Das Wichtigste zum Börsenstart

Overnight

USA

In den USA haben die Aktienmärkte am Mittwoch mehrheitlich zugelegt. Der Dow Jones Industrial steigt 0,3% auf 34’390 und der breiter diversifizierte S&P 500 gewinnt 0,2% auf 4359. Der technologielastige Nasdaq 100 hingegen verliert 0,1% auf 14’752.

Nach dem grössten Kursrutsch seit Mai am Vortag hat sich die Stimmung ein wenig beruhigt. Doch das Problem der US-Schuldenobergrenze bleibt ungelöst, und es ist unklar, wie viel der von der Regierung geplanten Staatsausgaben vom Parlament nun bewilligt werden.

Immerhin sind die langfristigen Zinsen am Mittwoch kaum noch gestiegen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen klettert bloss 0,006% nach oben auf 1,54%. Am Donnerstagmorgen notiert der Marktzins etwas tiefer auf 1,52%.

Die Aktien von Micron büssen 2% ein. Der Chiphersteller hat mit seinem Ausblick die Anleger enttäuscht.

Boeing und Spirit Aero Systems gewinnen 3,2% und 5,9%. Die Aktien des Flugzeugherstellers und des Zulieferers werden von der Investmentbank Bernstein zum Kauf empfohlen, denn beim globalen Reiseverkehr stehe die Wende jetzt bevor.

Die Aktien von Dollar Tree schnellen 16,5% hinauf. Die Discount-Ladenkette hat angekündigt, künftig nicht mehr nur Gegenstände für 1 $ anzubieten, sondern auch etwas teurere.

Asien

In Asien verläuft der Börsenhandel am Donnerstag mehrheitlich freundlich. In Japan steigt der Nikkei 225 um 0,1%, während der breiter gefasste Topix stagniert. Der Hongkonger Hang Seng fällt 0,8%. Auf dem chinesischen Festland kletterte der CSI 300 um 0,7%. Der koreanische Kospi legt 0,4% zu, und in Taiwan gewinnt der TWSE 0,3%.

Der Terminkontrakt (Futures) auf den S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) handelt am Donnerstagmorgen 0,7% höher, und der Futures auf den Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 4'182.91 +0.82%)0 notiert 0,5% im Plus.

11'961.3
+0.58%
4'182.9
+0.82%
15'587.4
+0.81%
14'897.3
+0.5%
29'068.6
+1.81%
1.0701
-0.12%
0.9222
-0.23%
1.1600
+0.08%
1'763.89
-1.77%
84.89
+0.72%
61'002.00
-0.75%

News Vorbörse Schweiz

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 360.25 +0.87%) berichtet von Fortschritten bei der Entwicklung eines Covid-Medikaments. Das Mittel verringert die Viruslast bei schwer zu behandelnden Patienten innerhalb von sieben Tagen signifikant. Weitere Studienergebnisse würden bald bekanntgegeben.

Medmix/Sulzer: Die vom Industriekonzern Sulzer (SUN 90.60 +2.49%) abgespaltete Medmix (MEDX 43.25 -3.54%) wird ihre Aktien zu 45 Fr. über die Börse platzieren. Heute Donnerstag ist der erste Handelstag. Zuvor war für die Aktienemission die Preisspanne auf 37 bis 47 Fr. festgelegt gewesen. Medmix plant, den Nettoerlös von rund 295 Mio. Fr. für Wachstumsschritte einsetzen. Das Unternehmen produziert Verabreichungsgeräte für das Gesundheitswesen und die Industriemärkte.

Dätwyler: Der Industriekonzern Dätwyler (DAE 364.00 +1.39%) konzentriert sich nach der Devestition des Online-Distributionsgeschäfts auf die Herstellung von Elastomerkomponenten. Am Investorentag präzisiert das Management, für die Jahre 2022 bis 2024 solle der Umsatz des weitergeführten Geschäfts jährlich 6 bis 10% gesteigert und eine Betriebsgewinnmarge von 18 bis 21% erreicht werden. Im laufenden wie auch im kommenden Jahr investiert das Unternehmen je 120 bis 140 Mio. Fr. in weitere Produktionskapazitäten.

Hiag: Die Immobiliengesellschaft Hiag (HIAG 100.00 0%) hat von der ausserordentlichen Generalversammlung der Aktionäre die Schaffung von bis zu 1,7 Mio. Fr. genehmigten Kapitals bewilligt erhalten. Nun wird voraussichtlich im vierten Quartal eine Aktienemission mit Bezugsrechten durchgeführt.

Dufry: Der Handelskonzern Dufry (DUFN 51.50 +1.46%) sei trotz des schleppenden Geschäftsvolumens derzeit nicht auf finanzielle Unterstützung angewiesen, sagte CEO Julían Díaz im Onlineinterview mit «Finanz und Wirtschaft». Nun wird bekannt, dass Dufry die Standortkonzessionen an drei kambodschanischen Flughäfen verlängert hat.

Perfect Holding: Die Perfect Holding (PRFN 0.07 -2.08%) meldet einen Halbjahresgewinn von 33’000 Fr. Sie ordnet jetzt die Strukturen für die Neuausrichtung durch Zusammenschluss mit dem kleinen Pharmaentwickler Kinarus. Dazu muss das Aktienkapital vergrössert werden. Nach der Integration werden die heutigen Kinarus-Aktionäre zu Mehrheitsbesitzern von Perfect Holding.

SHL Telemedicine: Die Telemedizin-Anbieterin SHL hat den Semesterumsatz um 1,5 Mio. auf 21 Mio. $ gesteigert. Wegen ausserordentlicher Finanzaufwendungen entstand ein Verlust von 10,3 Mio. Das Management betont, betrieblich seien Fortschritte gelungen. Weiteres Potenzial schaffe die Integration der mehrheitlich erworbenen Mediton Group. 

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

Wichtige Ereignisse vom 30.09.2021

Wichtige Ereignisse
vom 30.09.2021

Schweiz
07:00   SHL: Ergebnis H1 (Conf. Call 10.00 Uhr)
09:00   KOF Konjunkturbarometer September
09:00   SNB: Volumen Devisenmarktinterventionen Q2
09:00   Medmix AG: 1. Handelstag der Sulzer-Abspaltung
09:30   MK Raiffeisen Vorsorgebarometer
18:00   Zwahlen et Mayr: Ergebnis H1
19:00   EPH: Ergebnis H1
Sonstige Termine
Dätwyler: Kapitalmarkttag (09.00 - 15.30 Uhr), Schattdorf
Novartis: ESG Investor Day
International
08:00 SWE Hennes & Mauritz Q3-Zahlen
10:00 DEU Hella Hauptversammlung
10:00 DEU Daimler: Oberlandesgericht Stuttgart verhandelt erneut über Klage
eines Spediteurs wegen der Beteiligung am sogenannten Lkw-Kartell
12:00 DEU Hornbach Q2-Zahlen
NLD: Fairphone präsentiert neue Produkte
Termine Konjunktur
01:50 JPN Industrieproduktion 08/21
03:00 CHI Einkaufsmanagerindex (CFLP) Dienste und Industrie 09/21
03:45 CHI Caixin Einkaufsmanagerindex Industrie 09/21
06:30 DEU Verbraucherpreise Nordrhein-Westfalen 08/21
08:00 GBR BIP Q2/21 (2. Veröffentlichung)
08:00 GBR Leistungsbilanz Q2/21
08:45 FRA Erzeuger- und Verbraucherpreise 08/21
08:45 FRA Konsumausgaben 08/21
09:55 DEU Arbeitsmarktdaten 09/21
10:00 DEU Verbraucherpreise Bayern, Brandenburg, Hessen 09/21
11:00 EUR Arbeitsmarktdaten 08/21
11:00 ITA Verbraucherpreise 09/21
14:00 DEU Verbraucherpreise 09/21
14:30 USA BIP Q2/21 (3. Veröffentlichung)
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentlich)
14:30 USA Konsumausgaben Q2/21 ( Veröffentlichung)
15:45 USA Chicago PMI 09/21
16:00 USA Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, und
Finanzministerin Janet Yellen stehen dem Finanzausschuss des
Repräsentantenhauses mit Blick auf die konjunkturstützenden
Massnahmen gegen die Corona-Krise Rede und Antwort.
DEU: Verbraucherpreise Baden-Württemberg 09/21
Sonstige Termine
DEU: Fachveranstaltung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des
Schienenpersonennahverkehrs (BAG-SPNV) (bis 01.10.)

(Quelle: AWP)

Ausblick Zinsen und Devisen

Weltweit steigen die Zinsen, angeführt von den Anleihenrenditen in den USA, die wichtige Renditeschwellen überwunden haben. Zehnjährige Treasuries sind über 1,5% geklettert, dreissigjährige über 2%. Die Aufwärtsbewegung seit der US-Notenbanksitzung in der vergangenen Woche ist beachtlich. Sie hat auch Europa erfasst. Die richtungsweisende deutsche Bundesanleihe testet die Marke von –0,2%, der Risikoaufschlag zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen hat sich leicht ausgeweitet.

Die Marktzinsen werden in den kommenden Tagen schwankungsanfällig bleiben. In Europa werden die ersten Inflationszahlen des laufenden Monats veröffentlicht. Sie werden die kräftigen Gas- und Strompreissteigerungen spiegeln. Dennoch halten viele Analysten an ihrem verhaltenen Zinsausblick fest. UniCredit hat seine Jahresendprognose für zehnjährige Treasuries von 2 auf 1,75% reduziert, Daiwa Securities rechnet mit einer Rendite zwischen 1.50 bis 1.78% im laufenden Halbjahr.

Am Devisenmarkt vermag der Dollar nicht aus dem wachsenden Zinsvorteil Kapital zu schlagen. Der Euro notiert knapp unter 1.17 $/€. Devisenanalysten schauen gespannt auf diese Schwelle, die seit gut einem Jahr als Untergrenze intakt ist. Ob die Marke hält, ist offen. Die Experten von sechs in- und ausländischen Banken, deren Devisenprognosen «Finanz und Wirtschaft» vierteljährlich einholt, sind sich uneins wie selten zuvor. Drei Institute sagen voraus, dass der Euro in zwölf Monaten auf oder über 1.20 $/€ notieren wird. Die anderen drei rechnen mit Notierungen zwischen 1.13 und 1.15 $/€, also einer substanziellen Euroabwertung gegenüber dem Dollar.