Das Wichtigste zum Börsenstart

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Overnight

USA

Die US-Aktienmärkte haben am Mittwoch Terrain preisgeben müssen. Konjunktursorgen machten die Runde, es werden neue Lockdowns als Reaktion auf die Deltaausbreitung befürchtet. In dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht (Beige Book) des Fed hiess es, die Wirtschaft sei im Zeitraum von Anfang Juli bis August nur mit einem moderaten Tempo gewachsen.

Der Dow Jones verlor 0,2% auf 35’031,7, der S&P 500 gab 0,1% auf 4514,1 nach. Der Nasdaq 100 fiel o,4% auf 15’620,9. Unsicherheit belastete die Stimmung, auch darüber, wann und wie rasch das Fed die Wertpapierkäufe drosseln wird (Tapering) und was mit der Inflation geschieht. Konjunktursensitive Aktien wurden gemieden, defensive favorisiert.

Zu den Verlierern zählten Coinbase (–3%). Die US-Börsenaufsicht SEC droht mit einer Klage gegen die Kryptowährungsbörse im Rahmen eines geplanten Programms, in dessen Rahmen Eigner von Kryptowährungen diese gegen Zinsen verleihen. Coinbase verschob daraufhin den Start des Programms.

Verliert im Dow Jones waren die Valoren des Chemieriesen Dow mit einem Minus von fast 2%. Defensive Werte hielten sich dagegen gut, so lagen Coca-Cola (+1,4%), McDonald’s (+1%) und Procter & Gamble (+0,8%) im Plus.

Die angekündigte Übernahme durch Sanofi bescherte den Valoren von Kadmon einen Rekord-Kurssprung von 70% auf 9.07 $. Der französische Pharmakonzern bietet für die Biotech-Firma 9.50 $ je Titel oder insgesamt 1,9 Mrd. $.

Die Aktien von PayPal verloren leicht. Die Nachricht, der Zahlungsdienstleister wolle den japanischen Anbieter Paidy für 2,7 Mrd. $ übernehmen, kam nicht gut an.

Asien

Auch die asiatischen Aktienmärkte sind am Donnerstag von Verunsicherung in Sachen Pandemie, Konjunktur und Tapering geprägt. Die japanische Regierung erwägt eine Verlängerung der Coronamassnahmen in Tokio und weiteren Regionen bin zum 30. September. Der Nikkei 225 gibt 0,9% nach, im gleichen Ausmass tendiert der breitere Topix schwächer.

Gut 1,3% verliert der Kospi. Der Shanghai Composite Index liegt auf dem Vortagesniveau. Der Hang Seng tendiert 1,6% leichter.

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News Vorbörse Schweiz

Romande Energie: Das Energieunternehmen Romande Energie (HREN 1'380.00 -1.08%) hat den Umsatz im ersten Halbjahr 3% auf 299 Mio. Fr. gesteigert. Bereinigt um den Einmaleffekt aus einem Verkauf von Liegenschaftsparzellen im Jahr 2020 entspricht dies einem Plus von 10%. Der Betriebsgewinn (Ebit) erreichte 31 Mio. Fr., was einem um die Einmaleffekt bereinigten Plus von 18% entspricht. Tatsächlich ging die Kennzahl 30% zurück. Der Gewinn belief sich auf 48 Mio. Fr., nach 33 Mio. im Vorjahr. (Lesen Sie hier mehr.)

SF Urban Properties: Die Immobiliengesellschaft SF Urban Properties (SFPN 97.50 0%) hat im ersten Halbjahr 2021 dank Neubewertungsgewinnen deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Der Umsatz stieg von 13,7 auf 35,9 Mio. Fr. Dabei nahm die wichtigste Umsatzkomponente, der Liegenschaftenertrag, leicht auf 12,9 Mio. Fr. ab. Die Kosten sind gestiegen. Die Marge auf dem Betriebsgewinn (Ebit) ging von 62 auf 57,8% zurück und erreichte 20,8 Mio. Fr. Per Stichtag 30. Juni wird der Leerstand mit 2,6% angegeben. (Lesen Sie hier mehr.)

Emmi: Bei der Milchverarbeiterin Emmi (EMMN 983.50 +0.2%) kommt es in mehr als einem Jahr zu Veränderungen im obersten Management. CEO Urs Riedener will sein Amt per Ende 2022 abgeben und soll dann im Frühling 2023 zum Präsidenten des Verwaltungsrats gewählt werden. Der heutige Verwaltungsratspräsident Konrad Graber werde nach fünfzehn Jahren Mitgliedschaft im Gremium an der Generalversammlung vom 13. April 2023 nicht mehr zur Wiederwahl antreten. (Lesen Sie hier mehr.)

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 355.80 -0.56%) übernimmt den langjährigen Partner TIB Molbiol Group. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal erwartet. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. (Lesen Sie hier mehr.)

Implenia: Der Baukonzern Implenia (IMPN 19.13 -0.88%) trennt sich von einem Teilbereich in Österreich. Das Hochbaugeschäft in Österreich mit 54 Mitarbeitern geht an die Zech Bau Austria GmbH. Finanzielle Details zu der Transaktion wurden nicht genannt.

Berner Kantonalbank: Die Berner Kantonalbank (BEKB (BEKN 210.50 -0.24%)) gründet ihre eigene IT-Tochtergesellschaft. Dafür will sie Mitarbeiter der bisherigen IT-Partnerin DXC übernehmen. Wie viele der rund 150 DXC-Mitarbeiter aus Bern-Liebfeld in Zukunft für die neue Tochter tätig sein sollen, sei noch nicht vereinbart worden.

Aevis Victoria: Die Beteiligungsgesellschaft Aevis (AEVS 13.00 +1.56%) Victoria ergänzt ihr Portfolio. Dazu will sie schrittweise bis zu 27% der Batgroup SA übernehmen. Batgroup ist die Muttergesellschaft von Batmaid, einer Plattform für Hausreinigungen in der Schweiz. Aevis wird in den nächsten fünfzehn Monaten in mehreren Tranchen bis zu 25 Mio. Fr. in das Reinigungsunternehmen investieren.

Kuros: Kuros BioSciences (KURN 2.15 -1.38%) hat von der US-Gesundheitsbehörde (FDA) die Zulassung für das Knochenimplantat MagnetOs Easypack Putty erhalten. Die Freigabe folge auf die bestehenden Zulassungen der FDA für die Verwendung von MagnetOs Granulat und MagnetOs Putty in der Wirbelsäule, teilte die Gesellschaft am Donnerstag mit. (Lesen Sie hier mehr.)

Groupe Minoteries: Die Mühlenbetreiberin Groupe Minoteries (GMI 392.00 -2.49%) hat im ersten Halbjahr etwas weniger Umsatz erzielt, aber mehr verdient. Zu schaffen machte den Getreidebauern das schlechte Wetter. Der Umsatz der ging 2,2% auf 71,4 Mio. Fr. zurück. Der Rückgang überrascht nicht, denn im vergangenen Jahr hatten die im Zuge der Coronakrise ausgebrochenen Hamsterkäufe den Verkauf von Mehl angekurbelt. Das Betriebsergebnis stieg um fast 13% auf 3 Mio. Fr.

Logitech: Die Aktionäre der Herstellerin von PC-Zubehör Logitech (LOGN 82.46 -0.72%) haben an der Generalversammlung die Dividendenerhöhung auf 147 Mio. Fr. gebilligt. Damit wird die Ausschüttung rund 10% auf 0.87 Fr. aufgestockt. Alle Verwaltungsräte wurden wiedergewählt, und Wendy Becker wurde erneut Verwaltungsratspräsidentin.

Sportradar: Der Schweizer Sportdatenanbieter Sportradar (SRAD 22.11 -3.28%) macht vorwärts mit seinem geplanten Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq. Man wolle 19 Mio. Aktien der Klasse A in einer Privatplatzierung veräussern. Zudem habe einer der bestehenden Aktionäre den Konsortialführern eine dreissigtägige Option zum Kauf von bis zu 2,85 Mio. zusätzlichen Aktien eingeräumt. Die Preisspanne betrage 25 bis 28 $ je Titel. Beim mittleren Preis von 26.50 $ rechne man aus diesen Privatplatzierungen mit Einnahmen von 623,9 Mio. $. «Finanz und Wirtschaft» hatte über die Platzierungen berichtet.

Swiss Life: Die Versicherung Swiss Life (SLHN 486.80 +0.5%) hat einen Senior Green Bond in Höhe von 600 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2031 platziert. Der Coupon beläuft sich auf 0,5%.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 09.09.2021

Wichtige Ereignisse
vom 09.09.2021

Schweiz
07:00   Romande Energie: Ergebnis H1
07:00   SF Urban: Ergebnis H1 (Conf. Call 11.00 Uhr)
10:00   Mobiliar: Ergebnis H1
10:30   Romande Energie: MK zu H1, Strategie etc., Lausanne
10:30   Swiss Re: Media Event at the Rendez-Vous 2021
Sonstige Termine
Asut: IoT-Konferenz 2021, Bern
Finance Forum Liechtenstein, Vaduz
International
TERMINE UNTERNEHMEN
09:00 DEU Fortsetzung "Handelsblatt"-Bankentagung
11:00 DEU Pk R+V-Versicherung zum Thema "Ängste der Deutschen 2020"
22:05 USA Oracle, Q1-Zahlen
TERMINE UNTERNEHMEN OHNE ZEITANGABE
DEU: Deutsche Bank, Technology Conference u.a. mit ASML Holdings, HP Incl.
DEU: Merck KGaA, Capital Markets Day
DEU: Fortsetzung der 69. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA).
USA: Wells Fargo, Virtual Healthcare Conference u.a. mit Moderna, Medtronic Plc,
Johnson & Johnson
USA: Moderna, Research and Development Day
USA: Danaher, Investor- and Analyst Event
TERMINE KONJUNKTUR
08:00 DEU Handels- und Leistungsbilanz 07/21
08:00 DEU Im- und Exporte 07/21
08:00 DEU Leistungsbilanz 07/21
13:45 EUR EZB Zinsentscheid (14.30 Pk mit EZB-Chefin Christine Lagarde)
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
17:00 USA EIA Ölbericht (Woche)
- Sonstige Termine
08:45 DEU BGH verkündet Urteil zur Zulässigkeit des Rechtsdokumente-Generators
Smartlaw, Karlsruhe
09:30 DEU Fortsetzung Prozess im "Cum-Ex"-Verfahren gegen ehemalige Mitarbeiter
der inzwischen insolventen Maple Bank

(Quelle: AWP)

SMI-Markttechnik: Neuer Bewegungsimpuls nach unten

Der jüngste Ausbruch des Swiss Market Index dürfte Konsequenzen nach sich ziehen – zumindest für die nächsten Tage bis Wochen. (Lesen Sie hier mehr.)

Ausblick Zinsen und Devisen

Am Donnerstag kommt der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) zur nächsten Sitzung zusammen. Anleger werden danach einmal mehr genau auf den Wortlaut der Erklärung schauen, die der Rat veröffentlichen wird. Diesmal geht es tatsächlich um sprachliche Feinheiten, die darauf hinweisen, ob die Notenbank ihre Anleihenkäufe bis Ende des Jahres etwas reduzieren wird.

Die Währungshüter kauften seit März Anleihen für 80 Mrd. € pro Monat im Pandemienotprogramm PEPP. Das war in der Sprache des EZB-Rats «deutlich umfangreicher» («significantly higher») als die 65 Mrd. €, die im Januar und Februar zu Buche standen. Das höhere Kauftempo hatte der Rat Anfang März beschlossen, nachdem die durchschnittliche Rendite (10 Jahre) aller Staatsanleihen von –0,20% Anfang des Jahres auf 0,20% gestiegen war.

Schliesslich hatte der Rat im Dezember versprochen, die damals günstigen Finanzierungsbedingungen bis zum Ende der Pandemie zu erhalten. Ein Grund für den Handlungsbedarf lag darin, dass der damalige Rendite-Anstieg von den realen Zinsen (nach Inflationsausgleich) getrieben wurde, was die Notenbanker nicht als gerechtfertigt ansahen.

Mittlerweile hat sich das Bild aber komplett gedreht. Die risikofreien Zinsen (gemessen an den Geldmarktsätzen) liegen über die Laufzeit von 10 Jahren um 0,40 Prozentpunkte unter dem Niveau zur Dezembersitzung. Dagegen ist der geforderte Inflationsausgleich um 0,65 Prozentpunkte gestiegen.

Auch wenn die Durchschnittsrendite mittlerweile bei 0,10% liegt, ruft dies im EZB-Rat also keine grossen Kopfschmerzen hervor: Denn wichtig sind für die Notenbanker vor allem die realen Zinsen, und die sind immerhin gesunken. Und so kam auch wenig Widerspruch auf, als die Hardliner in den Wochen vor der Sitzung eindrücklich eine Reduktion der Anleihenkäufe forderten.

Allerdings deuten verschiedene Reden darauf, dass die EZB bis Ende des Jahres zwar weniger kaufen wird, aber doch noch mehr als im Januar und Februar. Also (ALSN 277.50 +1.09%) achten Anleger darauf, ob es statt «significantly higher» nun vielleicht «somewhat higher» heisst: also «etwas mehr» als im Januar und Februar. Von Bloomberg befragte Analysten erwarten im Schnitt einen Rückgang der monatlichen Kaufsummen von 80 Mrd. € auf 67 Mrd. €.