0,2% nach auf 3435,6. Noch milder war das Minus des mehrheitlich auf Papieren von Technologieaktien beruhenden Nasdaq 100. Er verlor lediglich 0,1% auf 11’665,4 Indexpunkte.

Vorwärts hielten die Aktien des Versicherers Travelers (+6%), weil das Unternehmen überraschend das Quartalsergebnis verdoppelte. Unter den Werten der Digitalwelt fiel der Filmdienstleister Netflix mit enttäuschenden Quartalszahlen auf (Aktien –7%). Ganz anders die Papiere des Foto-App-Anbieters Snap. Überraschend gute Zwischenzahlen verhalfen zu strahlenden +28%. 

Asien

Der Handelsstart am Donnerstag in Asien folgte der Richtung der amerikanischen Märkte. Die Investoren machten auf Vorsicht und kürzten durchs Band ihre Positionen. Der japanische Nikkei 225 verliert bis in den Nachmittagshandel hinein 0,7%. Besser hielten sich die Börsen in Australien (All Ordinaries –0,3%) und Hongkong (Hang Seng –0,1%). In Festlandchina ging es kräftiger abwärts. Der Shanghai Composite gab 0,8% nach. Dort wird der Börsengang des Zahlungsdienstleisters Ant Group nun bald erwartet, nachdem die Börsenbehörden grünes Licht für das IPO gegeben haben.

 

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News Vorbörse Schweiz

Sika: Der Bauchemiekonzern Sika (SIKA 222.30 -0.58%) hat in den ersten neun Monaten 2020 einen 3,4% geringeren Umsatz von 5,81 Mrd. Fr. erwirtschaftet. Das operative Betriebsergebnis (Ebit) sank um 1,1% auf 797,4 Mio. Fr. Unter dem Strich stand ein 0,9% niedrigerer Reingewinn von 561,5 Mio. Analysten hatten deutlich niedrigere Werte erwartet. (Lesen Sie hier mehr.)

Huber+Suhner: Der Komponentenhersteller Huber+Suhner (HUBN 73.00 -0.68%) hat in den ersten neun Monaten 2020 mit 563,3 Mio. Fr. 13% weniger umgesetzt. Damit hat Huber+Suhner die Erwartungen nicht ganz erreicht. Das Unternehmen will bis Mitte 2021 den Personalbestand um zweihundertfünfzig Stellen reduzieren, um hundert in der Schweiz. Der ertragsschwache Standort in Brasilien wird geschlossen. (Lesen Sie hier mehr.)

Cembra Money Bank: Bei der Cembra (CMBN 103.40 -1.52%) Money Bank kommt es nächstes Jahr zu einem Chefwechsel. Nach über elfjähriger Tätigkeit habe Robert Oudmayer den Wunsch geäussert, als CEO zurückzutreten und im Lauf von 2021 in den vorzeitigen Ruhestand zu treten. Die Suche nach einer Nachfolge habe begonnen. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 301.00 +0.43%) kooperiert mit Atea Pharmaceuticals. Es geht um AT-527, ein Präparat von Atea, das zur Behandlung von Patienten mit moderatem Covid-19 im Spital getestet wird. Sollte sich AT-527 als sicher und wirksam erweisen und die Zulassungen erhalten, werde Atea für den Vertrieb in den USA verantwortlich sein, Roche werde den Vertrieb ausserhalb der USA übernehmen. (Lesen Sie hier mehr.)

Lonza: Der Pharmazulieferer Lonza (LONN 543.40 +0.67%) nimmt 85 Mio. Fr. in die Hand, um die weltweite Produktionskapazität für Medikamentenkapseln zu erhöhen. Sie soll um 15% jährlich steigen. Die Mittel werden 2020 und 2021 an acht Lonza-Produktionsstandorten rund um den Globus investiert.

Santhera: Das Biopharmaunternehmen Santhera (SANN 2.82 -1.23%) hat 1,01 Mio. Aktien aus dem genehmigten Kapital ausgegeben. Die Anzahl der im Handelsregister eingetragenen Aktien beträgt damit neu 16,27 Mio. Die neuen Anteile würden per heute, dem 22. Oktober, kotiert.

Baloise: Der Versicherer Baloise (BALN 156.60 +0.32%) setzt sich für die neue Strategieperiode höhere Ziele. Die ab 2022 laufende Vierjahresstrategie werde «ähnlich wie die bisherige, allerdings deutlich ambitionierter» sein, sagte Baloise-Chef Gert de Winter im Interview mit der «Handelszeitung» (Vorabdruck zur Ausgabe vom 22.10.). Die konkreten Ziele stellt Baloise kommende Woche am Investorentag vor.

Stadler Rail: Der Zugbauer Stadler liefert 2zweiundzwanzig Regionalzüge des Typs Flirt an die portugiesische Staatsbahn Comboios de Portugal. Das Auftragsvolumen beträgt 158 Mio. €. Damit kommt der Flirt-Zug erstmals auf der Iberischen Halbinsel zum Einsatz.

Implenia: Der Baukonzern Implenia (IMPN 22.60 +1.07%) hat in der Westschweiz einen grösseren Auftrag gewonnen. In Grand-Lancy bei Genf wird das Unternehmen die Grossüberbauung «Alto Pont-Rouge» realisieren. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 132 Mio. Fr. Auftraggeber ist Swiss Prime Site (SPSN 81.95 -0.55%).

Poenina: Finanzchef Fotios Michos verlässt die Gebäudetechnikgruppe Poenina (PNHO 47.70 +0.42%). Er wolle sich beruflich verändern, der Schritt erfolge in gutem Einvernehmen. Seine Aufgaben wird CEO Jean Claude Bregy ad interim übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 22.10.2020

Wichtige Ereignisse
vom 22.10.2020

SCHWEIZ
06:00   Sika: Ergebnis 9 Mte (Webcast 15.00 Uhr)
06:45   Huber+Suhner: Umsatz/Auftragseingang 9 Mte
10:00   KOF Konjunkturprognose Herbst (mit MK online)
10:00   MK CS: Global Wealth Report 2020 (online)
Sonstige Termine
FuW-Blockchain-Konferenz, Rüschlikon
KOF Prognose-Tagung (ab 16.45 Uhr), Zürich
INTERNATIONAL
Termine Unternehmen
07:00 CHE STMicro, Q3-Zahlen
07:00 DEU Adva Optical, Q3-Zahlen
07:00 SWE Skandinaviska Enskilda Banken, Q3-Zahlen
07:00 NLD BE Semiconductor, Q3-Zahlen
07:30 FRA Thales, Q3 Umsatz
07:30 FRA Schneider Electric, Q3 Umsatz
07:30 FRA Pernod Ricard, Q1 Umsatz
08:00 DEU Amadeus Fire, Q3-Zahlen
08:00 GBR Relx, Q3 Trading Update
08:00 GBR Anglo American, Q3 Production Report
08:00 GBR Rentokil Initial, Q3 Trading Update
08:00 NLD Unilever, Q3 Trading Statement
11:30 FIN Kone, Q3-Zahlen
12:00 USA Dow, Q3-Zahlen
12:55 USA Coca-Cola, Q3-Zahlen
13:00 USA AT&T, Q3-Zahlen
13:00 USA American Airlines, Q3-Zahlen
16:00 DEU Verkündungstermin im jahrelangen Gerichtsstreit zwischen Daimler und
dem Zulieferer Prevent
17:45 FRA Kering, Q3-Umsatz
17:45 FRA Accor, Q3-Umsatz
17:45 FRA Michelin, Q3 Umsatz
18:00 FRA L'Oreal, Q3 Umsatz
22:00 USA Intel, Q3-Zahlen
22:05 USA Mattel, Q3-Zahlen
- Ohne genaue Zeitangabe
DEU: Gläubiger entscheiden über Ende des Schutzschirms für die Fluggesellschaft
Condor - Überführung in Treuhand-Konstruktion, noch kein neuer Investor
DEU: Intershop Communications, Q3-Zahlen
FRA: Scor, Q3-Zahlen
FRA: Dassault Systemes, Q3-Zahlen
FRA: Hermes International, Q3-Zahlen
NOR: DNB ASA, Q3-Zahlen
SWE: Atlas Copco, Q3-Zahlen
SWE: Alfa Laval, Q3-Zahlen
USA: Southwest Airlines, Q3-Zahlen
USA: Kimberly Clark, Q3-Zahlen
USA: American Electric Power, Q3-Zahlen
USA: Northrop Grumman, Q3-Zahlen
USA: Quest Diagnostics, Q3-Zahlen
Termine Konjunktur
00:01 DEU Bundesfinanzministerium Monatsbericht 10/20
08:00 DEU GfK-Verbrauchervertrauen 11/20
08:00 DEU Kaufverhalten in der Corona-Krise bis einschliesslich 42. KW
08:45 FRA Produzentenvertrauen 10/20
09:00 EUR Konferenz Europäische Zentralbank (EZB) zu europaweiten
Bezahlsystemen und zum digitalen Euro u.a. mit Reden von
EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta und der neuen EU-Kommissarin
für Finanzmarktregulierung, Mairead McGuinness
13:00 TRK Türkische Zentralbank, Zinsentscheid
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
16:00 USA Frühindikator 09/20
16:00 USA Wiederverkäufe Häuser 09/20
16:00 EUR Verbrauchervertrauen 10/20 (vorab)
- Sonstige Termine
DEU: Beginn 3. Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und
Kommunen
08:45   Statements Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), VKA-Präsident und
Verhandlungsführer Ulrich Mädge, Oberbürgermeister der Stadt Lüneburg
09:30 DEU Vorstellung des KfW-Mittelstandspanels 2020 (Online-Pk)
10:00 DEU Telefonkonferenz Credit Suisse zur Veröffentlichung des "Global
Wealth Report 2020"
10:00 DEU Online-Pk zur Jugendstudie der tui-Stiftung "Wie junge Deutsche über
Europa und Corona denken"
DEU: Weitere Entwicklung in der Corona-Krise
10:00 Online-Pk Robert Koch-Institut zu COVID-19 in Deutschland
13:45 Pk Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach einer
Videokonferenz mit Wirtschaftsverbänden und verschiedenen Branchen über
die aktuelle Corona-Lage
10:30 DEU Online-Pressegespräch #Politikcheck - Die Verbraucherzentrale
Bundesverband stellt Regierungsbilanz ein Jahr vor der Bundestagswahl
2021 vor
11:00 DEU Online - OECD stellt Pisa-Sonderauswertung zur "globalen Kompetenz
von Schülern"
14:00 DEU Online-Vorträge und -Diskussionen der Gesellschaften der Volkswagen
Group Retail Deutschland zu E-Mobilität und Fuhrpark-Management
DEU: Geplanter Schlichtungsbeginn zwischen Deutscher Bahn und GDL
19:00 USA Justizausschuss des US-Senats stimmt über Amy Coney Barrett als
Kandidatin für den Supreme Court ab

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechnik: Endet der Sägezahnmarkt?

Der Swiss Market Index schöpft den Bewegungsspielraum auf der Unterseite aus. Weitere Verluste würden auch die mittelfristigen Aussichten belasten. (Lesen Sie hier mehr.)

Ausblick Zinsen und Devisen

Die Finanzmärkte haben bis Mittwoch noch auf ein neues Fiskalpaket aus den USA gewartet. Derweil brachte die EU am Dienstag neue Anleihen auf den Markt, die nationale Kurzarbeitsprogramme finanzieren sollen. Es sind die Vorläuferemissionen für das grosse Aufbauprogramm, das nächstes Jahr starten soll. Die jetzt platzierten Papiere sind als Social Bonds eingestuft und die Nachfrage der Investoren lag beim 13,7-Fachen des Emissionsvolumens, was enorm ist: Für die 10 Mrd. € einer 10-Jahres- und die 7 Mrd. € einer 20-Jahres-Obligation lag die Nachfrage insgesamt bei 233 Mrd. €.

Die starke Nachfrage machte sich auch am Devisenmarkt bemerkbar: Der Euro bekam am Dienstag einen kleinen Schub, als er über die Marke von 1.18 $ für einen 1 € hinaus stieg. Ein Grund dafür lag auch darin, dass 37% der zehnjährigen Papiere von Notenbanken gekauft wurden – fast doppelt so viel wie bei der vorherigen EU-Emission. Auf der anderen Seite verhindert die Ansteckungswelle in Europa derzeit, dass die Gemeinschaftswährung noch stärker wird.

Die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten dürften sich über die negative Rendite des EU-Social-Bonds mit zehnjähriger Laufzeit freuen. In der Europäischen Zentralbank wachsen allerdings die Sorgen, dass eine weitere Aufwertung der Gemeinschaftswährung in Folge der Emissionen für den Aufbaufonds es im nächsten Jahr noch schwerer macht, dass Inflationsziel von nahe, aber weniger als 2% zu erreichen.

Bislang hilft auch nicht, dass zehnjährige US-Staatsanleihen diese Woche wieder mehr als 0,8% rentieren – das haben sie seit Juni nicht mehr. Im Gegenzug sank die Verzinsung der deutschen Papiere mit dieser Laufzeit auf –0,628%, bei Eidgenossen ging es «nur» bis –0,544% abwärts.